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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Corona-Krise: Zwischen großem Eifer und unsicherer Zukunft

03.06.2020

Wesermarsch Die Fußballerinnen der Wesermarsch hoffen alsbald auch wieder auf Duelle mit ihren Klassengegnerinnen. Mit dem Training durften die Teams bereits vor 14 Tagen beginnen. Doch wann und wie wieder gespielt wird, entscheidet der Niedersächsische Fußballverband erst Ende Juni.

Das Training gestaltet sich derzeit sehr zäh. Die Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen strikt eingehalten werden. Anderenfalls droht eine Vereinssperre. „Das Training dient eher dem Zusammenhalt. Es darf keinen Körperkontakt geben“, sagt Jonny Peters, Trainer des Landesligisten SV Brake. Trainer Daniel Behrens vom Oberligisten TSV Abbehausen ergänzt: „Übungen dürfen nur in kleinen Gruppen durchgeführt werden.“

Außerdem müssen die Bälle nach jeder Trainingseinheit desinfiziert werden. Peters: „Keine Spielerin darf den Ball während des Trainings in die Hand nehmen.“

Die Fußballerinnen des TSV Abbehausen sind das ranghöchste Team aus der Wesermarsch. In der Oberliga Niedersachsen West liegen sie an vorletzter Stelle mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Daniel Behrens macht keinen Hehl daraus, dass er von einem Abbruch der Saison ohne Absteiger gar nichts hält: „Wir wollen sportlich die Liga erhalten. In den noch ausstehenden neun Begegnungen wäre das möglich.“

Allerdings steht beim TSV noch die Anfrage des Staffelleiters aus, ob der Verein als Vorletzter in der nächsten Saison überhaupt noch weiter in der Oberliga spielen möchte. „Für die Oberliga benötigen wir einen festen Stamm von Spielerinnen“, fordert Behrens.

Lange Zeit ohne Sieg

Seine Mannschaft ist seit dem 26. Oktober des vergangenen Jahres sieglos. Sie erzielte dabei in sechs Spielen keinen einzigen Treffer.

Behrens stellt fest: „Ein Grund für das schwache Abschneiden war unter anderem die chronische Personalnot.“ Der TSV-Coach plant künftig unter anderem mit Spielerinnen aus der eigenen B-Jugend.

Er lässt jedoch durchblicken, dass die Offensive seiner Elf hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Die torgefährliche Samantha Müller ist nach einer langwierigen Knieverletzung zwar wieder genesen, doch sie ist beruflich stark eingespannt und kann nicht konstant trainieren.

Behrens will in den nächsten Tagen mit seinen Spielerinnen über die Zukunft im Verein sprechen. Gibt es nicht die nötigen Zusagen für die Oberliga, könnte es durchaus möglich sein, dass Abbehausen freiwillig nur für die Landesliga melden wird.

Jonny Peters, der mit dem SVB in der Landesliga im Tabellenkeller steht, sieht das anders: „Für uns käme ein freiwilliger Rückzug in die Bezirksliga nicht infrage. Jede Mannschaft gewinnt in einer stärkeren Liga an Erfahrung und Qualität.“

Peters plagen ebenfalls Personalsorgen: „Zurzeit stehen mir für die neue Saison nur 15 Spielerinnen zur Verfügung. Damit kommt kein Team durch die Saison.“

Mareike Schnare und Lena Kemmeries hören wegen schwerer Kreuzbandverletzungen auf. Monika Slota wohnt mittlerweile in Bremen. Jasmin Heisig arbeitet in Salzgitter, und Josephine Schnibbe plant ab dem Spätsommer ein Studium. Das sind fünf Spielerinnen, die erst einmal ersetzt werden müssen. Peters ist deshalb auf der Suche nach Verstärkungen: „Fällt mir eine gute Fußballerin auf, spreche ich sie auf einen möglichen Vereinswechsel an und verfolge anschließend ihre Leistungen.“

Nicht zustande kam die Verpflichtung von Deria Zima Inam, die bereits beim Werder Bremen aktiv war. „Sie wohnt in Bremen“, sagt Peters, der die talentierte Spielerin in einem Test bereits eingesetzt hatte. Svea Pieritz, Mieke Renken und Deniz Lara Kocatas sind Kandidatinnen, die aus der Zweiten aufrücken können.

Beim Kreisligisten SG Großenmeer/Bardenfleth verzichtet Trainer Jürgen Ahlers aufs Training: „Übungen ohne Körperkontakt? Das geht im Fußball gar nicht. Mit Dauerlauf und Passübungen allein kann ich niemanden begeistern.“

Gemütliches Miteinander

Für Ahlers gehört auch das gemütliche Miteinander nach einer Trainingseinheit zum Fußball: „Nur das ist zurzeit verboten.“ Zudem sei es unglücklich, dass die sanitären Anlagen auf dem Vereinsgelände wegen der möglichen Ansteckungsgefahr nicht benutzt werden dürfen, sagt er.

Verlassen wird die SG Großenmeer/Bardenfleth die torgefährliche Jenny Szeranowicz. Wegen eines Wohnortwechsels wechselt sie zum TuS Büppel II. „Ich hätte sie auch gerne beim SV Brake gesehen“, sagt Jonny Peters.

Der Braker Coach wünscht sich ohnehin eine bessere Zusammenarbeit der Wesermarsch-Vereine im Frauenfußball: „Davon würden wir doch alle profitieren.“

Die SG Großenmeer/Bardenfleth plant für die kommende Serie mit dem Nachwuchs aus dem eigenen Verein: „Mädchen aus der B-Jugend werden zum Kader der Ersten stoßen“, sagt Ahlers. Der SG-Coach wäre nicht begeistert von einem Saisonabbruch: „Wir hatten gute Chance auf die Vizemeisterschaft.“

Der ESV Nordenham hat in der 2. Kreisklasse unter Trainer Matthias Stolle bisher zwei Trainingseinheiten nach dem Ende der Pause absolviert. „Eine Übungseinheit haben wir am Strand absolviert und Kondition getankt.“

Stolle steht ein Kader von 19 Spielerinnen zur Verfügung und freute sich über eine verhältnismäßig hohe Trainingsbeteiligung: „Leider ist unser Platz durch die anhaltende Trockenheit in einem sehr schlechten Zustand, so dass ein Schusstraining kaum möglich ist. Dennoch haben wir mit der nötigen Kreativität Übungen nach Vorgabe des Deutschen Fußballbundes zusammengestellt.“

Mirco Gollenstede trainiert zusammen mit René Smilgies die in der 1. Kreisklasse beheimatete SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor: „Wir stehen mit unserer Mannschaft wieder im Training und absolvieren zwei Trainingseinheiten die Woche in Seefeld.“ Die SG verfügt mit 26 Spielerinnen über einen verhältnismäßig großen Kader. Die Fußballerinnen nahmen das Training mit Rieseneifer auf. Gollenstede: „Wir freuen uns alle riesig auf den Neubeginn.“ Die SG rangiert in der 1. Kreisklasse vor der Unterbrechung im März an dritter Stelle.

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