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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Elsflether gewinnen, zittern und jubeln

08.05.2017

Wesermarsch Es ist der helle Wahnsinn: Die Handballer des Elsflether TB haben in buchstäblich letzter Sekunde den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft. Ausschlaggebend war am Samstag nicht nur der 23:16 (10:4)-Auswärtssieg bei der TSG Hatten/Sandkrug, sondern auch das 27:27-Unentschieden der HSG Delmenhorst gegen den TV Bissendorf/Holte. Der ETB und die HSG sind in der Abschlusstabelle punktgleich, aber die Elsflether haben das um vier Treffer bessere Torverhältnis und sicherten sich den rettenden viertletzten Rang. Enger geht es nicht.

Die Elsflether begannen in Sandkrug äußerst nervös. Nach zwölf Minuten hatten sie gerade einmal zwei Mal getroffen. Aber sie profitierten davon, dass beim Tabellen-Schlusslicht, das in dieser Saison ähnlich großes Verletzungspech wie die Elsflether hatte, auch nicht viel klappte. Dann nahm Rückraumspieler Markus Zindler das Heft des Handelns in die Hand. Bis zur Pause warf er alle seine sechs Treffer und zeichnete hauptsächlich für die 10:4-Halbzeitführung verantwortlich. Außerdem hatte Torhüter Marcel Völkers hervorragend gehalten.

Im zweiten Abschnitt verwalteten die Elsflether den Vorsprung. „Uns war klar, dass wir mit vier Toren Unterschied gewinnen mussten, um Delmenhorst noch abfangen zu können. Alles andere konnten wir nicht beeinflussen“, sagte Trainer Ulrich Adami. Vor allem Christopher Santen sorgte mit seinen Treffern für Beruhigung. Angefeuert von zahlreichen mitgereisten Fans brachten die Elsflether den Sieg locker über die Bühne.

Viel spannender verlief die Partie in Delmenhorst. Die HSG kämpfte sich nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand gegen den Vierten aus Bissendorf zurück ins Spiel und führte in der 53. Minute plötzlich mit 27:26. Die Gäste glichen kurz darauf aus, und noch waren knapp sieben Minuten zu spielen.

In Sandkrug war zu diesem Zeitpunkt schon Schluss, und alle Elsflether verfolgten den Live-Ticker aus Delmenhorst im Internet. Noch begehrter war aber der verletzte Tizian von Lien, der telefonisch mit seinem in Delmenhorst anwesenden Vater in Kontakt stand. Dann war es raus: In Delmenhorst fiel kein Treffer mehr – es blieb beim Remis, das gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt der Elsflether war.

Der Rest war Jubel pur. Die Elsflether tanzten durch die Sandkruger Halle – und wer wissen will, was anschließend in der Kabine los war, muss sich nur das Video auf der Facebook-Seite der Mannschaft anschauen. Wie gesagt: Jubel pur. Auch stark: Die Delmenhorster bewiesen Größe in der Niederlage und gratulierten dem ETB zum Klassenerhalt. Sollte die SG Varel/Altjührden doch noch den Klassenerhalt schafft in der Dritten Liga schaffen, blieben die Delmenhorst in der Oberliga.

ETB: Völkers, K. Danielzik – Santen (7/3), Zindler (6), Pille (5), Oberegger (2), van Dreumel (1), Bolte (1), B. Rußler (1/1), Mohr, Rambau, Wille.

Spielstationen: 2:2 (12.), 3:8 (24.), 4:10 (30.), 9:15 (38.), 16:20 (52.), 16:23 (60.).

Stimmen zum Klassenerhalt des Elsflether TB

Ulrich Adami (Trainer): „Wir sind alle froh, dass wir nach einer Saison mit so viel Verletzungspech doch noch die Klasse gehalten haben. Zwischendurch hatten wir eine kleine Durststrecke, aber mit Kampf und Einsatz haben wir es doch noch geschafft. Ein großes Lob gilt Jannes van Dreumel, Markus Zindler, Martin Wille, Lasse Pape, Justus Pille und Bastian Rambau. Sie alle hatten vor der Saison eigentlich kaum Aussicht auf viel Einsatzzeit. Aber bei den ganzen Verletzten sprangen sie immer wieder in die Bresche und machten ihre Sache ganz toll.“

Tizian von Lien (verletzter Linksaußen, der aber in Sandkrug mit auf der Bank saß): „Mein Vater war in Delmenhorst, aber ich hatte in Sandkrug keinen Handy-Empfang. Erst nachdem unser Spiel vorbei war, habe ich ihn telefonisch erreicht. Da waren dort noch 30 Sekunden zu spielen. Als er dann sagte, dass es da beim Unentschieden geblieben ist, haben wir nur noch gefeiert. Ich war seit November verletzt, und deswegen war es schwer, nicht eingreifen zu können. Gerade in den letzten Wochen habe ich extrem mitgefiebert. Auf der Bank ist man noch viel angespannter als auf dem Feld. Es ist wie eine Ohnmacht. Man will helfen, kann aber nicht. Es ist aber ja alles gut ausgegangen.

Robert Mohr (Rechtsaußen): Es war einfach ein geiles Gefühl. Nach dem Schlusspfiff in Sandkrug hatten wir unsere Hausaufgaben erledigt. Jetzt hing alles am Ergebnis in Delmenhorst. Wir waren extrem angespannt, aber dann sagte jemand, dass dort das Spiel vorbei sei. Da kannte der Jubel natürlich keine Grenzen mehr. Weil ich in der nächsten Saison kürzer treten werde, freue ich mich um so mehr. Als Absteiger hätte ich nicht aufhören wollen. Schönen Dank auch an die Bissendorfer. Für sie ging es in Delmenhorst um nichts mehr, sie haben das Spiel aber trotzdem nicht abgeschenkt.

Kevin Danielzik (Torhüter): Das war hoch dramatisch. Wir alle standen nach dem Schlusspfiff in einer Traube um Tizian von Lien herum, der ja mit seinem Vater in Delmenhorst telefonierte. Dann war es eine riesige Freude, als feststand, dass wir weiter in der Oberliga spielen dürfen. Durch unsere ganzen Verletzten haben wir diese Saison mit beschränkten Mitteln bestritten, unser Ziel Klassenerhalt aber trotzdem geschafft.


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