Morgenland - Der geplante Windpark in Morgenland muss noch warten: Bevor die erste Baumaschine anrückt, fragt die Gemeinde die Anwohner in einem Umkreis von 1000 Metern nach ihrer Meinung zu den Windrädern. Das Votum ist allerdings für den Rat nicht bindend.
Große Mehrheit
Das hat der Infrastrukturausschuss des Rates am Donnerstag auf Antrag der SPD/WPS/FDP-Mehrheitsgruppe beschlossen. Auch die CDU stimmte – mit Ausnahme von Wolfgang Fritz – dafür. Die Grünen enthielten sich.
Denn sie hatten zuvor beantragt, trotz des Bürgervotums die Vorbereitungen zum Bau des Windparks fortzusetzen. Für diesen Antrag stimmte auch Wolfgang Fritz, während sich die übrige CDU-Fraktion enthielt und die Mehrheitsgruppe nein sagte.
Ebenfalls mit großer Mehrheit stimmte der Ausschuss einem weiteren Antrag der Mehrheitsgruppe zu: Ein Ingenieurbüro soll eine neue Potenzialstudie für Windenergieanlagen in der Gemeinde Stadland verfassen. Ziel ist, jedweder Entscheidung über weitere Windkraft eine sichere Rechtsgrundlage zu geben. Diese Studie müsse „so schnell wie möglich“ kommen.
Das letzte Wort über die beiden Entscheidungen – Bürgerbefragung und Potenzialstudie – spricht der Gemeinderat in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 3. Juni, ab 19 Uhr ebenfalls in der Großsporthalle Rodenkirchen.
„Der Windpark kommt“
Den Windpark in Morgenland wird aber wohl weder die Bürgerbefragung noch die Potenzialstudie aufhalten, wie der Seefelder FDP-Ratsherr Michael Sanders im Namen der Mehrheitsgruppe deutlich machte: „Wir wissen, der Windpark wird kommen, auch wenn die Gemeinde nicht zustimmt.“
Denn er steht mit seinen fünf Anlagen nicht für sich, sondern er schließt sich an die sieben Rotoren des Parks Esenshammergroden auf Nordenhamer Stadtgebiet an. Die drei Anlagen in Morgenland, die in der ersten Potenzialstudie von 2017 angesprochen werden, seien „mit Sicherheit machbar“, betonte Michael Sanders. Die Stimmung der Bewohner des betreffenden Gebiets sei „durchaus ambivalent“.
„Nur 150 Meter hoch“
CDU-Fraktionschef Günter Busch sprach sich klar für die fünf Anlagen in Morgenland aus – ebenso klar trat er aber dafür ein, sie auf 150 Meter Gesamthöhe zu begrenzen. Die Antragsteller wollen 200 Meter. Busch will mit dieser Linie ein Stück Verbitterung aus der Diskussion herausnehmen. Die Gemeinde dürfe sich bei der Ausweisung vom Landkreis, der in seine Regionalen Raumordnungsprogramm nur die bisher bekannten Windparks aufgeführt habe, nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen.
Die rund 60 Nachbarn, die den Windpark ablehnen, applaudierten.
„Wesentlich ruhiger“
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Kuik-Janssen erinnerte an das grundsätzliche Ja des Rates zu den Windrädern in Morgenland, wenn die Stadt Nordenham in Esenshammergroden welche zulasse. Prinzipiell sei es so, dass jede Kommune ihre Verantwortung für die Erreichung der Klimaziele wahrnehmen müsse. Die Bürger müssten neue Windenergieanlagen akzeptieren: „Was wäre denn die Alternative? Wie sagen nicht, dass es keine Einschränkung ist, auf Rotoren zu schauen, aber es ist eine akzeptable Einschränkung.“
Zudem liefen Rotoren der neuen Generation wesentlich ruhiger als die kleineren Anlagen und erzeugten mehr Strom.
