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Fußball: Zweikampfstarker Austauschschüler

14.12.2017

Seefelderaußendeich Es hat ein bisschen gedauert, aber am 4. November war es endlich so weit: Ching Che Hong, der von allen nur Charly gerufen wird, lief zum ersten Mal für die B-Jugend-Fußballer der JSG Stadland auf. Das Freundschaftsspiel gegen den SV Lemwerder verloren die Stadlander zwar mit 0:8. Aber für Charly ging ein Traum in Erfüllung. Was war das Besondere an Charlys Einsatz? Der 16-Jährige ist ein Austauschschüler aus Taiwan und wohnt seit Ende August für insgesamt ein Jahr bei Monique und Henning Sommer in Seefelderaußendeich.

Schnell wurde den Gasteltern klar, dass Charly unbedingt Fußball spielen möchte. „Da haben wir ihn sofort zum Training bei der JSG Stadland gebracht“, erzählt Henning Sommer.

JSG-Trainer Stephan Göbel war begeistert, auch wenn er zugibt, dass sich die Verständigung anfangs schwierig gestaltete. „Wir haben uns eher mit Händen und Füßen unterhalten. Vor allem die englischen Fußballvokabeln fehlten uns“, sagt der Coach.

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Kapitän im Testspiel

Bis Anfang November musste Charly auf seine vorläufige Spielgenehmigung warten. Dann kam aber sein großer Moment. Er durfte sein Team sogar als Kapitän aufs Feld führen, und er hätte zwei Minuten vor dem Abpfiff fast noch den Ehrentreffer erzielt. Allerdings versagten ihm bei einem Elfmeter die Nerven, und er verschoss. „Da wäre ich am liebsten im Boden versunken“, sagt Charly, der die deutsche Sprache schon ganz gut beherrscht. Eigentlich hatte Charly gehofft, von seinem Lieblingsclub Bayern München entdeckt zu werden. Aber ein vergebener Strafstoß macht sich nicht gut in einer Bewerbungsmappe.

Vorwürfe von seinen Mitspielern gab es aber natürlich nicht. „Ich werde in der Mannschaft gut behandelt“, sagt Charly. Außerdem ist er talentiert, wie Göbel meint: „Er kann gut mit dem Ball umgehen und ist zweikampfstark“, lobt der Coach.

Der Fußball ist einer der Grunde, warum er sein Auslandsjahr in Deutschland verbringt. „Ich wollte erst nach Amerika“, erzählt er. Aber seine Familie bevorzugte Deutschland, um hier auch die Geschichte kennenzulernen. Und Fußball steht in den USA auch nicht so im Blickpunkt. Da fiel die Entscheidung letztlich leicht.

Gute Erfahrungen

Somit kam die Familie Sommer ins Spiel. Weil Familienmitglieder schon gute Erfahrungen mit diesem Projekt gemacht hatten, entschieden sich die Sommers, ihren Haushalt noch etwas zu vergrößern. Dabei schwirren mit Maximilian (14), Julius (7) und den Zwillingen Mia und Matilda (5) bereits vier eigene Kinder durchs Haus. „Uns war wichtig, dass unsere Kinder andere Kulturen kennenlernen“, sagt Henning Sommer. Und gerade die Mädchen hätten Charly sofort ins Herz geschlossen. „Es gab von Anfang an keine Probleme. Es läuft bei uns zwar etwas chaotisch ab. Aber das tat es auch schon, bevor Charly zu uns kam“, sagt Henning Sommer.

Charly ist voll integriert. „Er muss Aufgaben übernehmen wie jedes andere Kind auch“, sagt Henning Sommer. Das mache er auch ohne Murren.

Dabei hatten die Sommers anfangs noch Befürchtungen, dass „wir Charly nicht genug bieten könnten“, wie Henning Sommer sagt. Doch von diesem Gedanken hätten sich die Sommers schnell verabschiedet. Charly stellt ohnehin keine großen Ansprüche. „Ich vermisse hier nichts“, sagt er.

Und doch hat er in den vergangenen vier Monaten schon einige Unterschiede im Vergleich zu seinem Heimatland festgestellt. „In Deutschland ist alles viel größer. Und hier ist es kälter“, sagt er und lacht. Auch die Mentalität sei etwas unterschiedlich. „In Taiwan lächeln wir den ganzen Tag. Hier in Deutschland wird vergleichsweise eher selten gelacht. Selbst wenn man glücklich ist“, sagt Charly.

Kaum Probleme

Auch in der Schule wurde Charly gleich willkommen geheißen. „Die meisten sind sehr freundlich“, sagt er. Mit dem Unterrichtsstoff der Klasse 8c der IGS in Brake hat Charly keine großen Probleme. „Das hatten wir fast alles schon bei uns in Taiwan durchgenommen“, erzählt er. Nur die Sprache macht ihm noch hin und wieder zu schaffen. Aber um die bestmöglich zu lernen, ist ein Auslandsjahr unter anderem ja auch gedacht. Und auf dem Fußballfeld herrscht ja eh eine eigene Sprache.

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