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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Fußball: Zappelige Mädchen überzeugen Sichter

18.06.2015

Abbehausen Junge Fußballer und Fußballerinnen sind von Natur aus zappelig. Sie müssen sich einfach bewegen. Und wenn sie loslegen wollen, aber zum Herumstehen gezwungen sind, bricht sich die Ungeduld irgendwann Bahn: Sie nörgeln. Oder machen Faxen. Die D-Juniorinnen der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor sind da an diesem Sonntag keine Ausnahme. Die Pause vor dem Spiel um Platz fünf der Vorrunde des VGH-Girls-Cups gegen den TuS Leerhafe/Hovel II ist ihnen einfach zu lang. Als nach einer gefühlten Ewigkeit aus der Lautsprecheranlage des Abbehauser Sportplatzes endlich die Frage quäkt, ob alle Mannschaften bereit für den Anpfiff seien, ist die Antwort ein langgezogenes ,Ja’. Eine nicht näher bekannte Spielerin der Spielgemeinschaft aus der Gemeinde Stadland kann sich außerdem ein unüberhörbares „Oh, Mann“ einfach nicht verkneifen. Warum hat das auch alles so lange gedauert?

Die Mannschaft von Trainer Fynn Pöpken ist eine von 15 Mannschaften, die um den Einzug in die Zwischenrunde kämpfen. Sie wird am Ende Platz fünf belegen. Den Turniersieg feiert der FSV Jever dank eines 2:1-Finalsieges gegen den TuS Büppel. Die dritte Mannschaft Büppels gewinnt das kleine Finale gegen die erste Mannschaft des TuS Leerhafe/Hovel. Die Erste des TSV Abbehausen wird Siebter, der SV Brake Neunter. Die Reserve des TSV Abbehausen landet auf Platz elf der Abschlusstabelle, Brake II auf Platz 15.

Mehr als ein Wettbewerb

Das Turnier ist mehr als ein reiner Wettbewerb. Es dient zugleich der Sichtung talentierter Spielerinnen der Jahrgänge 2002, 2003 und 2004. Die besten erhalten eine Einladung zu einem Sichtungstraining. Dort können sie sich für ein regelmäßiges Training im Teilbereich empfehlen.

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Einer der Sichter ist Kim Neubert. Er ist für die Auswahl des Teilbereichs Oldenburg zuständig. Er habe schon einige Spielerinnen auf dem Zettel, sagt er und freut sich über eine unfreiwillige, aber gelungene Kopfballstafette in einem Spiel der Trostrunde. Aber er bleibt kritisch. „Ich hätte gerne mehr Namen notiert.“ Das Niveau sei in den vergangenen Jahren ein wenig zurückgegangen. Doch eigentlich sei es ganz einfach, den Trend umzukehren. „Wir brauchen nur mehr lizenzierte Trainer im Mädchen-Fußball“, sagt er.

Unterdessen sind die Spielerinnen der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor gegen Leerhafe/Hovel in Führung gegangen. Sie sind körperlich etwas stärker. Außerdem kombinieren sie besser. „Die Mädels können es ja. Aber ich muss es ihnen immer wieder sagen“, sagt Trainer Fynn Pöpken. Dagegen sind einige Leerhafer Spielerinnen erstaunlich fit im Eins-gegen-eins. Allen voran die quirlige Jazzmine Menia ärgert die Stadlander Abwehr ein ums andere mal.

Bolzen streng verboten

Aber Schweis Trainer macht seinen Spielerinnen keinen Vorwurf, wenn sie mal einen Zweikampf verlieren. Allerdings macht er ihnen schon deutlich, wenn ihn etwas ärgert – wie zum Beispiel ein unnötiger langer Ball vom eigenen Strafraum. „Wir wollen nicht bolzen. Wir wollen spielen“, ruft er ins Feld. Im Großen und Ganzen setzen seine Spielerinnen seine Vorgaben um. Deshalb gewinnen sie das Spiel verdient mit 2:0.

Stefan Harjes vom Ausrichter TSV Abbehausen darf zwar nicht mitspielen. Aber er legt während des Turniers genauso viele Kilometer zurück wie die Spielerinnen. Der Turnierorganisator ist als Mädchen für alles der Ansprechpartner der Mannschaften und schafft es, immer überall zu sein. Verletzt sich ein Mädchen, ist er zur Stelle, um zu trösten. Leidet eine Spielerin an Kreislaufproblemen, hilft er den Betreuern, sie zu stabilisieren.

Reiner Müller, Lehrwart des Niedersächsischen Fußballverbands im Kreis Wesermarsch, ist froh, dass er Harjes an seiner Seite weiß. Er ist beeindruckt vom Einsatz seines Kollegen und freut sich über die vielen positive Rückmeldungen, die es für die Organisation gibt.

Harjes selbst vermeidet es, über sich selbst zu reden. Er spricht lieber über andere. „Wir haben uns sehr gefreut, dass der SC Dunum kurzfristig für die SG Neustadt/Oldenbrok/Ovelgönne eingesprungen ist“, sagt er. Zugleich empfiehlt er allen, sich mal ein Spiel der dritten Mannschaft aus Büppel anzuschauen. „Da spielen fast ausschließlich Spielerinnen der Jahrgänge 2004 und 2005. Das ist ganz toll anzusehen.“

Er hat den Satz kaum beendet, da wartet auch schon die nächste Aufgabe. Die Turniersprecher Fabian Beerhorst und Claas Hoppe benötigen seine Unterstützung. Sekunden später hat Harjes das Problem gelöst. Den Rest übernimmt das Duo. Wie bei einem übermotivierten Radioreporter überholen sich ihre Zungen schon mal selbst, wenn sie die Partien ansagen. Aber das nimmt ihnen niemand krumm. Ganz im Gegenteil: Hier übernehmen Kinder Verantwortung. Das finden alle klasse – wohlgemerkt: Fabian ist zehn, Claas neun Jahre alt.

Neunmeterschießen

Wie es sich für ein tolles Turnier gehört, bleibt es bis zum Schluss spannend. Die Entscheidung im Finale zwischen Jever und Büppel fällt im Neunmeterschießen. Das wollen sich auch die Spielerinnen der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor anschauen. Aber erstmal diskutieren sie über ihre Leistungen. Sie sind sich einig: „Wir hätten mehr erreichen können“, sagt Pia Templin. Besonders die Niederlage gegen den TuS Büppel liegt allen quer im Magen. Welche Mannschaft verliert schon gerne 0:5? „Da waren wir unkonzentriert“, sagt Gesa van der Velde und lacht. Alle lachen mit. Warum auch nicht? „Wir wissen ja, dass wir es besser können“, sagt Gesa selbstbewusst Die Blicke ihrer Mitspielerinnen verraten: Sie sehen es genauso.

Schon am Tag nach dem Turnier steht fest, welche Mädchen die Einladung zu einem Sichtungstraining erhalten. Acht Spielerinnen aus der Wesermarsch können sich freuen. Von der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor überzeugten Paula Lahrmann, Gesa van der Velde und Hannah Hadeler die Sichter. Mit dabei sind auch Denise Hofschildt, Noemi Janke und Evmorfia Rizou aus Abbehausen. Sie werden von Jaqueline Rossi und Jona Hennings vom SV Brake begleitet. Die Nachwuchsarbeit in der Wesermarsch kann sich also sehen lassen.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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