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Mobilität in Lemwerder Es fehlt ein Gesamtkonzept für Radwege

Lemwerder - Was soll mit der alten Bahntrasse von Lemwerder nach Delmenhorst geschehen? Diese Frage wurde am Donnerstagabend im Ausschuss für Bau und Straßen in der Gemeinde Lemwerder heftig diskutiert. Wie emotionsgeladen dieses Thema ist, wurde während der Sitzung deutlich als auch Anwohner zu Wort kamen.

Die Entscheidung

Eine klare, endgültige Entscheidung gab es nicht. Einen Antrag von UWL (Unabhängige Wähler Lemwerder) und Grünen, eine Arbeitsgruppe „Fahrradweg nach Delmenhorst“ zu bilden, um alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, lehnten die Ausschussmitglieder mehrheitlich ab. Dafür sprach sich der Ausschuss schließlich dafür aus, einen Arbeitskreis Radwegekonzept zu bilden, der nicht nur für Teilstücke, sondern für die gesamte Gemeinde ein schlüssiges Radwegekonzept erstellen soll. Damit folgte der Ausschuss einem Antrag der SPD und CDU.

Zuvor war ausführlich über den Antrag von UWL und Grünen diskutiert worden. Sie wiesen auf Medienberichte hin, nach denen die Stadt Delmenhorst plant, ihren Teil der alten Bahntrasse Lemwerder-Delmenhorst zurück zu bauen und einen Radweg herzustellen. „Dieser Fahrradweg sollte nicht an der Gemeindegrenze Lemwerder enden“, forderten Bündnis 90 und UWL. Ihr Antrag hatte ursprünglich mehrere Punkte umfasst.

Delmenhorst plane bisher nur den Rückbau der alten Bahnschienen, stellte Bürgermeisterin Christina Winkelmann jedoch klar.

Die Diskussion

Diskutiert wurde schließlich aus dem UWL/Grüne-Antrag, ob ein Arbeitskreis „Fahrradweg nach Delmenhorst“ gegründet werden solle, der aus Vertretern der Verwaltung, Politik und Anliegern bestehen solle.


Die Anlieger

Zwei Anlieger kamen während der Sitzung zu Wort. Sie machten deutlich, dass sie keinen Fahrradweg auf der alten Bahntrasse wollen. 2019 sei ein Fahrradweg entlang der Trasse schon einmal abgelehnt worden. Schon damals hätten Anlieger einen Rückkauf-Antrag gestellt auf den sie jedoch keine Rückmeldung erhalten haben, berichtete eine Anwohnerin aus Altenesch.

Ein Fahrradweg zerteile die landwirtschaftlichen Flächen. Die Landwirte müssten diesen regelmäßig queren, mit ihren Tieren, aber auch mit landwirtschaftlichen Geräten. Den von Grünen und UWL angeführten Klimaschutzaspekt konnte die Altenescherin nicht nachvollziehen, da die Fläche des Radweges versiegelt werden würde. Die Natur habe sich einen Großteil der Fläche zurückerobert und viele Anwohner hätten angekündigt, die Flächen renaturieren zu wollen, berichtete sie.

Die Landwirte hatten bereits bei verschiedenen Bauprojekten Land abgeben müssen, argumentierte die Anwohnerin. Beispielsweise fordere der geplante Bau der B212 neu rund 10 Hektar ihrer Flächen, berichtete sie.

Die Ansichten der Anwohner seien so nicht bekannt gewesen, sagte Sven Schröder (UWL). Dies zeige, dass es noch Diskussionsbedarf gebe, deshalb bekräftigte er den Antrag von UWL und Grünen, einen runden Tisch zum Thema Radweg auf der Bahntrasse zu bilden, um alle Beteiligten zusammenzubringen. Diesen Antrag lehnten die Mitglieder schließlich mehrheitlich ab und stimmten stattdessen dafür, einen Arbeitskreis zu gründen, der sich um ein Radwegekonzept für die gesamte Gemeinde bemühe.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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