• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Interview: „Spielsituationen stehen im Mittelpunkt“

13.02.2018
Rainer Müller ist Vorsitzender des Ausschusses für Qualifizierung des Niedersächsischen Fußballverbands im Landkreis Wesermarsch. Der 65-jährige Jaderberger ist Inhaber einer gültigen Trainer-B-Lizenz. Im vergangenen Herbst hat er überdies den Lehrgang zum Erhalt des „DFB-Ausbilder-Zertifikats“ abgeschlossen. Es soll die Arbeit der Lehrkräfte in den Vereinen und Verbänden erleichtern. Die Lerneinheiten behandelten die Themenbereiche Lehr- und Lernverständnis sowie Methoden-, Medien- und Sozialkompetenz.
Frage: Herr Müller, am kommenden Sonntag messen sich sechs verschiedene Auswahlen des Jahrgangs 2008 während eines Sichtungsturniers in Jaderberg. Die Wesermarsch ist der kleinste Fußball-Kreis, der teilnimmt. Ist das Team konkurrenzfähig?

Müller: Na klar. Wir haben die Spielerinnen und Spieler in Brake gesichtet – und ich muss sagen: Die Trainer Joachim Bürger und Michael Morisse werden eine Mannschaft aufs Feld schicken, die auch in der Breite wirklich gut ist.

Frage: Die Talente der Wesermarsch brauchen sich also nicht hinter denen der anderen Kreise zu verstecken?

Müller: Natürlich nicht. Mit dem 2005er Jahrgang sind wir in der Halle zum Beispiel Zweiter im Bezirk Weser-Ems geworden. Vor uns stand nur das Team des Jugendleistungszentrums Osnabrück.

Frage: Und das ist im eigentlichen Sinne gar keine Auswahl eines Fußball-Kreises.

Müller: Richtig! Aus unserem 2005-er Jahrgang haben gleich fünf Spieler den Sprung zum Stützpunkt Lehmden geschafft. Daran sieht man, dass es unglaublich wichtig ist, die Kinder und Jugendlichen auch in der Breite zu fördern. Ansonsten gehen sie dem Sport oder den Vereinen verloren. Sie müssen die Möglichkeit haben, in ihrer unmittelbaren Nähe in einer Auswahl zu trainieren.

Frage: Die Auswahlen treffen sich im Zwei-Wochen-Rhythmus ein Mal zu einer Trainingseinheit. Die Grundlagenarbeit wird von den Vereinstrainern und -trainerinnen geleistet. Demnach ist die Qualität auf diesem Gebiet in der Wesermarsch also vergleichsweise hoch?

Müller: Das ist schwer zu beurteilen. Fakt ist: Es gibt Talente, und die bleiben zunächst einmal auch Talente – unabhängig davon, wer sie trainiert.

Frage: Bis auf wenige Ausnahmen können die Trainer und Trainerinnen der Kinder- und Jugendmannschaften in der Wesermarsch nur zwei Einheiten pro Woche anbieten. Wo sollte der Schwerpunkt liegen?

Müller: Die Trainer und Trainerinnen sollten versuchen, den Kindern überdauernd den Spaß am Fußballspielen zu vermitteln. Wenn etwas Spaß macht, läuft es auch besser. Man muss die Leidenschaft und die Lust am Spiel entwickeln

Frage: Und wie klappt das am Besten?

Müller: Im Mittelpunkt des Trainings sollten Spielsituationen stehen. Es bringt nichts, Übungen aneinanderzureihen. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Frage: Wie läuft das im Training konkret ab?

Müller: Indem man die Kinder und Jugendlichen immer wieder mit kleinen Spielformen konfrontiert – wie dem Drei-gegen-drei oder dem Vier-gegen-vier. Und natürlich ist auch das Eins-gegen-eins sehr wichtig.

Frage: Geübt wird gar nicht mehr?

Müller: Doch, doch. Wenn es nötig ist, sollten die Trainer die Spielformen unterbrechen und Verbesserungsvorschläge machen. Selbstverständlich ist es auch wichtig, Techniken zu vermitteln. Aber das sollte im Wechsel passieren – mit einem eindeutigen Schwerpunkt auf den spielerischen Elementen.

Frage: Von welchem Alter an sollte die Taktik eine Rolle spielen?

Müller: Die Spieltaktik ist erst ab der D-Jugend vermittelbar. Aber natürlich ist es auch schon in der E-Jugend wichtig, den Kindern eine Grundordnung beizubringen und sie individualtaktisch zu schulen.

Frage: Woher nehmen Sie Ihre Anregungen, wenn Sie eine Trainingseinheit planen?

Müller: Ich bin mit dem Straßenfußball groß geworden. Die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, versuche ich immer wieder ins Training einzubauen. Wir hatten damals keine Trainer, haben uns aber trotzdem weiterentwickelt. Ich habe es immerhin bis in die Bezirksliga geschafft.

Frage: Sie sind also niemand, der vor einer Trainingseinheit stundenlang im Internet surft, um neue Übungen zu finden?

Müller: Nein, das kostet einfach zu viel Zeit. Außerdem sind viele Übungen zu theoretisch. Ich bin halt der Meinung, dass man durch das Spiel sehr viel lernen kann. Den Trainerinnen und Trainern unserer Vereine würde ich empfehlen, die Infoabende am Stützpunkt in Lehmden zu besuchen, die der Deutsche Fußball-Bund zwei Mal im Jahr anbietet. Da gibt es viele Anregungen, die man auch auf die Vereinsarbeit herunterbrechen kann. Es werden auch Kurzschulungen angeboten, die sich an Eltern richten – oder an Trainer und Trainerinnen, die noch keine Lizenz machen wollen oder können.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2210
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.