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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Grossensieler Hafen: Wenn die Skipper Frühlingsluft wittern

19.05.2018

Grossensiel Der Frühling hat dem Großensieler Sportboothafen wieder Leben eingehaucht. Sechs Vereine haben auf dem von einem Schilfgürtel umgebenen Gelände ihr Zuhause. Über die im Jahre 2016 neu erbaute Kran-/Slipanlage haben die Mitglieder in gemeinsamer Arbeit ihre Yachten, Jollen und Motorboote ins Wasser gehievt, um in diesem Jahr wieder weit und nahe gelegene Ziele anzusteuern.

Sechs Vereine, die unter dem Dach der Nordenhamer Sportboothafengemeinschaft (NSG) zusammengefasst sind, teilen sich das Gelände: der Segelclub Nordenham (66 Liegeplätze), die Wassersportvereine Blexen (44 Liegeplätze) und Nordenham (48 Liegeplätze), der Sportbootverein Nordenham (40 Liegeplätze), der Wassersportclub Nordenham (24 Liegeplätze) und die Steggemeinschaft Bremen (26 Liegeplätze). Bis auf den Nordenhamer Sportbootverein, der 1990/91 seinen Steg in der Südostecke des Areals angelegt hatte, haben die anderen Vereine beim Bau des 1983 eröffneten Sportboothafens mitgewirkt.

An der Südostseite der Deutschen Bucht mit ihrem starken Schiffsbetrieb münden Elbe, Weser und Jade in die Nordsee. Die Jade hat dabei mit etwa 20 Metern die größte tidenunabhängige Tiefe, gefolgt von Weser (12,8 Meter) und Elbe (12,7 Meter). Eine rot-weiß gestreifte Schlüsseltonne bei Weser-Kilometer 85,248 weist der Schifffahrt den Weg mit einem 2,3 Seeknoten starken Flutstrom über das Hauptfahrwasser „Neue Weser“ flussaufwärts. Leuchttürme bis zu 29 Meter Höhe mit elektronischen Navigationshilfen dienen zudem als Richtfeuer und Positionshilfe. Die Schlüsseltonne, die bereits 1664 ausgelegt wurde, trägt in der Wesermündung den Beinamen Bremer Tonne. Im Fahrwasser gilt weltweit ein Rechtsfahrgebot.

Das Fahrwasser der Weser schneidet einen Weg durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit der Robben- und Tegeler Plate. Der Naturschutz ordnet das Areal in der Deutschen Bucht in drei Zonen, in das unter anderem ein Trockenfallen mit kleinen Booten nicht überall erlaubt ist. Auch darf im Schutzgebiet die Geschwindigkeit von zwölf Knoten nicht überschritten werden. Auf die Erhaltung der Tierwelt im Wattenmeer wird besonders geachtet.

Kilometriert zur Orientierung ist die Unterweser ab Bremen-Hastedt flussabwärts. Bei Kilometer 55,81 liegt das Großensieler Hafenbecken mit seinem Ober- und Unterfeuer als Richtzeichen für die Schifffahrt. Das Hafenbecken dort ist tideabhängig. Seit 1983 ist durch die Hafeneinfahrt die Zufahrt zum Gelände der Nordenhamer Sportboothafengemeinschaft möglich.

Gemeinschaft legt viel Wert auf Jugendarbeit

Auf dem Grundstück stehen neben einigen Bootshallen unter anderem ein Clubhaus, ein Bootskran, eine Grillhütte und ein Kinderspielplatz. „Den Spielplatz werden wir in diesem Jahr sogar noch erweitern“, sagt der NSG-Vorsitzende Stefan Schreiber. Überhaupt legt die NSG in Großensiel großen Wert auf die Jugendarbeit. Für die seetechnische Ausbildung ist die insgesamt 452 Kilometer lange Weser mit ihrer bis zu 2,5 Seemeilen starken Strömung vor der Haustür wie geschaffen. „Wenn alle sechs Vereine Jugendarbeit nebeneinander her betrieben, würde das wenig Sinn machen“, sagt Stefan Schreiber. Mit Hauke Curth und Patrick Eilers stehen erfahrene Segler zur Verfügung, die immer montags Kurse für Kinder und Jugendliche anbieten. Hauke Curth würde sich freuen, wenn die Segel-AG des Nordenhamer Gymnasiums mit ihren 16 Jollen vom Seenpark Blexersande zum Hafen nach Großensiel umzieht. „Bei uns herrschen auf dem Wasser bessere Winde fürs Segeln“, sagt er.

