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Tennis: Links schreiben – rechts spielen

30.09.2010

NORDENHAM Linus Brüggemann will vor dem Tennistraining noch kurz aufs Garten-Trampolin. Gemeinsam mit seinem Kumpel Moritz springt er auf und ab, lacht, doch plötzlich verliert er das Gleichgewicht und landet unsanft auf dem Boden. Als er sich abstützen will, brechen Elle und Speiche. Viel schlimmer als die Brüche in seinem linken Arm ist für Linus, dass es durch den Sturz mit dem Tennistraining heute nichts mehr wird. Ungeduldig muss er beim Arzt darauf warten, dass der Arm eingegipst wird. Mindestens sechs Wochen kein Sport, sagt der Doktor.

Verrückt nach Tennis

Das Ganze ist sechs Wochen her, und Linus Brüggemann hat bereits vor drei Wochen angefangen, mit seinem Tennisschläger frühmorgens gegen die Wand in seinem Kinderzimmer zu spielen, so wie er es macht, bevor er in die Schule geht. (Aber nichts dem Arzt verraten!). Linus ist verrückt nach Tennis. Der Nordenhamer möchte Profi werden, so wie Rafael Nadal und Novak Djokovic. „Die sind beide cool“, findet der Neunjährige. Wobei er eher Djokovic wäre als Nadal, sagt er. Weil der noch etwas härter spielt. Aggressiver.

Linus‘ Tennisleidenschaft wurde 2006 beim SV Nordenham geweckt. Helga Brendel, Andreas Waller und Maximilian Eger zeigten ihm, wie man hart gegen den Ball schlägt, ohne dass er an die Decke oder gegen die Wand fliegt. Der kleine Blondschopf entwickelte seine Leidenschaft zum mutigen und druckvollen Spiel, die ihn auch vier Jahre später auszeichnet. Ein weiteres Merkmal seines Spiels war jedoch ein Negatives: die Lautstärke. Der Schläger flog, herumgemotzt wurde – das volle Programm. Das hat sich geändert, was auch Vater Timo Brüggemann erleichtert: „Linus hat bei den Bezirksmeisterschaften gesehen, wie peinlich das eigentlich aussieht.“ Man mag es kaum glauben, wenn man Linus kennt, aber nun ist er die Ruhe selbst. Diese mentale Verbesserung geht einher mit einem intensiveren Training, das Linus seit einem Jahr betreibt: Als er im vergangenen Sommer bei den Bezirksmeisterschaften den Topgesetzten besiegte, wurde Bezirkstrainer Alexander Dzeick auf ihn aufmerksam. Auf die Einladung zum Probetraining folgte ein Angebot, dass er in Oldenburg bei Stützpunkttrainer Daniel Greulich, dem Trainer von Niklas Brandes, trainieren dürfte. Seitdem fahren ihn seine Eltern zweimal die Woche nach Oldenburg.

Seit dieser Woche trainiert Linus außerdem beim TK Nordenham, weil es dort eine spielstarke Trainingsgruppe gibt, in die er genau hineinpasst. Eine Belastung für die Eltern? „Das ist nicht immer leicht“, sagt Papa Brüggemann, „doch wenn Not am Mann ist, steht Opa Kurt bereit, um Linus zum Training zu fahren.“ Vom Großvater hat Linus die Tennisbegeisterung geerbt. „Mit Opa habe ich früher im Garten immer Volleys geübt“, erzählt Linus.

Schnelle Vorhand

Sein Spiel lebt von seinem Aufschlag und der schnellen Vorhand. Diese Schläge sorgten dafür, dass er zweimal Bezirksmeisterschaftsvierter wurde und bei den Kreismeisterschaften den Neu-Bezirksmeister Kjell Behnke besiegen konnte – wohlgemerkt mit einem noch leicht lädierten linken Arm.

Das Kuriose: Der Neunjährige schreibt mit links, spielt aber mit rechts. Als er mit dem Tennis begann, nahm er den Schläger einfach in die andere Hand – wie die rechtshändigen Kinder um ihn herum auch. Ist das ungewöhnlich? Nein, meint Linus. Er verweist auf einen, dessen Erfolg ihm Recht gibt: „Nadal schreibt auch mit rechts, obwohl er mit links Tennis spielt. Wie ich, nur eben andersherum.“

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