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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Schnellster Briefträger geht in den Ruhestand

01.04.2009

NORDENHAM Am Montag war Gerhard Alich wieder vier Stunden mit seinem Fahrrad unterwegs. Er legte dabei mehr als 100 Kilometer zurück. „Das mache ich nicht jeden Tag“, sagt der 64-Jährige. Das stimmt. Denn am heutigen Mittwoch pausiert er.

Der 1. April ist für den gebürtigen Gleiwitzer ein schicksalsträchtiges Datum. Auf den Tag genau vor 50 Jahren begann er seine Laufbahn bei der Post als sogenannter Postjungbote. In Bremerhaven hatte sich Gerhard Alich beworben und war nach einem Einstellungstest und einem Bewerbungsgespräch angenommen worden.

In Köln und Stuttgart

Nach der Ausbildung meldete er sich für eine postalische Tätigkeit in Stuttgart, weil Leute im Schwäbischen gesucht wurden. Dort traf er auf den Nordenhamer Hans Wohlkopf. Dieser riet ihm, sich doch in Nordenham zu bewerben. Es klappte. Ab 1963 war Gerhard Alich in seiner Heimatstadt und Umgebung als Briefträger unterwegs.

Gerhard Alich arbeitete in allen Revieren. Schweewarden, so erinnert er sich, war allerdings etwas Besonderes. Im Laden des Kaufmanns Werner Francksen lag der Postbeutel. Gerhard Alich machte sich morgens daran, die Briefe mit dem Fahrrad auch in Tossens zuzustellen.

Die meisten Nordenhamer kennen ihn als Postbeamten, der sie am Schalter bediente. Er war auf fast allen Ämtern im Landkreis Wesermarsch tätig. Auf freiwilliger Basis arbeitete er auch in Köln, auf mehreren Inseln, in Hamburg, als Zusatzkraft während der Weihnachtszeit in Bremen und nach der Wende sogar in Ribnitz-Damgarten. „Außer in Jade war ich fast überall in der Wesermarsch als Postbeamter aktiv“, sagt er.

Die Familie, die während des Krieges aus der Heimat flüchten musste, hatte in der City Süd ein neues Zuhause gefunden. Morgens um 5.32 Uhr fuhr der Jungpostbote mit dem Zug nach Blexen, um pünktlich zur Ausbildung in Bremerhaven zu erscheinen. Hin und wieder musste er aber auch mit dem Fahrrad lossausen, weil er die Eisenbahn verpasst hatte. Das brachte Kondition und weckte die Begeisterung für den Radsport. Als die Post Mitarbeiter suchte, die sich an der Deutschlandfahrt beteiligen wollten, sagte Gerhard Alich zu. Er fuhr in den 60er-Jahren einige Male mit und trainiert jetzt für das größte Volksradrennen in Europa. Er wird im August in Hamburg zum wiederholten Mal daran teilnehmen und über die 55-Kilometer-Distanz starten.

Bremer Meister

Mehrere Titel hat der 64-Jährige jedoch im Gehen errungen. So war er schnellster Briefträger der Oberpostdirektion Bremen. Im Weserstadion legte er mit Zustelltasche und Telefonbüchern ausgerüstetet die zehn-Kilometerstrecke als schnellster Teilnehmer zurück. Mehrmals startete er für die LGU Brake bei den Deutschen Meisterschaften im 20-Kilometer-Gehen. Und zum 100-jährigen Bestehen des Postamtes Oldenburg gewann er 1974 den Briefträgerwettbewerb zusammen mit seinen Kollegen Hans-Günther Peschke und Manfred Müller.

Gerhard Alich befindet sich in der Freistellungsphase. Ab dem 1. September ist er Pensionär, was nicht nur seine Frau Brigitte freut, die er 1973 heiratete.

Ulrich Schlüter
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2320

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Postamt Oldenburg

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