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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Rentner-Seemann zeigt weiter Flagge

16.02.2019

Nordenham Er hat nie ein Segel- oder Motorboot gehabt, hilft aber seit Jahrzehnten beim Nordenhamer Segelclub tatkräftig mit. Rolf Kühn leitet eine Gruppe, die zuständig ist für die Pflege- und Unterhaltungsarbeiten rund um das Clubhaus am Weserstrand. Die Ehrenamtlichen achten auch auf die Geräte und die Wartung des Treckers.

Als Jugendlicher am Siel

Schon als Jugendlicher hat es den heute 78 Jahre alten Nordenhamer zum Segelclub gezogen. Er hat 1951/52 beim Aufbau des damaligen ersten Clubhauses am Flagbalger Siel geholfen. Rolf Kühn mochte von Anfang an die Nähe zum Wasser und zur Schifffahrt. Sein berufliches Leben war dann auch ganz stark von der Seefahrt geprägt.

Zunächst hat er in Bremerhaven eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Maschinenschlosser absolviert. Anschließend ist er als Ingenieur-Assistent zur See gefahren. Daran schloss Rolf Kühn ein Studium zum Schiffsingenieur an der damaligen Fachhochschule Bremerhaven an.

Weltweit war der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Söhnen auf großer Fahrt. Er fuhr auf Säuretankern und Schleppern. Zudem war der Nordenhamer rund 20 Jahre als Prüfer an der Seefahrtsschule in Elsfleth tätig.

Stets lag ihm am Herzen, Interessen der Seeleute zu vertreten. Rolf Kühn gehört auch als Rentner noch dem Vorstand der Fachgruppe Schifffahrt des Landesbezirks Bremen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an. Seit Jahrzehnten engagiert er sich auch in der internationalen Seemannsgewerkschaft ITF. „Wir sind heute weltweit so gut vernetzt, dass wir ganz gezielt helfen können“, freut sich Rolf Kühn.

Vertrauen zählt

Was treibt ihn an, nach wie vor beim Nordenhamer Segelclub mit anzupacken? Rolf Kühn sagt: „Das weiß ich auch nicht. Das macht mir einfach Spaß.“ Er fügt hinzu: „Beim Segelclub muss ich auch echt Flagge zeigen, weil die Erledigung der dortigen Aufgaben mehr oder weniger Vertrauenssache ist.“

Zudem freut sich Rolf Kühn über den starken Zulauf junger Mitglieder im Segelclub und „das tolle Miteinander“.

Auch bei der NDR-Sommertour, die im August 2015 Station am Nordenhamer Weserstrand gemacht hat, bewies Rolf Kühn seine Hilfsbereitschaft und seine Verlässlichkeit, die viele Menschen in Nordenham kennen- und schätzen gelernt haben.

Diese und weitere ehrenamtliche Aktivitäten könnte er nicht ohne die Unterstützung seiner Frau Helga leisten. Dafür ist er sehr dankbar.

Im Jahr 2004 hat Rolf Kühn die Deutsche Seemannsmission Unterweser in Nordenham gemeinsam mit dem damaligen evangelischen Nordenhamer Pfarrer Volker Wittkowski gegründet.

Der Pfarrer hatte die Initiative ergriffen und Rolf Kühn angesprochen. Die Seemannsmission ist eine Einrichtung der evangelischen Kirche. Seit einigen Jahren arbeitet sie in der Wesermarsch mit der katholischen Organisation Stella Maris zusammen. In Brake betreiben sie den Seamen’s Club.

Die Zusammenarbeit der beiden christlichen Kirchen hat sich laut Rolf Kühn in der Seemannsmission bewährt. Er freut sich auch über das Engagement des neuen katholischen Nordenhamer Pfarrers Karl Jasbinschek.

70 bis 100 Schiffe

Pro Jahr begrüßen die ehrenamtlich Aktiven der Seemannsmission die Besatzungen von 70 bis 100 Schiffen aus aller Welt, die an den insgesamt neun Pieranlagen in Nordenham festmachen.

Manchmal wünschen die Besucher mehr als nur Stadtpläne von Nordenham und Bremerhaven oder auch Taxi-Listen sowie Hinweise auf Einkaufsmöglichkeiten und Gottesdienste oder auch eine Computer-Werkstatt.

Rolf Kühn erläutert: „Manchmal entwickeln sich auch persönliche Gespräche. Und das ist ja auch der Sinn, dass die Seeleute bei uns auch ihr Leben oder spezielle Sorgen abladen können – wenn sie möchten.“

Dabei sind viel Einfühlungsvermögen und Geduld gefragt. Rolf Kühn bringt es so auf den Punkt: „Man muss sich der jeweiligen Bordstimmung anpassen.“

Ein Lolly für die Wache

Der Nordenhamer bringt auch gerne kleine Süßigkeiten mit an Bord. Zur guten Einstimmung überreicht er der Gangway-Wache stets einen Lolly. Zur Weihnachtszeit gibt es von der Seemannsmission in Nordenham und in Brake zudem Päckchen für die Seeleute aus aller Welt.

Und wie hält sich der Rentner-Seemann fit? An sechs von sieben Tagen der Woche – nur samstags oder sonntags nimmt sich Rolf Kühn frei – stehen eine Stunde Sport auf dem Tagesprogramm. Zwei- bis dreimal die Woche geht Rolf Kühn schwimmen, zwei- bis dreimal ins Vitalzentrum des Sportvereins Nordenham sowie einmal die Woche zur Bodengymnastik beim Sportverein Nordenham in der Südschule.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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