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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Golf: Entspannung und höchste Konzentration

23.04.2020

Wesermarsch Im Landkreis Wesermarsch gibt es zwar keine offiziell zugelassenen Golfplätze. Dennoch wohnen hier leidenschaftliche Golferinnen und Golfer. Sie spielen mit viel Herzblut auf Plätzen in Bremerhaven, in Hainmühlen bei Bederkesa, im Bremer Golfclub Schweiz bei Schwanewede sowie in Hude und Rastede.

Der Golfplatz ist ein besondere Sportstätte. Geschultes Personal – die so genannten Greenkeeper – sorgt für regelkonforme Spielstätten, die der ständigen Pflege in unterschiedlicher Form benötigen. Roland Schiefke aus Brake geht seit 18 Jahren dem Golfsport in Hude nach: „Die Golfstätten ähneln mittlerweile parkähnlichen Anlagen. Es ist ein Genuss, den Sport auszuüben.“

Andreas und Petra Hofschildt aus Nordenham spielen seit zehn Jahren Golf und setzen noch einen drauf: „Wenn wir einen Tag golfen, ist das für uns wie zwei Tage Urlaub. Man trifft dort beruflich sehr eingespannte Leute, die jedoch nicht über Arbeit sprechen. Der Sport ist Entspannung pur.“ Jeder Golfer ist bei einem Club angemeldet. Doch es ist üblich, auch auf anderen Golfplätzen die Herausforderung zu suchen.

Unterschiedliches Design

Die meisten Spielstätten verfügen über 18 Löcher, wobei der Begriff Loch eine Spielbahn umschreibt. Gespielt werden vier Bahnen mit drei Löchern, zehn Spielfelder mit vier Löchern und vier Bahnen mit fünf Löchern. Verfügt die Spielstätte über neun Spielbahnen, wird zumeist nur auf drei Löcher gespielt. Laut Sabine Dorn, Golferin beim Golfklub Bremer Schweiz in der Nähe von Schwanewede, sind die Golfanlagen unterschiedlich angelegt: „Viele Golfer bevorzugen eine Spielstätte mit besonderem Design.“

Wenn die Golferinnen und Golfer vom Par sprechen, meinen sie die Anzahl der Schläge, die ein sehr guter Aktiver auf einer Bahn benötigt, um den Golfball einzulochen. Ziel ist es, das Par zu unterbieten beziehungsweise nahe heranzukommen. Daran wird das Handicap eines Spielers gemessen.

Die einzelnen Bahnen unterteilen sich in drei Abschnitte. Zunächst ist der Abschlagsbereich zu nennen, in dem gestartet wird. Sabine Dorn sagt, dass beim Start der Fuß nicht bewegt werden darf. Oftmals tragen die Golfer beim Abschlag daher Schuhe mit Spikes, normal sind aber Golfschuhe mit Profilsohlen.

Der zweite Abschnitt auf der Spielbahn nennt sich Fairway mit all seinen Schikanen: Bunker, Teiche oder hohes Gras. Geht der Ball im Fairway verloren, kann er unter Anrechnung von Fehlschlägen ersetzt werden. Das Grün ist das Schlussdrittel einer Bahn, in dem der Ball in einem Einschlagloch von 10,8 cm Durchmesser eingelocht wird.

Die Länge der Bahnen ist unterschiedlich. Je nach Anzahl der Löcher beträgt die Entfernung bei einem Par drei bei den Herren bis zu 229 Meter (Frauen: 192 Meter). Bei einem Par vier beträgt die Distanz zum Loch bis zu 430 Meter (Damen 366 Meter). Ein Par 5 ist die Maximalgröße.

Hohe Anforderungen

Der Abbehauser Fynn Roth vom Golfclub Hainmühlen im Landkreis Cuxhaven nennt die Vorzüge seines Lieblingssports: „Dabei kann ich vom Alltag total abschalten. Zudem erfordert der Sport ein hohes Maß an dauerhafter Konzentration, da bereits der kleinste Wackler beim Schlagen den Ball abdriften lässt.“ Der 32-jährige Roth hat nach eigener Aussage schon viele Sportarten ausgeübt, der Golfsport fordere ihn bisher am meisten.

Die Größe und Beschaffenheit der Golfbälle sind in Statuten geregelt. Der Durchmesser eines Balles beträgt mindestens 42,672 Millimeter mit einem maximalen Gewicht beträgt 45,9 Gramm.

Die Bälle bestehen aus Hartgummikernen und sind mit einer harten Kunststoffschale umgeben. Ausgestattet ist die Kunststoffschale eines Balles zudem mit 300 bis 450 Dellen – sogenannte Dimples –, die die Flugeigenschaften erheblich verbessern.

