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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Esenshammer Fußball ins Rollen gebracht

13.08.2019

Esenshamm Es hätte alles ganz anders laufen können. Womöglich hätte Siegfried Adamietz den Sportverein Nordenham nie verlassen, wenn es damals nicht zu dem Zoff im Vorstand der Fußballsparte gekommen wäre. Hätte, hätte... Tatsache ist, dass der Ärger um die Bandenwerbung vor 37 Jahren dazu führte, dass Siegfried Adamietz den Posten als Spielausschuss-Obmann im SVN niederlegte und sein Glück woanders suchte. Zunächst heuerte er als Trainer beim SV Kleinensiel an, der Anfang der 80er-Jahre die Fußballszene in der Wesermarsch aufmischte. Dann wechselte er zum TV Esenshamm. Das war 1987. Seitdem ist der Fußballsport in Esenshamm so eng mit dem Namen Adamietz verbunden wie Golf und Passat mit Volkswagen. Von einem Lebenswerk zu sprechen, ist da bestimmt nicht übertrieben. Umso härter trifft es den 69-jährigen Nordenhamer, dass er sich jetzt zurückziehen muss, weil seine Gesundheit das erfordert. „Ich habe keine Wahl“, sagt Siegfried Adamietz, „es geht nicht mehr.“

Notbremse gezogen

Vielleicht hätte er bis zum September warten können. Dann kommt der von ihm gegründete Verein Schwarz-Rot Esenshamm zur Jahreshauptversammlung zusammen. Aber auch mit Rücksicht auf seine Frau sah sich Siegfried Adamietz gezwungen, schon jetzt die Notbremse zu ziehen. Das bedeutet, dass SR Esenshamm mit sofortiger Wirkung seinen 1. Vorsitzenden und wichtigsten Mäzen verliert. Das wiederum hat die der Bezirksliga-Mannschaft vom Punktspielbetrieb zur Folge. Durch diese Maßnahme steht SRE als erster Absteiger der gerade gestarteten Saison 2019/20 fest. In der vergangenen Woche hat Siegfried Adamietz „schweren Herzens“ die Mannschaft über seine Entscheidung und die damit verbundenen Konsequenzen informiert.

Vier Jahre nach seinem Einstieg als Trainer wurde Siegfried Adamietz 1991 zum Fußballspartenleiter im TV Esenshamm gewählt. „Nach und nach haben wir viel aufgebaut“, sagt er. Dabei denkt Siegfried Adamietz zum Beispiel an die Tribüne, das Vereinsheim und den Trainingsplatz. Das Sportgelände neben der ehemaligen Esenshammer Schule ist zu seinem zweiten Zuhause geworden. „Da hängt mein Herzblut dran.“

Zum Bruch mit dem Turnverein Esenshamm kam es aus finanziellen Gründen. Dem Vereinsvorstand war die Fußballsparte schlichtweg zu teuer. Daher verließen die Kicker den TVE und hoben im September 2015 ihren eigenen Club aus der Taufe: SR Esenshamm.

Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem das Kapitel Adamietz bei SRE endet, erzielten die Schwarz-Roten große Erfolge. Sie holten die Titel bei der Stadt- und der Kreismeisterschaft im Hallenfußball und schafften den Aufstieg von der Kreisliga in die Bezirksliga.

In den 32 Jahren als Mr. Fußball in Esenshamm hat Siegfried Adamietz alle Höhen und Tiefen mitgemacht, die das Vereinsleben bieten kann. Er musste auch zur Kenntnis, wie sich die Einstellung junger Leute zu dem Sport verändert hat. Dass gleich mehrere Kicker sich ausgerechnet zum Saisonauftakt in den Urlaub verabschieden, hätte es früher nicht gegeben. Jedenfalls nicht auf Bezirksliga-Niveau. Das wurmt den alten Haudegen. Deswegen schwang auch ein bisschen Unzufriedenheit mit, als sich Siegfried Adamietz zum Rückzug entschloss. „Ich erwarte, dass in so einem kleinen Verein alle mitziehen“, sagt er. Siegfried Adamietz ist ein Mann mit Ecken und Kanten, der mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält.

Wie soll es ohne ihn mit dem Fußball in Esenshamm weitergehen? Zunächst drohte die Auflösung von SR Esenshamm, aber inzwischen ist eine Lösung in Sicht. Die heißt Bünyamin Kapakli. Der 37-jährige Nordenhamer spielt seit 1999 in Esenshamm Fußball und hat Siegfried Adamietz immer die Treue gehalten. Aus dieser Verbindung heraus hat er sich bereit erklärt, bei SRE das Ruder zu übernehmen. Er möchte dafür sorgen, dass der Verein in der nächsten Saison wieder am Start ist, und hofft dabei auf viele Unterstützer.

Für den Neuanfang in der Kreisliga 2020/21 will Bünyamin Kapakli ein Team aufbauen, in dem er auch selbst dabei ist. Als Kicker sowieso, eventuell auch in Doppelfunktion als Spieler und Trainer. Zudem stellt er sich für das Amt des Vereinsvorsitzenden zur Verfügung. „Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, freut sich Siegfried Adamietz, dass der Verein seines Herzens vielleicht noch eine Zukunft hat.

Verband entscheidet

Allerdings gibt es noch ein Problem. Es hängt von der Entscheidung des Fußballverbandes ab, ob SRE in der nächsten Serie in der Kreisliga spielen darf oder womöglich der untersten Kreisklasse zugeordnet wird. Dann wäre Bünyamin Kapakli raus. „Kreisliga oder gar nicht“, sagt er.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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