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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Entwarnung für Fußballvereine

14.10.2019

Brake Drei Kunstrasenplätze gibt es in der südlichen Wesermarsch. In Brake, Elsfleth und Berne wird auf Plätzen gespielt, die mit Kunststoffgranulat befüllt sind. „Gott sei Dank haben wir in der Wesermarsch Kunstrasen, sonst könnte man keinen Fußball spielen“, meint der Vorsitzende des Kreissportbundes Thorsten Böning.

Diskussion um Verbot

Und diese Meinung vertritt er trotz der Diskussion um ein mögliches Verbot ebenjenes Kunststoffgranulats. Ebenjene Diskussion bezeichnet Böning als überzogen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts hatte die „Verwehungen von Sport- und Spielstätten“ als die drittrelevanteste Quelle für Mikroplastik in Deutschland eingestuft.

Den Bedenken bezüglich einer Verunreinigung der Umwelt mit Mikroplastik erteilt Volker Sternberg, Geschäftsführer der Firma Private Greens & Fibergrass aus Wildeshausen, eine Abfuhr. Seine Firma entwickelt seit 22 Jahren Kunstrasensysteme. „Das Mikroplastik entsteht lediglich bei ganz starker Nutzung durch Abrieb. Es wird angenommen, dass diese Partikel ins Erdreich gelangen – das ist durch den Aufbau der Plätze nicht möglich“, sagt Sternberg. „Die Feinstoffe bleiben im Kunstrasen“, ist er überzeugt.

So war Ende Juli dieses Jahres der Widerhall in den Medien groß, nachdem vermeldet wurde, die Europäische Union diskutiere über ein Verbot von Kunststoffgranulat auf Kunstrasenplätzen. Tatsächlich hatte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) geprüft, ob vom Gummigranulat, dass auf manchen Plätzen verfüllt ist, eine Gefährdung ausgeht. Eine mögliche Beschränkung ab 2022 stand im Raum.

Der Ausschuss für sozioökonomische Analysen (SEAC) der ECHA hat mittlerweile ein abschließendes Urteil gefällt. Die Empfehlung darin lautet, eine Höchstgrenze für acht Stoffe, die in Granulaten gefunden wurden, einzuführen. Bei dieser Analyse ging es jedoch darum, Stoffe im Granulat mit einem Höchstwert zu versehen, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Der Vorschlag betrifft jedoch keine bestehenden Felder, sondern nur das Granulat, welches zum Nachfüllen der Felder benutzt wird.

Untersuchung dauern an

Die Untersuchungen der ECHA, ob von den Granulaten eine darüber hinaus gehende Gefährdung durch Mikroplastik besteht, dauert weiter an. Der Beschluss einer möglichen Beschränkung wird für 2020 erwartet. Bis diese in Kraft tritt, dürfte noch weitere Zeit vergehen. Mehrere Studien waren zuvor bereits zu dem Schluss gekommen, dass das Kunststoffgranulat höchstens einen sehr geringen Anlass für Bedenken biete.

„Eine ähnliche Diskussion hatten wir vor Jahren schonmal“, erinnert sich der erste Vorsitzende der Spielvereinigung Berne, Jörg Beyer. „Wir haben damals beim Hersteller angefragt, der uns gesagt hat, dass alles unbedenklich sei“, so Beyer. Der Platz in Berne wird mit Quarzsand und Kunststoffgranulat aufgefüllt.

Auch der Platz im Poligras-Stadion in Brake ist mit Granulat und Quarzsand befüllt. „Wir haben von Anfang an nur mit Quarzsand nachgefüllt“, berichtet der Geschäftsführer des SV Brake, Hans Kemmeries. Dies sei auch spieltechnisch kein Problem. Kemmeries gibt an, dass man derzeit abwarte, wie sich die Sache weiter entwickle. Auch eine Umstellung auf alternative Füllstoffe wäre für ihn vorstellbar.

Dass eine solche Umstellung möglich ist, bestätigt Henning Hildener, der lange Zeit für den Kunstrasenhersteller Polytan tätig war. „Es ist möglich, das auf den Plätzen befindliche Granulat komplett auszutauschen, sollte dies notwendig sein“, berichtet der Delmenhorster.

Aufreinigung kostet

Nach Angaben des Landessportbundes koste eine solche Aufreinigung laut Böning allerdings rund 50 000 Euro. Innerhalb des Kreissportbundes habe es bereits Diskussionen gegeben, ob ein solcher Austausch notwendig sei.

Klar ist, dass der Landessportbund Niedersachsen sich bereits dazu entschlossen hat, den Bau von Plätzen die mit Kunststoffgranulat befüllt werden, nicht weiter finanziell zu fördern. Neue Plätze die hingegen mit Korkgranulat auf Naturbasis befüllt werden, sollen weiterhin gefördert werden. „In Gesprächen mit dem Landessportbund wurde zudem zugesagt, dass die bestehenden Plätze Bestandsschutz haben und weder abgerissen werden, noch umgebaut werden müssen“, erklärt Böning und fügt an: „Die Vereine sind froh, dass die Plätze weiter bespielt werden dürfen.

Daniel Schumann Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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