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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Boßeln: Sport auf rissigem Asphalt

25.04.2016

Brake Die rote Gummikugel will gar nicht mehr anhalten. „Das war ein Guter!“, ruft Heino Westje. Die Kugel rollt und rollt, nimmt die Kurve elegant und landet dann unter Johlen der Spieler im Wassergraben. Jürgen Rother kommt mit dem Haken angelaufen und fischt in der trüben Brühe herum. „Da“, raunt er und zieht den Haken wieder hervor. Darin: jede Menge Grünzeug, Schlamm und die Boßelkugel. „Es kann auch mal passieren, dass wir sie nicht wiederfinden“, sagt Manfred Böning, zweiter Vorsitzender des Boßelvereins Brake. Oder die Besitzer der anliegenden Grundstücke melden sich Tage später, weil sie beim Rasenmähen auf eine Kugel gestoßen sind.

Heimatsport

Der Heimatsport ist im Norden zwar weit verbreitet, aber Manfred Böning bedauert, dass die Vereine immer mehr Mitglieder verlieren: „Vor einiger Zeit hatten wir auch junge Leute im Team. Die waren sogar richtig gut!“ Doch viele würden wegziehen oder schichtweise arbeiten und so kommt der Verein mit seinen 50 Mitgliedern (davon 14 aktive) auf einen Altersdurchschnitt von etwa 60.

„Woran viele Vereine auch leiden, sind die schließenden Vereinslokale“, sagt Manfred Böning. Man brauche eben einen Ort, an dem man zusammenkommen könne, sich treffen und vielleicht auch die Pokale unterbringen könne. „Die lagern jetzt alle irgendwo im Keller.“ Früher hat sich der Braker Boßelverein in der ehemaligen Gaststätte Klemptner in Golzwarden getroffen. Nun können die Boßler nach dem Training immerhin im Bürgerhaus Sandfeld einkehren. Wie jedes Mal öffnet Hausmeister Udo Becker die Türen, bereitet Kaffee und Tee zu.

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Jürgen Rother nimmt Anlauf. Die Gummikugel liegt in seinem Handschuh, doch bevor er werfen kann, muss er bedenken: Die Strecke macht eine Kurve. Nach links neigt sie sich stärker, als nach rechts. Der Asphalt hat Risse, die die Kugel ablenken können. Und dann gibt es noch den Gegenwind. Der Arm wandert kurz in die Höhe, schnellt herab, nach hinten, nach vorne, das Handgelenk macht eine knappe Drehung und die Kugel schlägt auf dem Boden auf. „Ach nein!“, ruft Jürgen Rother. Zu hoch habe er geworfen, das merke er gleich.

Normalerweise spiele man vier gegen vier, nur manchmal reicht die Beteiligung nicht, dann verlegt man sich auf zwei Zweier-Teams. Die Strecke ist dreieinhalb Kilometer lang und es gilt, sie mit der Boßelkugel abzuwerfen. Das Team, das auf dem Hin- und Rückweg die wenigsten Würfe braucht, gewinnt.

Glück muss man haben

„Es gibt Tage, da läuft’s einfach“, sagt Jürgen Rother. „Beim Boßeln muss man viel Glück haben.“ Er macht einen Schritt zur Seite, um ein Fahrzeug passieren zu lassen und die Bahn ist wieder frei für den nächsten Wurf.  Interessierte sind herzlich eingeladen: Der Verein trifft sich jeden Sonntag, 9 Uhr, am Sandfelder Bürgerhaus am Sandfeld 21.

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