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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Blexer Tb: Fünf Faustballer und ein Titel für die Ewigkeit

21.04.2020

Blexen Damit hatte Wolfgang Göldner aus Nordenham vor zwei Jahren nicht gerechnet! Doch während seiner Feier zum 60. Geburtstag standen sie wieder vor ihm: Seine ehemaligen Trainer und Mitspieler, mit denen er seinen größten sportlichen Erfolg im Faustball gefeiert hatte: den deutschen Meistertitel 1973.

„Er ist fast in Ohnmacht gefallen“, erzählt Torsten Koschnitzke. Der heute 65-Jährige gehörte damals zum Meisterteam – und erlebte die erfolgreichste Zeit des Faustballsports in Blexen mit.

Dabei waren die Meister von 1973 echte Faustball-Spätstarter. „Wir haben erst mit etwa 15 Jahren angefangen“, erinnert sich Torsten Koschnitzke. Vorher habe man gemeinsam beim Blexer TB Handball gespielt. „Fritz Kleidon hat damals versucht, uns für den Faustball zu begeistern“, erinnert sich Koschnitzke. „Das ist ihm gelungen.“ Zumal einige der Jungen ihren neuen Sport bereits vorher kannten. „Wir hatten bei uns in Blexen jedes Jahr ein tolles Faustballturnier, an dem auch hochklassige Mannschaften aus dem Norden teilgenommen haben“, berichtet Koschnitzke. Als Kind sei es toll gewesen, zwischen den Feldern herumzulaufen und bei den Spielen zuzuschauen. „Deshalb war es auch gar nicht so schwer, uns zu überreden. Wir haben einfach gesagt, dass wir das einmal ausprobieren.“

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Training für Meistertitel

Gesagt, getan: Gemeinsam mit Coach Kleidon wurde trainiert. Schnell erzielte man Fortschritte. „Wichtig war, dass Wolfgang Göldner zum Team gestoßen ist“, erklärt Torsten Koschnitzke. Göldner war zu dieser Zeit eigentlich Fußballtorhüter und Auswahlspieler in Bremen, als er begann. „Er hätte auch ein richtig starker Torhüter werden können“, meint Koschnitzke. Der Wechsel zum Faustball lag vornehmlich an seiner Familie. Denn die gehörte, ähnlich wie der jahrelange Faustball-Bezirksfachwart Herrmann Hobbie und seine Frau Elfriede, zu den alteingesessenen Faustballern in Blexen.

Göldner entwickelte sich dabei schnell zu einem ausgezeichneten Schlagmann. „Er war so etwas wie unser Zugpferd“, berichtet Koschnitzke. „Und da wir anderen auch alle mit dem Ball umgehen konnten, haben wir daraus eine ganz gute Truppe zusammenbekommen.“

Zunächst nahm man, mit Unterstützung von Trainer Kleidon, an der Männer-Landesliga teil, kurz darauf meldete sie der Trainer auch zu den Jugendwettbewerben. In der A-Jugend (U 18) gab es 1972 die erste Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft. In Hannover gewann Blexen auf dem Feld die Bronzemedaille. Ein halbes Jahr später holte das Team zum ganz großen Coup aus.

Neue Trainer waren in dieser Saison Kurt Himmerlich und Wilfried Geraedts, die nach einem kurzen Gastspiel beim SV Nordenham, zum BTB zurückgekehrt waren. Über die Bezirksmeisterschaft in Wildeshausen und die Landesmeisterschaft im Kreis Stade qualifizierte sich Blexen erneut für die nationalen Titelkämpfe im nordrhein-westfälischen Heinsberg. Mit souveränen Siegen in der Vorrunde, unter anderem mit einem Sieg gegen Titelaspirant TV Westfalia Hamm, marschierte der BTB – angeführt vom bärenstarken Göldner ins Endspiel. „Er war der zentrale Spieler, die schillerende Gestalt. Ich glaube, er war einer der besten Angreifer die Deutschland je hatte“, lobt Koschnitzke. „Er hat immer 110 Prozent gegeben und hatte dadurch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Das hat ihn letztendlich zerrissen.“

Im DM-Finale entwickelte sich gegen den gastgebenden DJK Bardenberg ein enges Duell. „Sie waren die Heimmannschaft und hatten einen einarmigen Angreifer. Mit seinem Armstumpf auf der linken Seite konnte er den Ball hochwerfen. Was der gezeigt hat, war legendär.“ Doch das Team aus der Wesermarsch hielt mit – und setzte sich mit einem Spurt in den letzten Minuten mit 24:19 durch und krönt sich zum ersten Deutschen U-18-Hallenmeister der Geschichte. „Das war ein großartiger Erfolg“, schwärmt Koschnitzke noch heute.

Aufstieg in Bundesliga

Für die Meisterspieler endete damit ihre Jugendzeit, sie wechselten in den Erwachsenenbereich. Während Torsten Koschnitzke durch Bund, Studium und Beruf aus Nordenham wegzog und den Faustball zur Seite legte, blieb der Großteil der Mannschaft zusammen, schaffte in der Halle 1979 sogar den Aufstieg in die Bundesliga. In der Halle 1982 war man dann Ausrichter der Männer-DM in Nordenham, wollte sich selbst für die Meisterschaft qualifizieren. Doch statt einer DM-Medaille stand am Ende der Bundesligasaison der Abstieg. „Davon hat man sich nicht mehr erholt“, erzählt Koschnitzke. Mit dem Faustball im Blexer TB ging es so langsam zu Ende...
2004 versuchte man beim Blexer TB die Faustballabteilung noch einmal zu beleben. Eine weibliche U 16 nahm für zwei Jahre am Spielbetrieb teil.

Statistiken

DM-Teilnehmer

Lemwerder TV (9 Teilnahmen) Halle 1986: weibliche U 18 (6.)

Feld 1988: männliche U 16 (11.)

Halle 1999: weibliche U 14 (9.)

Feld 2005: weibliche U 16 (8.)

Feld 2006: männliche U 16 (25.)

Feld 2007: weibliche U 16 (20.)

Feld 2009: weibliche U 16 (24.), männliche U 16 (24.)

Feld 2015: weibliche U 14 (9.)

Elsflether TB (5 Teilnahmen) Feld 2012: weibliche U 12 (5.)

Feld 2013: weibliche U 12 (Deutscher Meister)

Feld 2014: weibliche U 12 (Deutscher Meister)

Feld 2015: weibliche U 12 (5.)

Blexer TB (4 Teilnahmen) Feld 1972: männliche U 18 (3.)

Halle 1973: männliche U 18 (Deutscher Meister), weibliche U 18 (4.)

Halle 1974: weibliche U 18 (2.)

Bundesliga-Teams

Blexer TB (5 Spielzeiten) Feld 1979: Frauen (6.) Halle 79/80: Männer (6. Platz)

Feld 1980: Frauen (9.)/Abstieg Halle 80/81: Männer (4. Platz)

Halle 81/82: Männer (9. Platz)

Lemwerder TV (1 Spielzeit) Feld 2019: Frauen (9.)/Abstieg

DM-Ausrichter

Lemwerder TV (2 Veranstaltungen) Halle 85/86: DM weibliche U 18

Halle 98/99: DM weibliche U 14

Blexer TB (1 Veranstaltung)

Halle 81/82: DM Männer

Nationalspieler

Blexer TB (3 Spieler/innen)

Heike Weers: 3 Spiele (3x U 18)

Karin Hobbie: 2 Spiele (2x U 18)

Wolfgang Göldner: 3 Spiele (2x U 18, 1x U 23)

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