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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Kämpfer müssen viel tragen und ertragen

26.01.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T14:41:47Z 280 158

Mittelalter:
Kämpfer müssen viel tragen und ertragen

Rodenkirchen Ein mittelalterlicher Vollkontakt-Schwertkampf hat am Wochenende in der Markthalle für ein lautstarkes Szenario gesorgt. Zum ersten Mal hatte Mittelalterexperte Michael Tegge aus Bardenfleth einen Turniertag organisiert. Dass ein solcher Kampf anstrengend ist, war den 24 Teilnehmern anzumerken. Allein die Rüstung und die Helme wogen rund 25 Kilogramm, hinzu kamen die verschiedenen Schwerter und Schilde, die auch noch einmal etliche Kilos mitbrachten. Insgesamt also hatten die Kämpfer eine Menge zu tragen und zu ertragen, denn die Waffen wurden auch handfest eingesetzt und erzeugten teilweise kleinere Blessuren an den Händen.

Auch zwei Frauen wagten sich in dieses Metier. Sie müssen dabei genauso schwere Ausrüstung tragen wie die Männer. Als Siegerin ging beim Frauentriathlon Viktoria Kraus vom Verein Zitadelle Nürnberg hervor. Die 35-Jährige bestritt erst ihren zweiten Schwertkampf, sammelte aber schon Erfahrung beim historischen Fechten, das ohne Polster und mit moderner Ausrüstung absolviert wird.

„Ich wollte wissen, ob Frauen diesen Kampf ebenso beherrschen wie Männer“, erklärte sie ihren Antrieb. Sie trainiert fünfmal pro Woche. Kraft- und Ausdauertraining gehören dazu, ebenso das Üben mit einem Sparringspartner.

Der Verein Zitadelle Nürnberg war auch der Veranstalter des Vollkontakt-Schwertkampfes, und dessen Vize-Vorsitzender Valentin Zerr fungierte als Turnierleiter. Er stand ebenso wie drei weitere Schiedsrichter im Ring. Fast in jeder deutschen Großstadt gebe es vier bis fünf Schwertkämpfer, aber eine Verbandsstruktur werde erst langsam aufgebaut. In Nachbarländern wie Österreich, Polen, Tschechien oder Großbritannien gebe es regelmäßige Turniere.

Zurzeit finden in Deutschland nur vier bis fünf Turniere pro Jahr statt. Ursprünglich komme diese Sportart aus dem osteuropäischen und russischen Raum, dort werden auch überwiegend die Ausrüstungsgegenstände hergestellt.

Neben den Schwertkämpfen fanden auch zwei Profikämpfe statt. Hier müssen die Kämpfer ganze dreimal drei Minuten gegeneinander antreten, und sie dürfen ihre Waffen frei wählen. Würfe, Tritte und Faustschläge sind erlaubt. Die Verschnaufpausen sind kurz, und entsprechend ausgepowert sind die Kämpfer am Ende der neun Minuten.

Hier siegten Laurent Bemtgen aus Luxemburg und Pavel Zhumer vom Team UK. Beim Schwertkampf gab es keinen Endkampf. Die beiden Besten aus den Vorrunden verzichteten darauf, da sie im selben Verein sind und ihre Ausrüstung sowie ihre Hände schon leichte Blessuren aufwiesen. So gewann Sebastian Coors vor Alexander Sihorsch (beide Zitadelle Nürnberg). Für die Zuschauer boten sie aber noch eine dreiminütige Vorführung in voller Ausrüstung, so wie bei einer Trainingseinheit.

Die Siegerurkunden wurden von Scriptor Jan Beckerede aus Dochtersen mit Gänsekiel auf Pergament ausgemalt. Er war einer der Beschicker des kleinen Mittelaltermarktes und zeigte die alten Schreibtechniken.

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