Mitteldeich - In Reih’ und Glied hängen die Sicherungsgeschirre in der Werkstatt und warten auf Kundschaft. Stephan Rasper hat sie nicht nur wie jedes Jahr vor der Saison allesamt bis auf die letzte Naht und die letzten Schnalle kontrolliert. Er hat auch die Systeme ausgetauscht. Die modernsten und sichersten Komponenten sind nun verbaut.
Die Kosten dafür hätte sich unter normalen Umständen wohl schon amortisiert. Doch die Umstände sind nicht normal. Nun hofft der Betreiber des Klettergartens in Mitteldeich darauf, dass in der Corona-Krise weitere Lockerungen offiziell werden und er endlich seinen Klettergarten wiedereröffnen kann.
Ohne Corona hätten die Tore des Klettergartens ab dem 28. März offengestanden. Stephan Rasper war startklar. Er hatte die Sicherungsgurte aufgerüstet, war bei Wind und Kälte durch die 38 Elemente und vier Seilbahnen umfassende Anlage geklettert, hatte jeden Meter Stahlseil inspiziert, jede der mehr als 3000 Schrauben, die im Park verbaut sind, nachgedreht. Jetzt fehlten nur noch die Gäste. Doch die blieben in ganz Butjadingen aus – und damit auch im Klettergarten.
„Ich hab hier erstmal alles stehen und liegen lassen“, sagt Stephan Rasper. Immerhin konnte er die freie Zeit nutzen, um etliche Dinge an und in seinem gegenüber vom Klettergarten liegenden Haus zu erledigen, zum Beispiel einen großen Gemüseacker anzulegen – Entschleunigung, wo eigenlicht schon Hochbetrieb angesagt gewesen wäre.
Doch von Entschleunigung lässt’s sich schwerlich leben. „Das Ostergeschäft ist enorm wichtig für uns“, sagt Stephan Rasper, während seine fünfjährige Tochter Fee durchs Tor geradelt kommt. Im Oktober endet die Saison im Klettergarten. Bis dahin muss Stephan Rasper genügend Geld einnehmen, um das ganze Jahr über damit hinzukommen und die im Frühjahr anstehenden Investitionen in die Anlage bezahlen zu können.
Rund ein Viertel der üblichen Jahreseinnahmen sind dem Inhaber und Geschäftsführer des Klettergartens, der vor über 35 Jahren aus Berlin nach Butjadingen kam, nun schon verloren gegangen. Entsprechend froh ist Stephan Rasper, wenn jetzt auch die Bestimmungen für den Tourismus und für Anlagen wie seinen Klettergarten gelockert werden – was sich abzeichnet.
Stephan Rasper geht davon aus, dass er Infektionsschutzmaßnahmen wird ergreifen müssen. Darin sieht er kein Problem. Ein voneinander getrennter Ein- und Ausgangsbereich werde sich leicht realisieren lassen. Die Ausgabe für Sicherheitsgurte und Getränke sei ohnehin schon entsprechend gesichert. Und falls es Einschränkungen bei der Anzahl der Gäste, die gleichzeitig im Garten klettern dürfen, geben sollte – normalerweise sind es bis zu 60 –, dann wird Stephan Rasper die Öffnungszeiten erweitern, um den Besucherandrang zu entzerren.
Stephan Rasper freut sich darauf, wieder Gäste zu begrüßen, mit ihnen zu klönen, zu sehen, wie sie beim Klettern Spaß haben. Wer den Klettergarten nach der Wiedereröffnung besuchen möchte, sollte am besten telefonisch einen Termin absprechen unter
