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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Leichtathletik: Rebecca Christen krönt Aufholjagd

07.09.2016

Hannover /Lemwerder Ihr größter Tag begann mit einer Fehleinschätzung: Als Rebecca Christen am Sonntag das Erika-Fischer-Stadion in Hannover betrat, schraubte sie die eigene Erwartungshaltung erst einmal herunter. „Mit einer Platzierung in den Top Fünf wäre ich schon zufrieden gewesen“, sagt die Leichtathletin der SG akquinet Lemwerder. Doch Stunden später – wenige Minuten nachdem sie entkräftet die Ziellinie der abschließenden 800 Meter überquert hatte – stand fest: Rebecca Christen ist Landesmeisterin der Leichtathletikverbände Niedersachsen und Bremen im Fünfkampf der Frauen. Sie holte sich den Titel mit 2916 Punkten. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, sagt die 22-jährige Psychologiestudentin.

Gerold Christen, ihr Vater und Trainer, verschlägt die „Wahnsinnsleistung“ seiner Tochter immer noch die Sprache. „Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Hinter so einem Erfolg stecken zwölf, 13 Jahre Arbeit.“

Es sei schwer gewesen, ihre Konkurrentinnen einzuschätzen, sagt Rebecca Christen, als sie auf den Sonntag zurückblickt. „Klar, da waren einige dabei, von denen ich wusste, was sie können.“ Aber es seien eben auch Sportlerinnen gestartet, die zwar gute Einzelleistungen vorweisen, aber deren Mehrkampfleistungen ihr nicht bekannt waren. „Da musste ich mich überraschen lassen.“

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Sie begann ihren Wettkampf mit 13,73 Sekunden im 100-Meter-Lauf – die neuntschnellste Zeit. „Als ich die Zeit gesehen habe, zwar ich zunächst enttäuscht“, sagt sie. Doch angesichts des starken Gegenwindes – er betrug 1,8 Meter pro Sekunde – sei sie dann doch zufrieden gewesen. Mit der Platzierung habe sie gerechnet. „Mir war schon vorher klar, dass ich nach den 100 Metern eine Aufholjagd beginnen muss.“

Und sie setzte ihr Vorhaben um. Im Hochsprung stellte sie mit 1,47 Metern ihre persönliche Bestleistung ein. Damit sprang sie das viertbeste Ergebnis. „Mit ein bisschen Glück wären auch die 1,51 Meter drin gewesen“, sagt sie. „Dennoch ist es optimal gelaufen.

Anschließend folgte ihre Problemdisziplin: das Kugelstoßen. Zwar blieb sie unter ihrer Bestweite (8,56 Meter). Aber mit 8,43 Metern bestätigte sie ihre bisherigen Saisonleistungen. „Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass ich im Kugelstoßen Boden verliere. Aber dann habe ich gesehen, dass die anderen auch Probleme hatten.“ Als Fünfte in dieser Disziplin wahrte sie ihre Chancen.

Der Weitsprung lief bilderbuchmäßig: Im letzten Versuch sprang sie mit 5,04 Metern die drittbeste Weite – und eine persönliche Saisonbestleistung. „Während der gesamten Saison bin ich der Fünf-Meter-Marke hinterher gesprungen“, sagt sie. „Danach war ich einfach nur erleichtert.“

Nach der vierten Disziplin belegte sie Rang drei. Sie zählte vor den 800 Metern endgültig zum Kreis der Titelkandidatinnen. Unmittelbar vor den zwei Stadionrunden habe sie ihr Vater und Trainer Gerold nach der Taktik gefragt, erzählt sie. Die Antwort war eindeutig. „Taktik? Welche Taktik? Ich renne um mein Leben.“

Sie gab während des Rennens alles, ihr Vater litt in der Rolle des Zuschauers. „Ich war so nervös. Ich wusste nicht, wo ich hin sollte“, sagt Gerold Christen.

Staunend sah er, wie seine Tochter das Rennen ihres Lebens lief. Sie kam in 2:30,72 Minuten ins Ziel und sicherte sich den Landestitel mit einem 21 Punkte großen Vorsprung vor der Vizemeisterin Isabell Garling von der LG Weserbergland. „Das entspricht einem Abstand von ungefähr zwei Sekunden über die 800 Meter“, veranschaulicht ihr Vater.

Die Muskeln schmerzen immer noch, wenn Rebecca an die letzten Meter des Rennens denkt. „Im Ziel war ich einfach nur kaputt“, erzählt sie und lacht. Sie habe sich zunächst auch gar nicht getraut, daran zu denken, wie sich die Zeit auf die Gesamtwertung auswirken werde. „Als ich es dann gesehen habe, musste ich drei Mal hingucken. Ich konnte es nicht glauben“, sagt sie.

Obwohl seit ihrem Triumph schon ein paar Tage vergangen sind: Wirklich begreifen und richtig einordnen könne sie ihren Erfolg immer noch nicht, sagt sie. Aber das ist nur allzu verständlich: Schließlich hat sie sich gerade einen Traum erfüllt.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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