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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Ausstellung: Frisch, fromm, fröhlich, vaterländisch

16.04.2010

NORDENHAM Über dem Eingang der Jahnhalle sind sie noch zu sehen: die vier F. Sie stehen für Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei. Das war das Motto der deutschen Turnbewegung im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert – und es ist der Titel der neuen Ausstellung im Museum, die am Sonntag, 18. April, um 11 Uhr eröffnet wird. Thema ist die Sportgeschichte in Nordenham.

Julian Strauß hat sie aufbereitet. Der 27-jährige gebürtige Bremer arbeitet seit Oktober im Museum mit. In Göttingen hat er unter anderem Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Sportwissenschaften studiert, und deshalb lag das Thema für ihn nahe. Nach dem Ende seines Studiums absolviert er im Musealog-Projekt eine achtmonatige Qualifizierung zum Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen, deren praktischer Teil im Museum Nordenham stattfindet.

Die zentrale Frage der Ausstellung lautet: Weicht die Nordenhamer Sportgeschichte von der allgemeinen Sportgeschichte ab? Julian Straußens Antwort nach fünf Monaten Recherche: nein. Diese Antwort kann er auch deshalb geben, weil die für diese Region typischen Sportarten Klootschießen und Boßeln in der Ausstellung nicht vorkommen. „Das würde zu weit führen“, sagt der Museumsleiter Dr. Timothy Saunders. Aber Schleuderball als typisch norddeutsches Turnspiel ist vertreten.

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Nur für Männer

Der älteste Sportverein im Stadtgebiet wurde 1861 unter dem Namen Männerturnvereinverein (MTV) Abbehausen gegründet. Heute heißt er Turn- und Sportverein (TSV). Das ist keineswegs doppelt gemoppelt, wie die Ausstellung lehrt: Turnen und Sport ist nicht nur nicht dasselbe, Turner und Sportler waren früher sogar verfeindet.

Am Anfang waren die Turner. Sie strebten neben der körperlichen auch die geistig-moralische Ertüchtigung an und sehnten sich nach einem autoritär geführten deutschen Einheitsstaat, wie er 1871 im wilhelminischen Kaiserreich entstand. Frauen waren bei ihnen ausdrücklich unerwünscht. Die Sportler dagegen streben nach individueller Leistung, Wettkampf und Rekorden und treten auch gerne als Zuschauer und Käufer von Sportbekleidung in Erscheinung. Die Sportbewegung erlebte in der Weimarer Republik einen großen Aufschwung – auch in Nordenham.

Vereine für Arbeiter

Ein Beispiel dafür ist die 1920 gegründete Sportabteilung „Hansa“ der Freien Turner Nordenham, die wiederum 1904 als Arbeiterturnverein aus der Taufe gehoben worden waren. Der Arbeitersport – bekannt war auch der 1906 gegründete Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität –, der Betriebssport und die Frauen im Sport – 1907 gründete der Nordenhamer Turnerbund (NTB) die erste Frauenriege – sind weitere Themen der Ausstellung.

Julian Strauß hat – unterstützt von der Musealogin Ayken-Konstanze Spura und den ehrenamtlichen Museums-Mitarbeitern Horst Höpken und Menno Jelten – Bilder, Dokumente und alte Sportgeräte zusammengetragen. Zu den Dokumenten gehört die Gründungsurkunde des Atens-Nordenhammer Turnvereins von 1880, zu den Geräten zwei historische Tennisschläger, ein alter Schleuderball und ein Florett, wie es einst auf dem Fechtboden des Gymnasiums eingesetzt wurde.

Fündig wurde Julian Strauß in den Archiven des Museums und des Rüstringer Heimatbundes und bei den Sportvereinen – beispielsweise bei Horst Peine vom Butjadinger Turnerbund, Edlef Jessen vom Blexer Turnerbund, Annemarie Hadeler vom Sportverein Nordenham, Erwin Schiereck vom Turnverein Schweewarden, Lenchen Gericke vom Nordenhamer Ruderclub und bei Karl-Heinz Osterwohldt, der die Geschichte des Wassersports in Nordenham dokumentiert.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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