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Susanne Krautwald bietet Kurse für Erwachsene immer mittwochs im Hafenclubhaus an. Unter der Leitung von Alwin Göhring vom Segelclub Nordenham kann der Segelbootschein erworben werden. „Dieser Schein ist bei Booten mit einer Leistungsstärke über 15 PS erforderlich. Bei Booten mit weniger PS-Stärke ist es ratsam, ein Zertifikat für das Führen von Segelbooten zu erlangen“, erzählt Alwin Göhring. Zum Unterricht gehören neben der Theorie vier Stunden Praxis einschließlich Nachtfahrt und Schleusendurchfahrt im Fischereihafen Bremerhaven. Die Kursmitglieder müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Der Wassersportverein Nordenham bietet neben dem Segelsport einmal die Woche Kurse mit Paddelbooten an. Ausbilder Peter Thierer sagt: „Unsere sechs Boote zur Ausbildung sind bis zu sechs Meter lang. Im Winter trainieren wir auch im Hallenbad am Luisenhof.“ Gut trainierte Kanufahrer schaffen die Strecke bis nach Helgoland übrigens an einem Tag.

Manfred Bartels war viele Jahre Vorsitzender des Wassersportvereins Nordenham. Er schätzt auch die Geselligkeit: „Dazu gehört im Winter auch das gemeinsame Werkeln in unserer Halle an den Booten.“

Wer bei den Kursen auf die Weser hinaus will, muss für mindestens ein Jahr der Sportboothafengemeinschaft beitreten, und zwar aus Haftungsgründen, wie Stefan Schreiber erklärt. Danach ist der Beitritt zu einem der sechs Vereine jederzeit möglich. Schwimmwesten sind auf jedem Boot Pflicht. Nicht so eine Funkanlage. „Natürlich ist es ratsam, am Bord funktechnisch erreichbar zu sein“, sagt Alwin Göhring. „Ansonsten ist es nur mit Leuchtsignalen möglich, bei einer Notlage auf sich aufmerksam zu machen.“

An den Ufern der Weser stehen an verschiedenen Stellen Sendemasten, die nautische Warnmeldungen durch die Küstenfunkstelle in Bremerhaven ausstrahlen. Das Benutzen einer Leuchtpistole setzt in der Schifffahrt einen Kurs für den Umgang mit Pyrotechnik voraus. Ein Handy kann auf See nicht genutzt werden, weil die Mobilfunknetze das Meeresgebiet nicht abdecken.

Andreas Minssen vom Wassersportverein Blexen erläutert die Schiffstaufe: „Auf den Rumpf wird zumeist Sekt geschüttet und dem Boot ein Name gegeben.“ Im vergangenen Jahr gab es gleich fünf Taufen bei den Blexern an einem Tag. Andreas Minssen stellt klar: „Aus Gründen des Umweltschutzes wird kein Glas bei der Taufe geworfen.“ Teils booten die Blexer ihre Schiffe noch beim Blexer Fähranleger ein. „Diese Schiffe sind für den Kran im Sportboothafen zu groß“, sagt Andreas Minssen.

Grüne und rote Markierungen an allen Steganlagen lassen fremde Schiffsführer wissen, ob ein Liegeplatz im Großensieler Hafen frei ist. Bootsführer, deren Verein Mitglied im Bremer Freihafenverbund ist, müssen keine Liegegebühren zahlen. Anderenfalls hat jeder Verein seinen Stegwart, der die Gebühren abkassiert.

Olaf Hamann, Vorsitzender der Steggemeinschaft Bremen, sagt: „Wir Hansestädter fühlen uns hier im Nordenhamer Sportboothafen rundum wohl. Viele Bremer suchen mit ihren Booten feste Liegeplätze an der Nordsee.“ Zwischenzeitlich hatte der Vorstand des Fachverbandes Segeln in Bremen die Verträge mit der NSG gekündigt, und der Fortbestand der 88 Meter langen Steganlage in Großensiel stand in Frage. Die Lösung war die Gründung eines eigenen Vereins. „Wir nennen uns jetzt Seelüüd Bremen e.V. und haben bereits die ersten neuen Segler auch aus der Wesermarsch in unseren Reihen“, freut sich Olaf Hamann.

30 000 Euro für Schlickbeseitigung

Der Tidenhub der Weser beträgt im Normalfall 4,1 Meter. Bei tiefster Ebbe können die Segler mit einem Ballastkiel den Bootshafen in Großensiel nicht verlassen. Die Unterhaltung der Hafenanlage ist nicht billig für die Vereine. „30 000 Euro Euro müssen wir jährlich für die Schlickspülung mit einem Wasserbagger aufbringen,“ sagt Stefan Schreiber.

Ausgenommen hiervon ist die winterfeste Steganlage des Nordenhamer Sportbootvereins. Vorsitzender Gerold Ihnen sagt: „Bei uns hat der Zufall ergeben, dass unsere Mitglieder zumeist Motorboote besitzen. Zurzeit nutzen wir von unseren gut 35 Liegeplätzen an unserer 205 Meter langen Steganlage 26 Plätze.“

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