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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Signal an die Konkurrenz

26.09.2018

Es war nicht der Abend der Schiedsrichter. Und es war schon gar nicht der Abend des DJs. Als der für die Hallenmusik in der gut besetzten Oldenburger Sporthalle am Brandsweg verantwortliche junge Mann in einer Auszeit den Titel „Men in Black“ auflegte, tat er das zwar in einem Moment, als die Handballer in den schwarzen Trikots gerade dabei waren, das Spiel mit herkulischen Kräften zu ihren Gunsten zu drehen. Aber im schwarzen Dress liefen an diesem Freitagabend nicht etwa die Verbandsliga-Handballer des gastgebenden TvdH Oldenburg auf. Vielmehr waren es die jungen Herren vom Elsflether TB, die sich nach einem 20:23-Rückstand im zweiten Durchgang mit grimmigen Mienen dranmachten, den Zuschauern auf den gut besetzten Rängen zu zeigen, dass sie nicht nur talentiert sind, sondern sich auch in einem Kampfspiel zu behaupten wissen.

Wenig später zog sich der Mann an der Musikanlage auch noch den Zorn der ETB-Fans zu. Während Elsfleths Ausnahmekönner Ruven Rußler behandelt wurde, hatte er die Musik zunächst routinemäßig in voller Lautstärke laufen lassen, bis er von den Gästefans mit ähnlicher Dezibelzahl darauf hingewiesen wurde, dass sich das nicht schicke. Der gute Mann zeigte sich nach einem kurzen Disput einsichtig und verringerte die Lautstärke. So muss es sein.

Rußlers unglückliche Verletzung überschattete ein Derby, das zwar spielerische Finesse vermissen ließ, dessen Intensität aber selbst neutrale Zuschauer in den Bann zog. Elsfleths Linksaußen Tizian von Lien tat sich deshalb schwer, seine Gefühle nach dem Sieg zu beschreiben. „Wir haben das Spiel zwar gewonnen, aber irgendwie auch verloren“, meinte er. Indes wusste er, dass der Sieg auch ein Signal war. „Es waren ja auch viele Spieler anderer Mannschaften da, die noch oben reinrutschen wollen“, sagte er.

Zwar war die Leistung der Elsflether alles andere als souverän – in der letzten Minute konnten sie sich zum Beispiel nicht entscheiden, ob sie ihren Vorsprung nun clever verwalten oder den Ball besser doch einfach wegwerfen sollten wie E-Jugendliche, die zuviel Cola getrunken haben. Aber sie hatten unter den Augen ihres ehemaligen Kreisläufers Chris Danielzik gezeigt, dass sie ein Spiel gewinnen können, in dem vieles gegen sie läuft. Schließlich fanden gleich mehrere Elsflether Tore zum Entsetzen der ETB-Fans keine Anerkennung, weil die doch ein wenig hibbeligen Schiedsrichter zu früh in ihre Pfeife gepustet hatten.

Die Richtung gab letztlich Florian Doormann vor – in der Abwehr und im Angriff. Hier und da prallte mal ein bedauernswerter Oldenburger an seiner imposanten Brust ab – wie ein Dieb, der auf der Flucht gegen eine unsichtbare Wand rennt. Hier und da streute er mal einen Treffer ein. Am Ende waren es neun. Und die Konkurrenz verließ die Halle in der Gewissheit, einen ganz heißen Titelanwärter gesehen zu haben.

Friesensportlerinnen und Friesensportler, die glauben, dass sie schon alles erlebt haben und sie nichts mehr umwerfen kann, sind bei den Verbandsmeisterschaften im Hollandkugelwerfen in Wiesede eines Besseren belehrt worden. Deshalb lohnt sich ein Blick zurück – auch wenn seit den Titelkämpfen schon ein wenig Zeit vergangenen ist. Für viele Männer hatte die 750 Meter lange Strecke bekanntlich nicht ausgereicht. Sie mussten die Kugel am Ende vor einem tiefen Graben aufnehmen – unabhängig davon, ob sie vor oder hinter der 750-Meter-Marke gelandet war. Die große Frage lautete nun: Von welchem Punkt aus sollten die Sportler weiterwerfen? Und sollte die Entfernung zum neuen Abwurfpunkt später abgezogen oder hinzugezählt werden? Die Meinungen gingen weit auseinander. Und einige Sportler waren nach ihrem Wettkampf doch ein wenig erstaunt, als sie auf ihren Zettel schauten. Noch unmittelbar vor der Siegerehrung wurde deshalb heftig diskutiert, ob denn auch die richtigen Werfer auf dem Siegerpodest stehen. Wohl gemerkt: Es waren Verbandsmeisterschaften.

Dass während der Partie der 2. Fußball-Kreisklasse zwischen dem TuS Elsfleth II und der SG Burhave/Stollhamm gleich zweimal ein Krankenwagen kommen musste, ist eine Geschichte, die man eher ungern erzählt. Der Elsflether Tammo Buttelmann hatte großes Pech: Er verletzte sich am Knie. Sein Mannschaftskamerad Luiz Bos hatte dagegen Glück im Unglück. Er erlitt zwar eine Blessur an der Hand. Doch im Krankenhaus stellte sich laut Elsfleths Vorstand Hergen Speckels heraus, dass alles halb so schlimm war. Nachdem er die Diagnose erhalten hatte, machte sich der unverwüstliche Bos stante pede auf den Rückweg. „Plötzlich stand er wieder am Platz und wollte weiterspielen“, sagte Speckels. Daraus wurde dann zwar nichts, aber immerhin konnte er mit seiner Mannschaft anschließend den ersten Saisonsieg feiern.

Gewürdigt werden muss an dieser Stelle die SG Großenmeer/Bardenfleth. Sie hat mit vier Siegen aus vier Spielen eine blitzsaubere Weste in der 2. Fußball-Kreisklasse. Wer sich den Spielplan mal genauer anschaut, stellt fest, dass die Großenmeerer bisher ausschließlich auswärts gespielt haben. Das ist schon eine Ansage, zumal die Mannschaft von Trainer Tilo Ziegert auf ihrem heiß geliebten Platz in Eckfleth bekanntlich noch ein kleines bisschen stärker ist. Am 7. Oktober ist es soweit: Dann bestreitet sie dort ihr erstes Heimspiel gegen Burhave. gra/wboe

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