Lemwerder - Die Unternehmensgruppe Lürssen möchte sich erweitern und hat dafür das Grundstück mit dem kleinen Wäldchen nahe des Fähranlegers in Lemwerder gekauft, bestätigt Pressesprecher Oliver Grün auf Nachfrage unserer Redaktion. „Mit der Investition am Standort Lemwerder soll unter anderem ein modernes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NVL geschaffen werden“, sagt Oliver Grün. Die NVL ist eine eigenständige Gesellschaft, die den Bereich Marineschiffbau und Reparaturaktivitäten von Marineschiffen und Küstenwachbooten übernommen hat. Durch den Bau des Bürogebäudes würden die bislang genutzten Container rückgebaut, erläutert der Sprecher.
Rodung der Fläche
Vor Beginn der Baumaßnahmen musste der Baugrund und dessen Beschaffenheit untersucht und vorbereitet werden. Deshalb war im Februar, vor Beginn der Brut- und Setzzeit, die Rodung der Fläche erfolgt, berichtet Oliver Grün. „Selbstverständlich werden wir als verantwortungsbewusstes Unternehmen Anpflanzungen an anderer Stelle ausführen. Über die entsprechenden Flächen und weitere Details werden wir uns mit der Gemeinde Lemwerder im Rahmen der Planungen für den Neubau abstimmen“, versichert der Pressesprecher.
Kritik der Grünen
Die Erweiterung und die damit einhergehende Schaffung von Arbeitsplätzen würden auch die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in Lemwerder begrüßen, sie seien jedoch traurig darüber, dass wieder ein Stück Grünfläche verloren gehe, teilt Ratsfrau Brigitta Rosenow in einer Stellungnahme mit. „Wir hätten uns eine Erweiterung auf schon bebauter Fläche vorstellen können mit innovativen Ideen für die Schaffung von Parkfläche. Nun müssen Bäume weichen“, sagt sie. Bündnis 90/ Die Grünen hoffen, dass Lürssen nicht nur die vom Landkreis geforderte Kompensation bei Neubau in Absprache mit der Gemeinde in Lemwerder vornimmt, sondern auch eine weitere Grünfläche für die Lemwerderaner Bürginnen und Bürger schaffen wird“, sagt Brigitta Rosenow.
Das entsprechende Verfahren war 2015 mit der Verabschiedung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht, rekapituliert Brigitta Rosenow. Die damalige Mehrheit aus SPD und CDU hatte das bis dahin als Grünfläche deklarierte Grundstück zur Gewerbefläche umgewidmet. Bündnis 90 / Die Grünen sei dagegen gewesen, berichtet Rosenow.
