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Kunstverein läutet die Alarmglocken

14.03.2019

Nordenham Wer einen Blick auf das bevorstehende Programm des Nordenhamer Kunstvereins wirft und sich an die vielen Veranstaltungen im vergangenen Jahr erinnert, wird nicht auf die Idee kommen, dass sich der Verein in einer kritischen Phase befindet. Ausstellungen, Vorträge, Ausflüge, Aktionen mit Schulen und Ferienpasskindern, Lesungen, die „Lange Nacht der schönen Künste“, Kinoabende – der Kunstverein ist so rührig wie eh und je. Die Vorsitzende Jane Agena sagt, dass sie großen Spaß an ihrer Arbeit habe. Trotzdem sprach sie bei der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend sogar von einer möglichen Auflösung.

Problem 1: Vorstand

Marlene Gerdes ist jetzt Ehrenvorsitzende

Seit 2003 ist Marlene Gerdes im Vorstand des Nordenhamer Kunstvereins; von 2010 bis 2014 war sie 1. Vorsitzende. Bei der Hauptversammlung ist sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt worden. Marlene Gerdes hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Ausstellungen auf die Beine gestellt. Sie hat Kontakt zu Schulen gehalten, Ferienpass-Aktionen organisiert und bei Buchveröffentlichungen korrekturgelesen. 2012 hat Marlene Gerdes das Rudolf-Mattis-Zimmer im Nordenham-Museum gestaltet. Die Vorsitzende Jane Agena sagte, sie schätze darüber hinaus ihre Liebenswürdigkeit, ihren Charme und ihren Humor.

In der Führungsriege könnte bald eine große Lücke entstehen. Die 2. Vorsitzende Doris Becker und das Beiratsmitglied Marlene Gerdes haben angekündigt, im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren zu wollen. Die Suche nach Nachfolgern ist bisher erfolglos verlaufen. Jane Agena stellt ein Ultimatum: Sollten sich bis Oktober keine Kandidaten finden, die im Vorstand mitarbeiten wollen, werde sie selbst ebenfalls einen Schlussstrich ziehen. Und dann bleibt nur noch die Abwicklung des Vereins. So weit soll es natürlich nicht kommen. Jane Agena forderte die Mitglieder auf, Ausschau zu halten nach geeigneten Nachfolgern.

Problem 2: Mitglieder

Ein weiteres Problem des Vereins ist der sich abzeichnende Mitgliederschwund. Zur besten Zeit hatte der Verein einmal 160 Mitglieder. Zurzeit sind es 121, Tendenz fallend. Im vergangenen Jahr gab es zwei Zugänge. Allerdings sind zehn Mitglieder ausgeschieden und zwar aus Altersgründen oder weil sie verstorben sind. Diese Entwicklung macht dem Verein Sorgen, weil sie sich fortsetzen wird, wenn es nicht gelingt, junge Leute für den Kunstverein zu begeistern. Das Durchschnittsalter der Mitglieder schätzt Jane Agena auf etwa 75 Jahre.

Problem 3: Der Raum

Problem Nummer drei sind die Räume des Kunstvereins im Alten Rathaus. Der Verein nutzt mietfrei einen Teil des Gebäudekomplexes der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft. Inzwischen wird es in diesem Teil aber ziemlich eng, weil die GNSG den Raum ebenfalls benötigt – als Büro und als Besprechungszimmer. Deshalb rückt die Suche nach einem neuen Domizil wieder in den Vordergrund. Bei der Versammlung am Dienstag wurde unter anderem der leerstehende Nordenhamer Bahnhof ins Gespräch gebracht. Die Kreisvolkshochschule hat Interesse, hier einzuziehen. Eine Entscheidung steht aber noch aus.

Mit großem Interesse verfolgt der Kunstverein zudem die Überlegungen der Stadt, ein neues Rathaus zu bauen. Sollte es dazu kommen, kann sich der Kunstverein gut vorstellen, bei der Stadtverwaltung unterzukommen. Jane Agena weiß natürlich, dass die möglichen Optionen bisher noch sehr vage sind. Gleichwohl sei es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen.

Spannende Arbeit

Nach den Worten von Jane Agena geht es aber zunächst darum, die sich abzeichnende Lücke im Vorstand zu schließen. Schriftführer Dr. Peter Klan machte bei der Versammlung deutlich, dass die Mitarbeit in der Führungsriege spannend und bereichernd ist. Die Arbeit beginnt bei der Auswahl der Künstler, die sich bewerben. Es geht unter anderem um die Begleitung der Künstler bis zur Ausstellungseröffnung, um das Hängen der Bilder und um Schriftverkehr. Diese Aufgaben werden innerhalb der Führungsriege aufgeteilt.

Zur „Beruhigung“ ergänzte Peter Klan: „Keiner im Kunstvereinsvorstand ist irgendwie in Kunst ausgebildet oder gar Kunsthistoriker, aber wir haben immer wieder über Kunst diskutiert. Jeder von uns hat in den vergangenen Jahren dazugelernt, was alles Kunst sein kann und vielleicht ein bisschen den Unterschied zwischen Kunst und Kitsch. Kitsch erfüllt Erwartungen, Kunst so gut wie nie. Also: Überwinden Sie sich. Sprechen Sie uns an und arbeiten Sie zusammen mit in unserem Team, auch wenn Sie von Kunst keine Ahnung zu haben glauben.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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