Die Farbe der Golfbälle ist zumeist weiß. Aber das nicht bindend geregelt ist. Gelbe Bälle werden allerdings nicht in allen Clubs geduldet. Bei offizielle Meisterschaften dürfen gelbe Bälle indes eingesetzt werden.

Ähnlich verhält es sich mit den Bekleidungsvorschriften. Jeans und Shirts ohne Kragen sind verpönt, jedoch nach dem offiziellen Regelwerk nicht verboten. Bei inoffiziellen Turnieren legen die Veranstalter oftmals wert auf karierte Hosen und Polohemden mit Kragen.

Eine komplette Golfausrüstung inclusive der Spielmaterialien kann schon für wenige hundert Euro erworben werden. Empfohlen werden auch Handschuhe, um Blasen an den Händen zu vermeiden.

Laut Sabine Dorn, die vornehmlich in Bremen dem Golfsport nachgeht, sollen Frauen in Kleidern oder Röcken zum Golfspielen antreten: „Gegen eine Hose gibt es auch keine Einwände. Nur eine Jeans soll es nicht sein.“ Andreas Hofschildt ergänzt: „Einige Golfer bringen mit ihrer Bekleidung auch Farbe ins Spiel.“

Anstrengender Sport

Des Weiteren zieme es sich nicht, nach einem Spiel verschwitzt den Bereich des Vereinsheimes aufzusuchen. Hygiene steht bei den Golfern zwar vorne an, doch der Nordenhamer Manfred Neumann, der beim Golfclub Bremerhaven-Geestemünde spielt, stellt klar: „Ganz so pingelig sind die Clubeigner mittlerweile nicht mehr, denn beim Golfen kommt man spätestens ab dem dritten Loch mächtig ins Schwitzen.“ Neumann betreibt den Sport oftmals zusammen mit seiner Ehefrau Kathrin Draber.

Ein Parcours mit 18 Bahnen kann bis zu 7000 Meter lang sein. Fynn Roth, sagt, dass man bis zu zwei Stunden für einen Durchgang auf einer 18-Loch-Anlage benötige. Schiefke ergänzt: „Zehn Kilometer kommen da schnell zusammen. Ein Spieler darf bis zu 14 Schläger im Trolley haben, in dem er auch Getränke, einen Imbiss und Regenkleidung verpackt hat.

Die Schläger sind mit einem großen Abschlagskopf versehen und bestehen aus Holz, Hartgummi, Stahl oder Eisen. Je nach Entfernung und der Lage des Balles setzt der Golfer verschiedene Schläger ein. „Es gibt fast für jede Lage und alle Hindernissen auf der Bahn einen Schläger, mit dem sich das Spiel am besten fortsetzen läßt“, sagt Fynn Roth.

Zum Einlochen auf dem Grün stehen dem Aktiven zwei „Putter“ zur Verfügung. Beim Putten wird der Ball mit dem Schläger über das Grün „gerollt“.

Lochspiel oder Zählspiel

In den Clubs stehen zwei Spiele auf der Tagesordnung: das Loch- und das Zählspiel. Zwei Konkurrenten treffen beim Lochspiel direkt aufeinander. Beim Zählspiel hingegen agiert jeder Akteur für sich. Die Schläge werden addiert. Es wird zwischen einer Brutto- und Nettowertung unterschieden. Das soll Chancengleichheit gewährleisten. Die reine Schlagzahl ist Berechnungsgrundlage der Bruttowertung. Bei der Berechnung der Nettowertung hingegen wird dem schwächeren Spieler das Handicap gutgeschrieben.

„Die Idee mit dem Handicap ist super. So hat man gegen den wesentlichen besseren Kontrahenten sogar eine Chance“, sagt der Schweier Stephan Siefken. Aus zeitlichen Grunden ruht zurzeit allerdings sein Engagement im Golfsport.

Ein Ass schlägt der Spieler, wenn er mit dem Abschlag direkt in das weit entfernte Loch trifft. Condor, Albatross, Eagle und Birdie errechnen sich bei Schlägen unter Par. Über Par erfolgte Schläge werden als Bogey bezeichnet. Ein Anfänger wird „Rabbit“ (Kaninchen) genannt.

Der Golfsport hat seine Wurzeln in der ganzen Welt. Zunächst gab es verschiedene Regelwerke, letztendlich hat sich die schottische Golf-Variante allerorts durchgesetzt.

Golf ist 2016 nach 112 Jahren wieder olympisch geworden. Zum Kennenlernen dient unter anderem die Variante Pitch und Pull – Abschlagen und Einlochen.

Fynn Roth verlor sein Herz am Golfsport mit fünf Freunden in den Niederlanden: „Vor sechs Jahren haben wir im Urlaub als Anfänger mit Pitch und Pull begonnen. Heute besitzen wir alle die Platzreife und spielen als Team zusammen.“ Platzreife ist der Nachweis, dass zügig und entsprechend der Golfregeln gespielt werden kann.

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