Nordenham - Musik wird oft als „Königsweg“ zu Menschen mit Demenz bezeichnet. Und genau darauf zielt das neue Angebot des Nordenhamer Mehrgenerationenhauses ab. Innerhalb des Programmes „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ wird in Kürze ein Tanztee ins Leben gerufen. Angesprochen fühlen, sollen sich alle Senioren, die Tanz und Musik mögen, gerne klönen und neue Kontakte knüpfen wollen.
Angehörigenberatung
„Es ist ein Format, das einfach Spaß machen und das Miteinander fördern soll“, sagt Christine Sassen-Schreiber vom Seniorenstützpunkt der Caritas. Sie wird das neue Projekt gemeinsam mit dem Koordinator des Demenz-Netzwerkes, Stefan Schreiber, begleiten. Mit im Boot ist darüber hinaus Jutta Dankert. Die Ehrenamtlerin hat viele Jahre in Berlin als Pflegediensthausleiterin gearbeitet. Im Mehrgenerationenhaus Nordenham bietet sie seit vergangenem Jahr immer dienstags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr die Angehörigenberatung bei Demenzerkrankungen an, die sehr gut angenommen wird. Am Dienstagnachmittag zwischen 14 und 16 Uhr finden ihre Beratungsgespräche im Schweier Gemeindehaus statt.
Der Bedarf ist enorm und Jutta Dankert verfügt über viel Fachkompetenz und Berufserfahrung. Zudem war ihre eigene Mutter an Demenz erkrankt. Vor diesem Hintergrund weiß sie, welche Bedeutung Musik, Bewegung und alles, was über die Gefühlsebene läuft, für dementiell Veränderte haben. „Sie auf dieser Ebene zu erreichen, ist wie ein Sechser im Lotto“, erklärt sie. Denn Musik wird im Gehirn an Orten des Langzeitgedächtnisses gespeichert. Willkommen sind beim Tanztee gerade deshalb auch Menschen, die unter Gedächtnisverlust leiden, und ihre Angehörigen. Denn für diese Personengruppe bestehe schnell die Gefahr der Vereinsamung.
Moderiert wird das neue Angebot, für das keine Anmeldung erforderlich ist, von Chaline Baschin. Sie hat reichlich Erfahrung im Tanzen und viele Jahre Unterricht gegeben. Hauptberuflich arbeitet sie in einem Pflegeheim. Erstmals stattfinden wird der Tanztee am Donnerstag, 23. Februar, zwischen 14.30 und 17.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus. Weitere Termine sind der 9. März und der 30. März.
Ehrenamtler willkommen
„Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ ist ein Förderprogramm des Bundes. Es wurde 2020 ins Leben gerufen. Bis 2026 sollen damit 150 Netzwerke gefördert werden, um noch fehlende Strukturen zur Teilhabe und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen auf- und auszubauen. Das im Nordenhamer Mehrgenerationenhaus Nordenham angesiedelte Netzwerk besteht seit vergangenem Jahr. Ihm haben sich bislang unter anderem der Seniorenstützpunkt, der Pflegestützpunkt, die Volkshochschule, verschiedene freie Träger und die Polizei angeschlossen. Stefan Schreiber und seine Mitstreiter würden sich über weitere Kooperationspartner und das freiwillige Engagement weiterer Ehrenamtler sehr freuen.
