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SELBSTHILFE: Wenn der Schmerz nicht mehr nachlässt

25.10.2006

NORDENHAM NORDENHAM - „Du siehst aber doch ganz gut aus“ – diese Reaktion kann Angela Elver schon fast nicht mehr hören. Dabei ist in der Tat kaum zu sehen, dass die gebürtige Baselerin seit 15 Jahren unter Arthrose leidet. Den Kampf gegen ihre chronische Krankheit führt die 45-Jährige nun seit einem guten halben Jahr auch in der Öffentlichkeit – in einer Selbsthilfegruppe.

Ein Arzt in Bremerhaven hatte Angela Elver ermutigt, ein solches Treffen zu organisieren. „Ich habe zuerst gedacht, das kann ich gar nicht schaffen“, erzählt die in Schweewarden lebende Frau. Zu stark waren die Beeinträchtigungen: „Ich konnte jahrelang vor Schmerzen kaum aufrecht gehen.“

Dann aber hat ein Arzt ihr neue Medikamente verschrieben, Opiate. „Keine Drogen“, wehrt sie ab. „Retardierende Opiate“ geben über den Tag verteilt einen Wirkstoff an das Nervensystem ab, der körpereigene Schmerzhemmer unterstützt, aber nur die chronischen Schmerzen lindert. „Wenn ich mich stoße oder verbrenne, tut das immer noch weh“, sagt Angela Elvers. Schmerz habe ja auch eine Schutzfunktion, etwa am heißen Herd.

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Aufzuklären und die Krankheit transparent zu machen ist eins der Ziele der „Selbsthilfegruppe für chronisch Schmerzkranke“. Sie trifft sich an jedem dritten Mittwoch im Monat im Gemeindehaus an der Werrastraße 20.

Die Teilnehmer tauschen sich über ihre Erfahrungen mit chronischen Schmerzen aus, thematisieren Probleme, reden über neue Therapieansätze. „Wir wollen, dass man uns ernst nimmt und uns unseren Schmerz glaubt“, beschreibt Angela Elver.

Auch Angehörige chronisch Kranker seien bei den Treffen willkommen. Schließlich gebe es viel zu erklären – zum Beispiel eben, dass die schmerzlindernden Medikamente keine Drogen sind.

Gertrud Bucken leidet ebenso unter Arthrose wie Angela Elver und rund 15 Millionen weitere Deutsche. „Bei mir hat es mit Rückenschmerzen angefangen“, erinnert sich die 56-jährige an den Beginn der Gelenkabnutzung, die sie zu Frührentnerin gemacht hat. Neben Arthrosepatienten kommen auch an Osteoporose oder Rheuma Leidende zu den Treffen der Selbsthilfegruppe.

„Es stimmt nicht, dass man bei chronischen Schmerzen nichts machen kann“, betont Angela Elver. Richtig sei, dass die Ursache kaum zu bekämpfen sei. Aber Symptome ließen sich lindern. Wie das geht, auch darüber spricht die Selbsthilfegruppe.

„Ich gehe zum Beispiel drei oder vier Mal pro Woche ins Fitnessstudio“, erzählt die 45-Jährige. Zwar könne sie längst nicht so intensiv trainieren wie Gesunde. Dennoch: „Ich bin froh, dass ich mich überhaupt bewegen kann, mir tut das gut.“

Durch ihre chronische Krankheit könne sie „nicht viel geben“, bedauert Angela Elver. „Aber ich kann zuhören und meine Erfahrungen und Tipps weitergeben.“

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