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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Vom Zuchthandel zum Volksfest

31.08.2016

Ovelgönne „Der im Jahr 1633 offiziell gegründete Pferdemarkt hat in Ovelgönne inzwischen eine alte und sehr große Tradition. Sicher hat es vor 1633 auch schon einen inoffiziellen Pferdehandel auf dem Vorwerk oder auf den Höfen der eigenständigen Grundherren und auf einigen Meierhöfen gegeben.“ Das schreibt Dieter Bolte in seiner Chronik „Butjadingen, Stadland und Burgdorf Ovelgönne – einst und jetzt“.

Es werde in diesem Jahr offiziell der 386. Ovelgönner Pferdemarkt gefeiert. Aber das sei nicht ganz korrekt. „Ich habe recherchiert, dass der Markt in den Jahren 1945, 1946, 1947 und 1948 nicht stattgefunden hat“, sagt Dieter Bolte wenige Tage vor der Eröffnung des Volksfestes im Gespräch mit der NWZ .

Kauf per Handschlag

Das Bild des eigentlichen Ovelgönner Pferdemarktes hat sich im Laufe der Jahre erheblich verändert. Damals war Ovelgönne ein wichtiger Absatzplatz der hier blühenden Pferdezucht. Neben mehreren Rindermärkten im Frühjahr und Herbst fand der große in ganz Deutschland bekannte Ovelgönner Pferdemarkt stets Anfang September statt. Mehr als 2000 Tiere waren keine Seltenheit, wie in Chroniken zu lesen ist.

Heute kann man sich diese Auftriebszahlen kaum vorstellen. Das Jahr 1887 brachte den damals größten Pferdemarkt, den Rekordauftrieb von 5000 Pferden und Fohlen. Bis zum ersten Weltkrieg dauerten die Pferdemärkte in Ovelgönne eine Woche lang. Von mittwochs bis sonntags handelten die Händler, Züchter und Bauern in den Straßen des Ortes.

Auf den Zufahrtsstraßen und sonstigen Wegen wurden ebenfalls lebhaft Käufe abgeschlossen und mit Handschlag besiegelt.

Die Betreuer mussten die Pferde, die an den Wagen angebunden waren, Tag und Nacht bewachen. Von montags bis mittwochs fand dann der Pferdemarkt in den Straßen des Burgdorfes und auf dem jetzigen Tierschauhamm statt.

Transport per Bahn

Bis in die dreißiger Jahre war der Ovelgönner Pferdemarkt noch ein echter Zuchtmarkt. Die Pferde wurden damals überwiegend mit Waggons der Eisenbahn transportiert und die Reichsbahn hatte extra für den Pferdemarkt auf dem Markthamm eine Agentur eingerichtet, wo für die Pferde die Frachtpapiere in Ordnung gebracht werden konnten. Heute wird der Handel von Pferden überwiegend auf den Zuchtstationen getätigt, so dass der echte Pferdehandel per Handschlag immer weniger zu beobachten ist.

Bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg mussten für die Pferde, die sonntags auch in dem Ort zum Verkauf angeboten wurden, eine Gebühr bezahlt werden. Um den Auftrieb an Pferden zu fördern, wurde später aber für jedes auf dem Pferdemarkt aufgetriebene Pferd ein unterschiedliches Handgeld gezahlt, um den Pferdemarkt in den folgenden Jahren wieder mehr zu beleben. Die daraufhin wieder leicht steigende Tendenz des Pferdeauftriebes und die großen Besucherzahlen machen deutlich, dass der Ovelgönner Pferdemarkt mit seinem großen Volksfest, prachtvollem Umzug und weiterem großen Rahmenprogramm mit Gewerbeschau und Kaninchenausstellung nach wie vor ein großer Anziehungspunkt vieler Menschen aus der gesamten Region geblieben ist.

Zahlreiche Besucher, darunter auch ehemalige Ovelgönner, nehmen extra für den Pferdemarkt ihren Urlaub, um diese Großveranstaltung mitzuerleben, viele Freunde und Bekannte zu treffen und mit ihnen zu feiern.

Alle Artikel zum Ovelgönner Pferdemarkt finden Sie in unserem Spezial.


     www.nwzonline.de/fotos-weserrmarsch 

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