Nordenham - Einer der Tagesordnungspunkte für die nächste Betriebsversammlung der Helios-Klinik Wesermarsch lautet: „Die unendliche Geschichte“. Damit meint der Betriebsrat das seit Jahren andauernde Ringen um die Krankenhausstandorte im Landkreis. Die Mitglieder der neugewählten Arbeitnehmervertretung wissen, dass dieses Thema sie auch weiterhin beschäftigen wird. Aber es gibt auch ein anderes Problem, das dem Betriebsrat zunehmend Sorgen bereitet. Das ist der sich verschärfende Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen.
22 Bewerber
Bei den Betriebsratswahlen waren insgesamt 22 Bewerber auf zwei Listen angetreten. 19 Kandidaten stellten sich für die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) zur Wahl, 3 für den Ärzteverband Marburger Bund. Am Ende gingen acht Betriebsratssitze an die Verdi-Kandidaten und einer an den Marburger Bund. Die Wahlbeteiligung unter den rund 220 Beschäftigten des Nordenhamer Krankenhauses lag bei 51 Prozent. „Das ist für Kliniken ein guter Wert“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Ralf Feierabend, „vor vier Jahren war er ähnlich.“
In der konstituierenden Sitzung wurde der 57-jährige Ralf Feierabend, der seit 2015 an der Spitze des Gremiums steht, in seinem Posten bestätigt. Wiederwahl hieß es auch für seine Stellvertreterin Heike Trüper. Eine Veränderung gab es im Amt des 2. stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden. Als Nachfolgerin von Michael Burrmann übernahm Beatrice Paris diese Funktion.
Neu in den Betriebsrat der Helios-Klinik Wesermarsch zogen Antje Müller und Birthe Borgmann ein. Wieder mit dabei sind Bärbel Eulen, Anne Pinkepank, Matthias Hoppe und Jens Karthmann-Frerichs, der den Marburger Bund vertritt.
Wieder Gespräche
Die Sicherung des Klinik-Standortes in Nordenham und der Erhalt der Arbeitsplätze sind die wichtigsten Ziele des Betriebsrates. „Wir sind sehr aktiv an der Gestaltung der Situation beteiligt“, betont Ralf Feierabend. Er und seine Mitstreiter aus dem Betriebsrat sind froh, dass die Gespräche zwischen der Helios-Klinik und dem Braker St.-Bernhard-Hospital wieder aufgenommen werden sollen. „Wir hoffen, dass für beide Seiten etwas Positives dabei herauskommt“, sagt Ralf Feierabend. Zunächst gelte es abzuwarten, welche Ergebnisse die Verhandlungen auf Geschäftsführungsebene bringen. Die Wiederaufnahme der Gespräche hat der Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Heiger Scholz, angeschoben.
Als ein „großes Thema“ beschreibt Ralf Feierabend die drohenden Personalengpässe in Folge des Fachkräftemangels. Weil es immer schwieriger werde, offene Stellen zu besetzen, hält der Betriebsrat eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für unverzichtbar. Als Beispiele nennt Ralf Feierabend verlässliche Dienstpläne und ein Belohnungssystem als Ausgleich für besondere Belastungen. Das Krankenhaus müsse sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren und dafür neue Ideen entwickeln.
Einiges habe der Betriebsrat schon erreicht, wie die stellvertretende Vorsitzende Heike Trüper betont. Sie verweist auf eine Vielzahl von Betriebsvereinbarungen, die in der zurückliegenden Wahlperiode zu Gunsten der Beschäftigten abgeschlossen worden seien. An diese erfolgreiche Arbeit wolle der neue Betriebsrat anknüpfen.
