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Rote Erde und blaues Meer

10.04.2015

Eckfleth Einmal Australien und zurück: Dafür nahm sich Jannik Lüerßen 20 Monate Zeit – eine Zeit, die dem jungen Moorriemer unvergesslich bleiben wird.

Zumindest virtuell durften ihn am Mittwochabend die Moorriemer Landfrauen auf seiner Abenteuerreise mit dem Geländewagen per Video im Eckflether Kroog begleiten. Vor dem Reisevergnügen stand jedoch harte Arbeit auf seiner Agenda. Nachdem Jannik Lüerßen im westaustralischen Perth sein Abenteuer startete, nahm er 400 Kilometer von Albany entfernt für drei Monate einen Job auf einer Farm an, schließlich musste das Geld für den Trip erst verdient werden.

Zur der Farm, dessen Besitzer auf 10 000 Hektar Roggen, Geste und Raps anbaute, gehörten auch Schafe. Jannik Lüerßen: „Ob es nun 15 000 oder 20 000 Schafe waren, konnte ich nicht herausfinden.“ Eine einfache Unterkunft fand der Deutsche in der ehemaligen Schafschererhütte, 10 bis 12 Stunden wurde an sechs Tagen in der Woche gearbeitet. Jannik Lüerßens Aufgabe als Saisonarbeiter war die Bodenbearbeitung und Dünger streuen, aber auch die Wartung des riesigen Maschinenparks. Nur an Wochenenden hatte er Zeit, die Umgebung zu erkunden.

Nach dem Kauf und der Umrüstung seines Geländewagens war dem Moorriemer klar, dass er seine Zeitplanung von sechs Monaten über den Haufen werfen musste. Bevor er mit weiteren vier jungen Leuten in Richtung Norden startete, erkundete er zuerst die alte Goldgräberstadt Kalgoorlie mit ihrem Wildwest-Flair. Auf der Tour nach Broome im Norden Australiens lernte die Gruppe die Vielfalt der australischen Natur kennen – einsame Strände mit einzigartigen Sonnenuntergängen wie an der Shark Bay, unberührte Gebiete in den Nationalparks und die unendliche Weite des einsamen Outbacks.

Jannik: „Das Surfen in den hohen Wellen haben wir lieber den erfahrenen Freaks überlassen, aber Schnorcheln am Ningalo-Riff, nur fünf Meter vom Strand entfernt, war ein richtiges Highlight.“ Die Gruppe wanderte durch Schluchten, stieg bei 30 Grad im Schatten auf Berge und nutzte unzählige Wasserlöcher für ein erfrischendes Bad. Was der Reiseführer an Informationen nicht hergab, erfuhren die Globetrotter von den australischen „grauen Nomaden“ – Senioren, die Hab und Gut verkauften, um per Wohnmobil durchs Land zu reisen.

Jannik Lüerßens Schnappschuss eines fünf Meter langen Krokodils bewies aber auch, dass nicht jeder Flusslauf zu einem Bad einlud. „Die aufgestellten Warnschilder sollte man schon sehr ernst nehmen“, betonte der Moorriemer. Denn: nicht immer ist im Notfall ein tollkühner Crocodile-Dundee zur Stelle.

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