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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Flüchtlinge stärken den Sport

22.05.2017

Rodenkirchen „Ein Verein ist mehr als eine Dienstleistungsorganisation. Ein Verein ist eine Gemeinschaft, die über die Sportausübung hinaus zusammenhält.“ So begründete Kreissportbund-Vorsitzender Wilfried Fugel die Auszeichnung für die Sportvereine ESV Nordenham und TuS Jaderberg.

 Neue Wege beim ESV

Beim Kreissporttag am Freitagabend in der Rodenkircher Markthalle überreichte Fugel dem Eintracht-Sportverein Nordenham eine Urkunde für einen außergewöhnlichen Vorgang. Im August 2016 sind zwei Fußballer des ESV überraschend verstorben, einer während des Spieles seiner 3. Mannschaft. Für den Tag nach der traurigen Nachricht war das Kreisklassen-Pokalspiel der zweiten gegen die dritte Mannschaft des ESV angesetzt.

Der Verein wählte nicht den üblichen Weg der Spielabsage, Traueranzeigen und Totenehrung bei der nächsten Jahreshauptversammlung, sondern lud „in einem Akt der Solidarität“ zum Pokalspiel ein. 150 Zuschauer, so Fugel, kamen, „um den Hinterbliebenen zu zeigen, was Kameradschaft und Vereinsleben ausmacht“.

Alle zwei Jahre ehrt der Kreissportbund (KSB) Wesermarsch verdiente Vereine und Funktionäre. Kriterien für die Vereinswürdigung sind besonders vielfältige Sportangebote ebenso wie gelungene Integration und Mitgliederzuwächse. Diese Voraussetzungen erfüllt der TuS Jaderberg, der der zweite mit Urkunde und Scheck ausgezeichnete Verein war.

 Lernen vom TuS

Der TuS Jaderberg hat sich besondere Verdienste bei der Integration ausländischer Mitbürger erworben. „Sowohl in der Badminton-Mannschaft als auch im Fußball haben sich einige Asylbewerber einen festen Platz erspielt“, nannte Wilfried Fugel ein Beispiel für die vielfältigen Bemühungen. Michael Rettberg stellte den 97 Sporttag-Besuchern seinen Verein kurz vor.

Am Bundesturnfest Anfang Juni in Berlin nimmt der TuS Jaderberg mit 31 Sportlerinnen und Sportlern teil, darunter 15 Flüchtlinge. Da, wie Rettberg ausführte, diese Neubürger in der Regel nicht schwimmen können, organisierte der Verein – zusammen mit anderen örtlichen Organisationen – Schwimmkurse.

Auch von einer im Landkreis bisher unüblichen Kooperation zwischen Sportverein und gewerblicher Physiopraxis profitieren die Asylbewerber. Ohnehin vom Vereinsbeitrag befreit, müssen sie nur einen geringen Beitrag im Fitnessstudio bezahlen. Auch für die Vereins- und Fitnessstudiomitglieder zahlt sich diese Kooperation aus. Der Beitrag wird nur einmal fällig für beide Einrichtungen.

Mit dem Engagement bei der Integration erschöpfen sich die herausragenden Leistungen im TuS Jaderberg noch nicht. Die enge Kooperation mit den Schulen vor Ort schlug sich in einem Erfolg beim Schulsportabzeichen-Wettbewerb im Landkreis nieder. Die Grundschule wurde bei den Klassen 1 und 2 Kreissieger. Hohe Teilnehmerzahlen bei Seniorensport-Angeboten und eine acht bis neun Mal jährlich erscheinende Vereinszeitung runden das Bild eines sportlich und gesellschaftlich erfolgreichen Vereins ab.

 Leben für den Sport

„Für ein Leben für und mit dem Sport“ zeichnete Wilfried Fugel Reiner Gebauer aus Abbehausen aus. Gebauers beeindruckende Fußballer-Karriere begann beim TV Eckwarden. Bereits mit 17 spielte der heute 75-Jährige in der ersten Mannschaft des ESV Nordenham, wechselte später zum TuS Einswarden und danach zum TSV Abbehausen, dem er seit 1971 angehört. Trainerjahren in Einswarden, Nordenham und Burhave folgt ehrenamtliche Arbeit, der die Ehrung galt. Von 2002 bis 2012 war Reiner Gebauer Fußballspartenleiter und seit 2005 ist der pensionierte Polizist Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit im TSV Abbehausen. Im Fußball-Kreisverband Wesermarsch gehörte er zwölf Jahre lang dem Kreisjugendausschuss an, seit 2006 ist Reiner Gebauer Beisitzer im Sportgericht.

 Orte sozialer Kultur

Als Ehrengäste begrüßte der Kreissportvorsitzende stellvertretenden Landrat Uwe Thöle, Bürgermeister Klaus Rübesamen und die Vorsitzende des KSB Ammerland, Monika Wiemken. Uwe Thöle nannte die Sportvereine „Orte sozialer Kultur, sie führen Menschen zusammen“. Bürgermeister Rübesamen bezeichnete den Sport als „einen Alleskönner nicht nur für Kinder und Jugendliche. Er holt auch ältere Menschen aus ihrer Isolation“.

 Über die Referate bei der Versammlung berichtet die NWZ noch.

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