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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Fugel legt Finger in die Wunde

23.05.2018

Rodenkirchen „Wenn der E-Sport, das Daddeln am Computer, als Sportart anerkannt wird, wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vereinbart, freue ich mich, dass heute mein letzter Tag als Kreissportbund-Vorsitzender ist“, sagte Wilfried Fugel. In seinem letzten Bericht setzte sich der nach zehnjähriger Tätigkeit ausgeschiedene Chef des Kreissportbundes Wesermarsch während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag in der Markthalle in Rodenkirchen recht kritisch mit einigen Entwicklungen im Sport auseinander.

Zum Jahresbeginn hat sich die Zahl der Mitglieder in den dem KSB angehörenden 135 Vereinen um 704 auf 34.615 Sportler verringert. Damit haben die Vereine in den vergangenen vier Jahren rund 2500 Mitglieder verloren. Das Freizeitangebot sei vielfältiger, die Mobilität der Bürger, insbesondere der jungen Leute, besser geworden, so Wilfried Fugel. Zu dessen Nachfolger wurde beim Kreissporttag Thorsten Böning, scheidender Vorsitzender des Fußballkreises Wesermarsch, gewählt.

Als großes Problem nannte Wilfried Fugel die deutlich sinkende Zahl an ausgebildeten Übungsleitern in den Vereinen. Der im Stadtsportverband Oldenburg gelungene Versuch, Schüler der gymnasialen Oberstufen für eine Übungsleiterausbildung zu gewinnen, sei in der Wesermarsch gescheitert. Gleiches gelte für die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten. Wilfried Fugel kündigte Gespräche mit den Oberschulen an, um dort einen erneuten Versuch zu starten. Im Gegensatz zu den Abiturienten, die größtenteils nach dem Schulabschluss die Wesermarsch verlassen würden, blieben Oberschüler während der Ausbildung der Region erhalten.

Der ehemalige KSB-Chef appellierte an die Vereinsvertreter, für die Ausbildung zum Juniorcoach und zum Jugendleiter zu werben, den Interessierten dann aber auch Verantwortung im Verein zu übertragen. Zudem sollten die Angebote der Akademie des Sports, einer Bildungseinrichtung des Landessportbundes, von den Vereinen genutzt werden. Das sollte vom Kreissportbund mit Zuschüssen gefördert werden.

Triathlet Gérard Rünzi, der als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Brake ein Grußwort für die anwesenden Stadt- und Gemeindevertreter sprach, wies darauf hin, dass viele Sportfreunde nicht mehr bereit seien, sich in Vereinen zu organisieren. Die müssten aber auch willens sein, sich auf Neues einzulassen. Ablehnungen mit der Begründung „Das war schon immer so“ würden die Entwicklung eines Vereines hemmen, machte der Kommunalpolitiker und Sportler deutlich.

Das Sportangebot sei bedeutsam für die Attraktivität einer Region und habe damit Auswirkungen auf die Ansiedlung von Fach- und Arbeitskräften, sagte Landrat Thomas Brückmann. Dafür müssen dann aber auch geeignete Sportstätten vorhanden sein. Die Ansicht des niedersächsischen Landesrechnungshofes, den die Kreisverwaltung gerade im Haus habe, dass pro 5000 Einwohner eine Sporthalle ausreiche, funktioniere im ländlichen Bereich nicht. Die Schulen und die Vereine seien auf Sportstätten angewiesen.

Dem stimmte Thorsten Schulte zu. Der Vizepräsident des Landessportbundes wunderte sich dennoch, dass es sich bei den Sportstätten in der Wesermarsch fast ausschließlich um kommunale Einrichtungen handelt. In anderen Regionen sei das nicht der Fall. Dort befänden sich die Anlagen in Vereinshand.

Den Kreissporttag nutzte der KSB, um langjährige ehrenamtlich tätige Vereinsfunktionäre für ihre Verdienste zu ehren. Ausgezeichnet wurden Christel Barre, die sich seit 36 Jahren um die Sportangebote im Kneippverein Nordenham kümmert, und Hans Rainer Bellmann, der seit 1978 als Sportabzeichenprüfer und -obmann beim SV Brake im Einsatz ist. Zudem wurden Klaus Damm und Nadine Spiekermann sowie in Abwesenheit Sascha Fitschen und Jörg Thaler mit Präsenten aus dem KSB-Vorstand verabschiedet.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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