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Mobilfunkabdeckung in der Wesermarsch Funklöcher sind nicht leicht zu finden

Breitbandmessung per App: An der Kreuzmoorstraße in der Gemeinde Jade lagen laut der Karte der Bundesnetzagentur bisher keine aktuellen Daten vor. Die Stichprobe der NWZ zeigte: Sowohl mit Vodafone als auch Telekom gibt es hier Zugang zum weltweiten Netz.

Breitbandmessung per App: An der Kreuzmoorstraße in der Gemeinde Jade lagen laut der Karte der Bundesnetzagentur bisher keine aktuellen Daten vor. Die Stichprobe der NWZ zeigte: Sowohl mit Vodafone als auch Telekom gibt es hier Zugang zum weltweiten Netz.

Christian Quapp

Wesermarsch/Jade/Ovelgönne - Glaubt man den Mobilfunk-Anbietern, verbessert sich die Abdeckung von schnellen Mobilfunk-Anbindungen in der Wesermarsch ständig.

Vodafone baut aus

Zuletzt teilte Vodafone am Montag mit, das Unternehmen habe an der Meerkircher Straße in Großenmeer eine Funkstation nach dem aktuellen Standard 5G+ in Betrieb genommen. Hintergrund der Ausbaumaßnahmen sei eine positive Entwicklung: Der mobile Datenverkehr im Landkreis wachse rasant, so Vodafone – mit einer jährlichen Steigerungsrate von aktuell mehr als 30 Prozent. Das mobile Internet werde immer intensiver genutzt, für soziale Netzwerke, Videos, Livestreams oder andere datenintensive Anwendungen. Bis 2025 solle möglichst die gesamte Bevölkerung an das 5G oder 5G+-Netz angebunden sein, heiß es von Vodafone weiter. Und der Anbieter erklärt selbstbewusst, aktuell hätten 99,9 Prozent der Bevölkerung Zugriff auf das Vodafone-Mobilfunknetz, 99,81 Prozent könnten das LTE-Netz des Unternehmens, auch bekannt als 4G-Technik nutzen. Zur Verbreitung der 5G-Technik in der Wesermarsch macht das Unternehmen keine Angaben.

Wer allerdings häufig in der Wesermarsch unterwegs ist, wird sich fragen, wie die Zahlen von Vodafone zustande kommen. Schließlich gibt es nicht wenige Bereiche in der Wesermarsch, wo mobiles Internet gefühlt nur im Schneckentempo verfügbar ist – oder gar nicht. Und tatsächlich gibt Vodafone ja auch keine Abdeckung der Fläche an.

Anruf fehlgeschlagen: Theoretisch gibt es im Nordwesten eine nahezu hundertprozentige Netzabdeckung. Dennoch stecken Nutzende immer mal wieder im Funkloch.

FUNKLÖCHER IM NORDWESTEN Wenn das Smartphone kein Netz hat

Daniel Kodalle
Im Nordwesten

Lücken in der Karte

Wie gut die Abdeckung wirklich ist, und wo die weißen Flecken sind, das soll eigentlich die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur zeigen. Nutzer können über die App Breitbandmessung selbst an einer Karte der Netzabdeckung mitarbeiten. Die App kann sich jeder auf sein Smartphone laden und im Hintergrund, zum Beispiel während einer Autofahrt, die Funkabdeckung entlang seiner Strecke erfassen lassen. Vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 haben Nutzer laut dem jüngsten Jahresbericht der Bundesnetzagentur für 563.363 Messungen gesorgt. Trotzdem gibt es, vor allem in der Wesermarsch, sehr viele weiße Flecken. Das bedeutet nicht, dass es dort kein Empfang für mobiles Internet gibt, sondern, dass keine Messungen vorliegen.

Stichproben

Die NWZ hat exemplarisch einige dieser Weißen Flecken angefahren. Eine große Lücke liegt in der Gemeinde Jade, im Bereich Jaderkreuzmoor. Die Messung entlang der Kreuzmoorstraße zeigte auf zwei Mobiltelefonen sowohl für Vodafone als auch für das Telekom-Netz eine Verbindung an. Übermittelt wird aber nur, ob es eine Verbindung gibt, und welche Technik, also 2,3,4 oder 5G genutzt wird – nicht wie stark und stabil das Netz ist. Wo der Empfang auf der Straße funktioniert, muss er es im Haus nicht tun. Vodafone leistete sich beim Bollenhagener Wald, an der Straße An der Dornebbe ein Funkloch, wo die Telekom ein stabiles 4G-Netz lieferte. In Frieschenmoor in der Gemeinde Ovelgönne, wo es laut der aktuellen Karte der Breitbandmessung eines der wenigen wirklich bestätigten Funklöcher in der Wesermarsch gibt, waren beide Netze wieder stabil.

Um bessere Daten zu erhalten, müssten viel mehr Menschen die App der Bundesnetzagentur nutzen – und zwar bewusst. Denn das dürfte das Hauptproblem sein: Die App einfach nur zu installieren, reicht nicht aus. Jede Messung muss bewusst gestartet, gestoppt und dann übermittelt werden.

Christian Quapp
Christian Quapp Team Nord (Leitung)
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