NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Weser: Den Dünen soll es an den Kragen gehen

19.05.2010

NORDENHAM Auf Hunderten von Bildern hat Heiko Freese festgehalten, wie sich der Weserstrand in Nordenham innerhalb von 32 Jahren veränderte. Vor allem die Verschlickung ist auf den vielen Fotos eindrucksvoll dokumentiert. Der pensionierte Schiffsbauer und Airbus-Betriebsrat kennt das Freizeitgelände zwischen Großensiel und Union-Pier wie kaum ein anderer. Als Kind hat der Stadtjunge dort die Nachmittage mit Bolzen und Baden verbracht; als Erwachsener richtete er sich und seiner Familie im Wohnwagen auf dem Gelände des Camping-Clubs Wesermarsch ein zweites Zuhause ein. Aufgrund seiner langjährigen Beobachtungen glaubt Heiko Freese zu wissen, wie sich das Schlickproblem lösen lässt: Er schlägt vor, die Dünen abzutragen und den Sand in die Weser zu schieben.

Einst ein fast ebener Strand

„Der Sand muss dahin zurück, wo er herkommt“, sagt Heiko Freese. Seiner Meinung nach ist die Anlandung der Schlickmassen in erster Linie auf die starke Neigung des Uferbereichs zurückzuführen. „Früher war der Strand fast eben“, erinnert sich Heiko Freese an die Nachkriegsjahre, „da haben wir Fußball drauf gespielt.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Die Entstehung der Dünen begann laut Heiko Freese erst um 1970, als infolge der Weservertiefung die Fließgeschwindigkeit zunahm und erste Uferabbrüche auftraten. „Da hat sich eine Abbruchkante gebildet, gegen die bei Ostwind und Ebbe der Sand aus der Weser geweht wurde“, sagt er. Die Sandaufwehungen türmten sich nach und nach zu Dünen auf.

Am zunehmend steilen Ufer bildeten sich nach Heiko Freeses Beobachtungen Vertiefungen, die sich bei Hochwasser mit Sedimenten füllten. Dieser Verschlickungsprozess sei durch den Bau der Buhnen in den 80er Jahren beschleunigt worden.

Dabei betont Heiko Freese allerdings, dass die Errichtung der Buhnen unumgänglich gewesen sei. Ohne diese Maßnahme gegen die Uferabbrüche „wären heute die Weserterrassen gefährdet“. Einen Rückbau der Schlengen hält er als Mittel gegen die Verschlickung für ungeeignet, weil seiner Ansicht nach die Wassertiefe für den erwünschten Durchspüleffekt zu gering ist.

Lagunen zum Baden

Heiko Freese regt stattdessen an, die Dünen teilweise zu entfernen. So könnten im Bereich der Weserterrassen zwei Lagunen geschaffen werden, in denen das Baden möglich wäre. Dieser Idee liegt die Überzeugung zu Grunde, dass es auf einem sehr flach geneigten Ufergelände kaum noch zu Schlickablagerungen kommen würde. „Die dann auftretenden Ablagerungen wären auf jeden Fall beherrschbar“, ist Heiko Freese überzeugt. Dass dafür die Strandpromenade verschwenkt werden müsste, betrachtet er nicht als ein entscheidendes Hindernis.

Bestätigt sieht sich Heiko Freese durch die Erfahrungen mit den bisherigen Dünendurchbrüchen bei Sturmfluten. In den betroffenen Bereichen habe sich weniger Schlick angesammelt als an den anderen Strandabschnitten. Heiko Freese verweist zudem auf das Jahr 1978, als der damalige Stadtdirektor Friedrich Knöppler die Düne vor den neu errichteten Weserterrassen öffnen ließ, um den Gästen einen freien Blick auf die andere Weserseite zu ermöglichen. Die Düne ist zwar längst wieder geschlossen. Aber laut Heiko Freese ist dort, wo damals der Sand in den Fluss geschoben wurde, auch heute noch vergleichsweise wenig Schlick an der Wasserkante anzutreffen.

Heiko Freese hofft, dass die Strand-Arbeitsgruppe des Stadtrates seine Anregung aufgreift. „Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert“, meint er.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2201
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.