• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Knutzen krönt Saison mit Kreisrekord

27.09.2017

Berlin /Wesermarsch Wer einen Marathon bewältigt, darf stolz auf sich sein. Da gibt es wohl keine Diskussionen. Nur zur Erinnerung: Es gilt, 42,195 Kilometer zu bewältigen. Laufend. Und wenn ein Mensch diese Strecke in 2:28:41 Stunden rennt, darf er sich ruhig mal selbst auf die Schulter klopfen. Das ist schließlich schon eine sehr gute Zeit. Eine Wahnsinnszeit sogar. In der Wesermarsch ist sie gleichbedeutend mit dem Kreisrekord. Wer ihn aufgestellt hat? Na klar: Jan Knutzen. Der junge Mann, der in der Gemeinde Ovelgönne aufgewachsen ist, in Varel wohnt und für die SG akquinet Lemwerder läuft. Wann er ihn aufgestellt hat? Am Sonntag. Beim 44. Berlin-Marathon, an dem mehr als 40 000 Sportlerinnen und Sportler teilgenommen haben. Und so ganz nebenbei: Jan Knutzen belegte Platz 90 in der Gesamtwertung – und kam als zehntschnellster deutscher Läufer ins Ziel. Noch Fragen?

„Hätte mir vor Jahren jemand eine Wette angeboten, dass ich das irgendwann mal schaffen werden – ich hätte dagegen gewettet“, sagte Knutzen. „Die Zeit und die Platzierung machen mich schon mächtig stolz. Mehr Motivation kann man nicht kriegen. Aber ich werde das jetzt erstmal genießen.“

Auch sein Trainer Karl Spieler von der SG akquinet Lemwerder war aus dem Häuschen. Spieler sprach von einer fantastischen Platzierung, zumal die Athleten mit dem regennassen Asphalt und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen hatten. Knutzen unterbot seinen eigenen Kreisrekord mit einer laut Spieler „super Energieleistung“ um 26 Sekunden. In Hamburg war er die Strecke in diesem Jahr erstmals unter 2:30 Stunden gelaufen (2:29:07 Stunden). Sein Schützling habe sich für die Entbehrlichkeiten der Vorbereitung belohnt, sagte Spieler.

Knutzen war auch noch am Dienstag „ziemlich platt“, wie er es selbst formulierte. Er sei muskulär an seine Grenze gegangen. „Ich bin heilfroh, dass alles geklappt hat“, sagte er. „Auf diesem Niveau wird die Luft schließlich immer dünner. Da macht man keine Fünf-Minuten-Sprünge mehr.“

Knutzen war mit dem Ziel ins Rennen gegangen, eine Zeit um die 2:27 oder 2:28 Stunden anzulaufen. „Bis zur Halbmarathon-Marke war ich auch voll im Soll.“ Knutzen lief in einer Gruppe mit der Schweizer Topathletin Maja Neuenschwander, die mit Hilfe von zwei Tempomachern eine Zielzeit von 2:26 Stunden anstrebte. „Das war klasse. Die Tempomacher haben einen guten Job gemacht. Ich hatte einen super Rhythmus, zumal ich ja nicht auf die Uhr schauen musste“, sagte Knutzen.

Und dann kam Kilometer 24. Plötzlich bog Maja Neuenschwander von der Strecke ab und steuerte ein Toilette an. Knutzen war perplex. „Ich habe mich gefragt, wie es weitergeht und musste mich erstmal sortieren.“ Doch das ging fix. Er lief die nächste Gruppe an – und hatte Glück – sie harmonierte. „Jeder hat etwas getan“, sagte Knutzen.

Bei Kilometer 30 erlebte er den nächsten Rückschlag: Seitenstiche drohten aufzukommen. „Ich habe wohl etwas zu hastig getrunken“, sagte Knutzen. Zunächst habe er ein paar Bedenken gehabt. „Aber ich habe immer wieder in die Stelle reingedrückt.“ Ab Kilometer 32 lief es dann wieder optimal – bis zur 40-Kilometer-Marke. Der Rest war Kopfsache.

Knutzen hatte sich auf den letzten Kilometern in die Renngruppe von Anna Hahner eingereiht – ein weiterer Motivationsschub. „Die hat schon einen guten Schritt drauf“, sagte er. Die schnellste deutsche Frau des Tages kam in 2:28,32 Stunden ins Ziel.

In die Rekordbücher der Wesermarsch hat sich Knutzen also erneut eingetragen. Und fast hätte er auch an einem geschichtsträchtigen Rennen der Leichtathletik teilgenommen. Der kenianische Sieger Eliud Kipchoge verpasste den Weltrekord um ganze 35 Sekunden. Er lief die Weltjahresbestzeit von 2:03:32 Stunden. „Meine erste Frage im Ziel war, ob er den Weltrekord geknackt hat“, sagte Knutzen. „Schade, dass er es nicht geschafft hat.“

Es passt zu Knutzen, dass er in Zeiten des persönlichen Erfolges auch seine Mitläufer und Mitläuferinnen im Blick hat. In diesem Sinne betont er immer wieder, dass Bestleistungen ohne Unterstützung anderer unmöglich seien. Knutzen trainiert regelmäßig mit seinen Freunden Andreas Kuhlen, Michael Majewski, Georg Diettrich und seiner Partnerin Maren Gieschen. „Ohne das Training in dieser Laufgruppe wäre ich diese Zeit nie gelaufen“, sagte er. Außerdem halte er ständig Rücksprache mit seinem Trainer Karl Spieler. Auch die Trainingseinheiten mit dem Osnabrücker TB hätten ihn vorangebracht.

Im Vergleich zu vorherigen Trainingsabschnitten seien die Umfänge gleichgeblieben, sagt Knutzen. Die Qualität der Einheiten habe sich indes erhöht. Zum Beispiel lief er einen Halbmarathon mit Georg Diettrich, den die beiden in 1:12 Stunden abrissen oder auch einen Drei-Stunden-Lauf. „Ich muss sagen, dass das alles funktioniert hat“, sagt Knutzen.

Die Leistung seines Kumpels Michael Majewski (BV Garrel) bestätigt das. Majewski kam in Berlin in starken 2:34 Stunden ins Ziel. „Ich freue mich riesig für Michael“, sagte Knutzen. „Er hat bewiesen, dass er es kann. Das ist eine Zeit, die zu Michael passt. So läuft man einen Marathon.“ Knutzen muss es wissen.

Die nächsten Herausforderungen hat Knutzen schon im Blick. Die Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf könnte der Saisonhöhepunkt des kommenden Jahres werden. „Vielleicht werde ich mich im nächsten Jahr auf einen großen Wettkampf konzentrieren und nicht mehr auf mehreren Hochzeiten tanzen“, sagte er. Aber das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart prägen Regeneration – und Genuss.

44. Berlin-Marathon

Jörg Kreikebohm (SV Brake Lauffeuer, M-55) 4:47:08 Stunden, Gesamtplatz 23 339

Murat Sentürkler (SV Brake Lauffeuer, M-45) 4:49:43 Stunden, Gesamtplatz 23 655

Andre Rüther (SV Nordenham, M40) 4:05:32 Stunden, Gesamtplatz 15 764

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2210
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.