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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Auf PVC-Rohren den Schnatz jagen

03.12.2015

Tossens Noch steht der Schnatz ein wenig teilnahmslos am Spielfeldrand herum. Doch das wird sich in wenigen Sekunden rapide ändern. Die Spieler gehen auf ihre Startpositionen. Der Schiedsrichter bläst in seine Pfeife. Und schon ist Action ohne Ende angesagt. Die Klatscher fliegen durch die Gegend, die Jäger weichen ihnen geschickt aus. Das Spiel brandet hin und her. „Zwei schnelle Tore, dann haben wir gewonnen“, ruft einer der Treiber. „Los, fang den Schnatz“, schallt es aus dem gegnerischen Team.

Nein, das ist keine Szene aus einem Harry Potter-Film, sondern ein ganz normaler Mittwochnachmittag in der Sporthalle der Zinzendorfschule in Tossens. Quidditch-Training ist angesagt. Quidditch, das rasante Spiel, bei dem Zauberer und Hexen auf Besen durch die Luft jagen, gibt es gar nicht im richtigen Leben? Und ob! Die Zinzendorfschule hat eine Quidditch-AG ins Leben gerufen. Und wenn die Tossenser Zauberer und Hexen trainieren, dann macht es mächtig Spaß, zuzugucken.

Natürlich reitet keiner auf einem Besen. Denn einen Besen zum Fliegen zu bringen, das schaffen auch Michaela Ostermann, Uwe Hänßler und Dennis Kittel, die das Training leiten und dann uns wann auch schon mal Hüter einspringen, nicht. Aber PVC-Rohre, die sich die Kinder und Jugendlichen statt Besen zwischen die Beine klemmen, tun es auch. Und außerdem ist so das Verletzungsrisiko deutlich geringer.

Die Idee, eine Quidditch-AG an der Zinzendorfschule zu gründen, hat Lehrerin Michaela Ostermann aus einem Urlaub im Schwarzwald mitgebracht. Ihre Kinder fanden heraus, dass in der Gegend ein Quidditch-Turnier mit internationaler Besetzung stattfindet, und wollte als Harry-Potter-Fans natürlich hin. Gesagt, getan. „Ich hab’s mir auch angesehen und war sehr begeistert“, sagt Michaela Ostermann. Sie stöberte im Internet, stieß auf die Webseite des Deutschen Quidditch-Bundes und bekam eine Idee davon, nach welchen Regeln man das spiel aus den Büchern von Joanne K. Rowling im wirklichen Leben spielen könnte. Allzu sehr weichen sie vom Buch gar nicht ab: Die Jäger machen die Tore, die Treiber versuchen, sie mit ihren Klatschern – weiße Schaumstoffbälle statt schwarze Eisenkugeln wie bei Harry Potter – daran zu hindern, und der Sucher jagt hinter dem Schnatz her. Fertig ist ein Spiel, bei dem garantiert keine Langeweile aufkommt.

Michaela Ostermann wüsste nicht, dass es in der Region irgendeine andere Schule gibt, an der Quidditch gespielt wird. Sie hat herausgefunden, dass das Spiel an manchen Unis angeboten wird. Schulen hingegen, an denen sich Kinder und Jugendliche aufs PVC-Rohr schwingen, muss man lange suchen.

Dennoch hoffen die Zinzendorfer, andere Quidditch-Schulteams zu finden. Denn im Frühjahr möchten sie gerne zu einem richtigen Spiel oder sogar einem Turnier antreten. Das würden die Kinder, die allesamt die Harry-Potter-Bücher verschlungen oder zumindest die Filme gesehen haben, geradezu magisch finden. An einer Schule in Unna, so viel weiß Michaela Ostermann, gibt es ein Quidditch-Team. „Und was ist in Nordenham?“, fragt Lehrer Uwe Hänßler und setzt einen kämpferischen Gesichtsausdruck auf. Ist das etwa eine Herausforderung? Aber hallo!


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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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