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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Tischtennis: Angriffsspezialist auf Topniveau

26.01.2019

Großenmeer /Elsfleth Einst ist er zum TV Hude gewechselt, um als Tischtennisspieler seine Spielstärke zu verbessern. Das ist Pierre Barghorn aus Großenmeer gelungen. Der 20-jährige Linkshänder ist mit einem QTTR-Wert von 1882 der spielstärkste Akteur der Wesermarsch.

Für seinen sportlichen Werdegang war ein Mensch maßgeblich verantwortlich: „Arne Osterthun hat viel dazu beigetragen“, sagt Barghorn. Zusammen mit seinem Freund und Nachbarn ging er als Steppke in die Großenmeerer Sporthalle. Dort versuchten beide zunächst, den Zelluloidball von der einen Tischhälfte auf die andere Seite zu bringen.

Aber die beiden wollten mehr. Sie wurden auf die Spieleinheiten beim Nachbarverein TTG Jade des Lizenz-Übungsleiters David Zivku aufmerksam. Sie entschlossen sich dazu, dort zu trainieren, spielte doch auch Barghorns Mutter Petra in der Tischtennis-Abteilung der TTG.

Mit viel Trainingsfleiß stellten sich bald die ersten Erfolge ein. Als Elfjähriger wurde Barghorn Kreismeister der B-Schüler. „Ich habe im Finale gegen Josif Radu gewonnen“, erinnert sich Barghorn. Radu ist jetzt der Leistungsträger des TTC Waddens in der Bezirksliga. „David Zivku ist ein Taktikfuchs“, sagt Barghorn. „Ich traf auf Gegner, die spielerisch noch besser waren. Aber ich konnte Davids Vorgaben gut umsetzen und habe meine Gegner mit meiner Taktik geschlagen.“

Tischtennis-Verbot

Zivku besuchte mit seinen Schützlingen Workshops bei Werder Bremen, in Geestemünde und in Bremerhaven. In den Ferien stand Barghorn fast jeden Tag an den Tischen in der Mentzhauser Mehrzweckhalle. „In den Sommerferien habe ich zwei Wochen Tischtennis-Verbot von meiner Mutter bekommen“, sagt Barghorn. Petra Barghorn erklärt die Maßnahme. „Er sollte nicht vom Tischtennis überrollt werden.“

Die TTG-Schüler spielten in der Bezirksliga und wurden im Mai 2013 sensationell Landesmeister. Zum Team zählten neben Barghorn auch Arne Osterthun, Arne Schwarting und Philipp Tran. Bei der Deutschen Meisterschaft belegten sie Platz sieben in Usingen (Frankfurt am Main). Ein weiterer großer Erfolg Barghorns war der Gewinn der Bronzemedaille bei der Landesmeisterschaft im Dezember 2012 in seinem zweiten Jahr als A-Schüler.

Zur Saison 2013/14 wechselte er zum TV Hude. Die Jader Jungen gingen ihren Erfolgsweg weiter und spielten in der Saison 2014/15 in der Niedersachsenliga.

Für den damals 14-Jährigen war es ein riesiger Sprung von der Jungen-Bezirksliga (35:1 Bilanz) in die Huder Zweite, die in der Verbandsliga spielte. Dort wurde er gleich ins kalte Wasser geworfen. Barghorn erinnert sich an seinen ersten Auftritt. „Ich war nervös. Die Hände waren kalt, und ich hatte kein Ballgefühl.“ Deshalb ließ er in der Pause warmes Wasser über die Finger laufen.

Nach der ersten Hinrunde standen acht Einzelniederlagen in elf Spielen zu Buche. Das ungewohnte Gefühl des Verlierens kratzte an seinem Selbstvertrauen. „Das hat sehr an mir genagt. Ich habe meine Leistung nicht abgerufen und irgendwie keinen Sprung mehr gemacht“, sagt er.

In der Rückrunde lief es mit immerhin acht Siegen in 14 Partien besser. Ein Wendepunkt war der Herbst 2014. Barghorn ließ sich von einem Physiotherapeuten behandeln. Danach machte er den ersehnten großen Sprung. „Ich war vorher nicht fit. Ich hatte mir die Schulter gezerrt und das wochenlang einfach laufen lassen.“

Das Jahr 2015 war ein gutes Jahr für den Sportler Barghorn. Der 16-Jährige zog ins Finale des Internationalen Hundsmühler Turniers ein und gewann die Vize-Landesmeisterschaft der Jungen. Er musste sich nur dem Topfavoriten Cedric Meissner in fünf Sätzen geschlagen geben. Meissner ist amtierender Deutscher Jugendmeister und spielt im Zweitliga-Team des TuS Celle.

Kapitän beeindruckt

Der Huder Kapitän Felix Lingenau war beeindruckt: „Es war eine Leistungsexplosion. Pierre hat unfassbare Angriffsschläge. Nur an seiner Beinarbeit muss er arbeiten.“

In der Saison 2017/18 wartete die nächste sportliche Herausforderung auf Barghorn. Der Großenmeerer etablierte sich als Stammspieler in der Huder Ersten. Die Huder spielten in der Oberliga. „Damals war das Niveau besonders hoch – mit einem durchschnittlichen QTTR-Wert von 2040. An diesen Wert kam keiner in unserem Team heran“, sagt Barghorn.

Der Abstieg war deshalb keine Überraschung. Er selbst hatte eine Bilanz von acht Siegen und 15 Niederlagen. „In der Oberliga war mit den Koppelspieltagen das Wochenende weg. Wir hatten aber eine megagute Stimmung im Team.“ Barghorn betont: „In Hude fließt kein Geld für die Spieler.“

In der Mannschaft stand auch der Ire Ryan Farrell, der auch schon mal bei Pierre übernachtete. Die Huder haben eine Kooperation mit dem irischen Verband geschlossen.

In Hude wurde dreimal in der Woche trainiert. Als Schüler musste Barghorn in Großenmeer in den Bus steigen und mit dem Zug von Oldenburg nach Hude fahren. Abends holte seine Mutter ihn schon mal aus Oldenburg ab.

Im vorigen Jahr entschied sich Barghorn, einen anderen sportlichen Weg einzuschlagen. Seine Ausbildung zum Einzel-Handelskaufmann bei einem Bekleidungsunternehmer in Moorriem hatte begonnen. Er stellte sich die Frage, ob er mit dem Tischtennisspielen etwas kürzer treten und in einer unteren Mannschaft in Hude spielen sollte.

Doch dann kam wieder Arne Osterthun ins Spiel. „Wäre Arne nicht in Elsfleth gewesen, dann hätte ich den Verein nicht gewechselt“, sagt Barghorn. „Ich war in Hude sehr zufrieden mit der Unterstützung und der Motivation.“ Doch er ging zum ETB. 

Damit spielen jetzt drei Großenmeerer in Elsfleth: Pierre Barghorn, Arne Osterthun und Christian Schönberg. Sie wohnen keine 200 Meter von einander entfernt.

Die Hinrunde der Elsflether als Aufsteiger in der Bezirksoberliga sei gut verlaufen, meint Barghorn. In der Liga treffe er auch auf spielstarke Gegner. Unter anderem spielt sein gleichaltriger Weggefährte Lenard Budde für Emden. Budde blieb in der Hinrunde unbesiegt. Auch in der Bezirksoberliga geht’s zur Sache – auf hohem Niveau.

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