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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Lucien Schmikale will es wissen

12.07.2017

Brake Einen Basketball lässt Lucien Schmikale auf seinem rechten Zeigefinger rotieren. Das sieht einfach aus, ist es aber nicht. Man braucht schon viel Übung für solch einen Trick. Und natürlich Ballgefühl und eine sichere Hand, so wie der 20-jährige Braker, der Basketball zu seinem Lebensinhalt gemacht hat.

Lucien Schmikale ist auf Stippvisite in der Kreisstadt. Von einem Vorbereitungsturnier kommend, das in Helsinki stattfand, bleibt ihm nicht viel Zeit fürs Privatleben. An diesem Mittwoch beginnt für ihn ein weiteres Abenteuer: Wo andere ihren Urlaub verbringen und sich im Mittelmeer abkühlen, wird er so richtig ins Schwitzen kommen. Es geht für ihn auf die griechische Insel Kreta.

Wenn vom 15. bis 23. Juli in Heraklion die Basketball-Europameisterschaft für den U 20-Nachwuchs stattfindet, dann darf sich auch das Braker Talent berechtigte Hoffnung auf einen Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft machen. „Ich freue mich auf das Turnier“, erzählt Lucien Schmikale.

Nationalhymne singen

Für ihn ist es nicht die erste Berufung in eine deutsche Nationalmannschaft. Das war schön öfter der Fall. Und daher fiebert er einem ganz besonderen Moment im Zeremoniell entgegen: dem Singen der deutschen Nationalhymne. „Das ist für mich das bedeutendste Ereignis vor einem Spiel. Ich bekomme dann immer Gänsehaut und singe die Hymne laut mit“, erzählt er. Auch dafür lohne es sich, hart zu trainieren.

Um es so weit im Basketball zu bringen, dafür hat Lucien Schmikale hart trainiert, und tut es natürlich immer noch. Beim SV Brake hatte er zunächst mit dem Fußballspielen begonnen. Doch so richtig wollte der sportliche Funke nicht zünden und er schaute daher einfach mal bei den Basketballern vorbei. „Ich hatte Glück. Zwei Wochen später gab es ein Auswahlcamp.“ Er schaffte tatsächlich den Sprung in die Niedersachsenauswahl. Im Alter von zwölf Jahren waren seine Weichen, was die sportlichen Aktivitäten betrifft, gestellt.

Nun galt es, die Schule angesichts des zunehmenden Trainingsaufwands zu absolvieren. Bis zur zehnten Klasse besuchte er das Gymnasium Brake und wechselte dann auf das Gymnasium Eversten. Fortan spielte er in der U 14 für den Oldenburger TB.

Strapaziöses Leben

Der Aufwand war immens und es war für ihn auch nicht leicht, Training und Schule in Einklang zu bringen. Zum Training, das morgens um 6 Uhr begann, wurde er zunächst von Verwandten nach Oldenburg gefahren, mit dem Bus ging es für ihn abends zurück. „Ich musste um 4.30 Uhr aufstehen“, erzählt Lucien Schmikale. Ein Jahr lang hielt er das strapaziöse Leben durch, dann zog er in eine Oldenburger Wohngemeinschaft. Sein Abitur machte er nach der 13. Klasse – ein Zugeständnis an den Nationalkader, der ebenfalls viel Zeit in Anspruch nahm.

Der 20-jährige Braker gehört mittlerweile dem Kader der Römerstrom Gladiators Trier an. Ein Spielervermittler hatte den Kontakt hergestellt. Lucien Schmikale hat sich für zwei Jahre in Trier gebunden. Zuletzt spielte er im ProB-Team der EWE-Baskets in der 3. Liga. In den Profi-Kader des Bundesligisten habe er es nicht geschafft, sagt er.

Der Flügelspieler, ehemals Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB, stellt sich nun einer neuen Herausforderung. Er spielt in der kommenden ProA-Saison im Team der Trierer Profibasketballer in der 2. Liga. Lucien Schmikale gilt als variabler Spieler. Mit einer Körpergröße von 1,94 Meter sowie einem Gewicht von 92 Kilogramm sei er die passende Verstärkung auf den Flügelpositionen der Gladiators, heißt es. Unter Triers Assistenztrainer Christian Held hat Lucien Schmikale bereits eineinhalb Jahre lang trainiert und mit ihm als Cheftrainer die ProB-Meisterschaft in der Saison 2014/2015 gewonnen.

„Ich bin zwar nicht der große, talentierte Spieler, aber ein Kämpfer“, sagt er selbstkritisch. Den Bundestrainer Henrik Rödl, der die zwölf Mannschaftsspieler für Kreta benannt hat, wird es freuen. Zum Auftakt trifft das Team am Samstag 15. Juli, um 12.45 Uhr auf Schweden. Danach spielt man in der Vorrunde noch gegen Tschechien und Gastgeber Griechenland.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute EM spielen werden“, sagt Lucien Schmikale, der sich an der Fern-Universität Hagen für das Fach Psychologie eingeschrieben hat, und lässt den Basketball wieder auf seinem Zeigefinger rotieren.

Ulrich Schlüter
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2320

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