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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Imke auf der Jagd nach der goldenen Trophäe

20.05.2017

Nordenham „Frau Harms, darf ich Sie denn fragen, wie alt Sie sind? Dann kann ich Ihnen auch sagen, welche Anforderungen Sie fürs Sportabzeichen erfüllen müssen“, sagt Heinz-Georg Hadeler am Telefon zu mir. Er ist Sportabzeichen-Obmann beim Sportverein Nordenham. Eigentlich will ich von ihm nur erfahren, wann man beim SVN fürs Sportabzeichen üben oder es ablegen kann. Aber er will mich sofort überzeugen, zum Training zu kommen.

„27 Jahre sagten Sie? Okay. Sie müssen dann den 3000-Meter-Lauf in 22 Minuten schaffen, um Bronze zu bekommen“, will er mich ködern. Ich denke an meine Schulzeit zurück und antworte prompt: „In 22 Minuten? Na, aber das schafft man doch locker, oder nicht?“

Das wollen wir sehen

Da habe ich den Salat. Nachdem ich den Hörer aufgelegt habe, schaue ich in die herausfordernden Gesichter meiner Kollegen: „Imke, das wollen wir jetzt sehen. Das wäre eine tolle Geschichte für die Zeitung, wenn du die Prüfung machst“, freuen sich die Kollegen. Ein bisschen ziere ich mich. Ist ja schon alles ewig her. Ich bin doch gar nicht richtig im Training. Wann soll ich dafür denn jetzt noch üben? Werfen kann ich überhaupt nicht . . .

Aber mich beschäftigt das Thema jetzt. Es gibt vier große Gruppen beim Sportabzeichen. Es wird Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination geprüft. In jeder Gruppe gibt es vier bis fünf Einzeldisziplinen, so zum Beispiel in der Kategorie Koordination die Disziplinen Hochsprung, Weitsprung, Schleuderball, Seilspringen und Geräteturnen. Die Teilnehmer können sich eine der Übungen aussuchen. Mal abgesehen vom Laufen und Schwimmen habe ich all diese Disziplinen seit meiner Schulzeit nicht gemacht. Aber mit Bronze will ich mich nicht zufrieden geben.

Einige Tage später: Punkt 18 Uhr stehe ich im Plaatwegstadion: Nieselregen. Na klasse. Aber ich werde ganz freundlich und überrascht empfangen. Heinz-Georg Hadeler hat wohl nicht damit gerechnet, dass ich tatsächlich komme.

Als erstes hänge ich mich an ein Geschwisterpärchen, das gerade Seilspringen übt. Na, das kriege ich ja wohl hin, denke ich und nehme mir ein Springseil. Okay, einfach springen klappt ohne Probleme, aber damit ist es in meiner Altersgruppe leider nicht getan. „Doppeldurchschlag mit oder ohne Zwischensprung“, steht im Katalog. Stefan Tönjes ist einer der Abnehmer für das Sportabzeichen und erklärt: „Du musst so schnell das Seil schlagen, dass es bei einem Sprung zweimal unter dir durchschwingt.“ Nicht umsonst ist das Seilspringen unter der Kategorie „Koordination“ eingeordnet. Ich übe und übe, hin und wieder klappt es ein paar Mal, aber immer wieder verheddere ich mich. Und ich hätte 20 von den Doppeldurchschlägen zeigen müssen. Also: Planänderung. Vielleicht klappt es später beim Weitsprung besser?

Jetzt steht aber erstmal der Medizinballweitwurf an. Der Ball wiegt zwei Kilogramm, für Bronze muss ich ihn mit beiden Händen 7 Meter, für Silber 7,75 Meter und für Gold 8,50 Meter weit werfen. Ich stelle mich in die Startposition, schwinge den Ball zwischen den Beinen zurück und schleudere ihn nach vorne. „Boah, 9,50 Meter beim ersten Versuch. Super“, ruft mir Stefan Tönjes zu. Zack – einmal Gold habe ich also in der Tasche. Kategorie Kraft ist damit abgehakt.

Acht Zentimeter fehlen

Dann geht es rüber zur Sprunggrube: Für Bronze muss ich 3,30 Meter weit in den Sand springen, für Silber 3,60 Meter und für Gold 3,90 Meter. Dunkel erinnere ich mich, dass ich in meiner Schulzeit mal über vier Meter geschafft habe.

„Denk nicht nur ans weit, sondern auch ans hoch springen“, gibt mir Meike Peters einen wertvollen Tipp. Also gut: Anlaufen, schneller werden, vor dem Absprung kleinere Schritte und ab. Schon ganz gut. 3,68 Meter zeigt das Maßband. Das wäre Silber. Ich springe noch einmal: 3,82 Meter. Aber es fehlen noch 8 Zentimeter bis Gold. Aber besser wird es leider auch nach weiteren Versuchen nicht. Hier muss ich mich vorerst wohl mit Silber begnügen. Ich gebe es vor Ort nicht zu, aber ich merke, dass meine Beine schon ziemlich müde geworden sind.

Und ich muss mich ja noch beim Laufen beweisen.

Ganz alleine als letzte Läuferin an diesem Abend gehe ich an den Start für die 3000 Meter. Siebeneinhalb Runden bei möglichst gleichbleibendem Tempo. 3 – 2 – 1– los: Es läuft sich zu Beginn sehr gut. Nach einem Kilometer ruft mir der Zeitabnehmer Dieter Braas zu: „Sieht gut aus, es sind jetzt 5,25 Minuten. Weiter so!“ Okay, also die nächste Runde anvisieren. Ich zähle: drei Schritte einatmen, drei Schritte ausatmen, immer wieder. Nach zwei Kilometern wieder der Herr von rechts: „Wenn du Gold schaffen willst, musst du dich aber anstrengen.“ Also gut, ich lege noch einen Zahn zu.

Go for Gold!

Endlich im Ziel. „Ich hab’ dich ein bisschen geärgert“, sagt Dieter Braas. „Deine Zeit ist super. 16,38 Minuten.“ Juhu! Nochmals Gold. Aber mir fehlt noch der 100-Meter-Lauf in der Kategorie Schnelligkeit.

Netterweise erklärte sich Norman Lange vom SVN bereit, die 100 Meter mit mir gemeinsam zu laufen, damit ich einen „Hasen habe, der mich zieht“. Ich stehe am Start und schaue dem Herrn hinterher, der die Zeit abnehmen soll. Wie weit läuft der denn? So weit sind 100 Meter?

Neben uns Meike Peters mit der Startklappe. „Auf die Plätze, fertig, los!“ Und schon ist Norman an mir vorbei geflitzt. Ich versuche ihn einzuholen. Keine Chance. Er brüllt immer wieder: „Komm, ziiieh!“, aber meine Kräfte lassen nach. Endlich über der Ziellinie, ahne ich es beim Blick ins Gesicht des Zeitnehmers: „Schade, gaaaaanz knapp an Gold vorbei.“ 16,0 Sekunden hätte ich gebraucht, 16,38 bin ich gelaufen. Also noch einmal Silber.

So ein Mist. Fest steht: Heute habe ich keine Energie mehr, um den Sprint zu wiederholen. Aber ich bin jetzt angefixt. Bis Ende September habe ich Zeit, die Disziplinen fürs Sportabzeichen so oft zu wiederholen, bis ich zufrieden bin. Und das habe ich mir jetzt vorgenommen: Ich will Gold!

Video

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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