Neustadt/Strückhausen - Es duftet nach Kürbissuppe, Kürbisquiche und anderen Leckereien, die liebevoll auf einem Tisch, in der Diele von Alke Feise-Addicks, in Neustadt, aufgebaut sind. Mit heißem Apfelsaft und anderen Getränken stießen die Landfrauen Neustadt-Strückhausen erst einmal darauf an, dass sie sich seit einem Jahr wieder regelmäßig in der Diele treffen können, um zu basteln und miteinander zu klönen. Doch es gibt noch etwas anderes in diesen Tagen zu feiern: der Landfrauenverein besteht seit 65 Jahren. Die Gründung fand 1956 im Wohnzimmer des Gasthofs „Neustädter Hof“ statt. Zu dem Gründungsmitgliedern gehörten damals Ellen Busch aus Frieschenmoor, Marianne Bunnemann und Ruth Timme aus Colmar, Irmgard Feise, Friedel Addicks, Wilma Wübbenhorst, Gerda Addicks, Elisabeth Nitschke und Almut Jaborg aus Strückhausen sowie Tilly Petershagen, Mathilde Wallrafe, Frieda Büsing zur Horst, Mathilde Folkens, Gesine Witte, Alma Wiese, Hildegard Grimm und Elli Ubben aus Neustadt.
Im Juli war alles vorbei
In all den Jahren gab es regelmäßig Veranstaltungen für die Landfrauen, in den Anfangsjahren auch Tages- und Mehrtagesfahrten und viele Aktionen. Dann holte auch Corona die Landfrauen ein und von Juli 2020 an war dann erst einmal alles vorbei. „Wir konnten in 2020 nur drei Veranstaltungen anbieten“, sagt Traute Suhr vom Vorstand. Danach wurde dann alles coronakonform auf die Beine gestellt. Es gab einen Apfeltag mit der Vorstellung alter Apfelsorten, die im Garten von Alke Feise-Addicks zu finden sind. Besonders betroffen gemacht hat die Landfrauen, dass sie sich nicht mehr in der Pastorei treffen durften, weil dort die Abstände untereinander nicht eingehalten werden konnten. Dort gingen die Landfrauen hin, nachdem der Neustädter Hof geschlossen war. Inzwischen brodelte die Idee innerhalb der jetzt gut 70 Mitglieder, sich zum Basteln treffen zu können, denn alleine macht das Hobby wenig Spaß. Außerdem spricht das Handwerkliche auch Mitglieder an, die sonst zu den Vorträgen erschienen sind. Kurzerhand wurde die Diele bei Feise-Addicks zur Bastelstube umgeändert, lange Tische aufgebaut, so dass gemeinsam gewerkelt werden konnte.
Vortrag „Brainfood“
„Die Tore hatten wir in der wärmeren Zeit auch stets geöffnet“, unterstreicht Alke Feise-Addicks vom Vorstand. Somit konnte im September 2020 es dann endlich wieder mit den Treffen losgehen. Einmal pro Woche nutzen die Landfrauen die Möglichkeit, um gemeinsam zu töpfern, Arbeiten mit Holz für Dekoration für Haus Garten zu fertigen, Hauswurz in Szene zu setzen, Experimente mit Kerzenresten zu machen, aus Beton Weihnachtsdekorationen zu gestalten, schöne Sprüche auf Holz zu bringen, Engel aus Holz und Styropor zu basteln, Vogelfutter selbst herzustellen und großformatige Sterne aus Weidenstöcken zu formen. Diese Treffen kamen bei den Landfrauen sehr gut an. Inzwischen ist ein Jahr vergangen, und es wurde auf diese Form der Treffen mit den vielfältigen Leckereien der Saison „angestoßen“. „Die Landfrauenvereine haben sich im Laufe der Jahre verändert. Waren es zu Beginn überwiegend haus- und landwirtschaftliche Themen, stehen heute vielfältige Vorträge aus den Bereichen Gesundheit, Kultur, Klima und Umwelt, Politik und der Umgang mit neuen Medien auf dem Programm“, sagt Gisela Hecht vom Vorstand. Die nächsten Programmpunkte in diesem Jahr sind: am 12. Oktober, 19 Uhr: Basteln von Türkränzen bei Feise-Addicks; 18. Oktober, 14.30 Uhr: Arp Schnitger Centrum Golzwarden; 15. November, 19.30 Uhr: Vortrag „Brainfood“; 13. Dezember: Weihnachtsfeier sowie am 10. Januar Jahreshauptversammlung, Anmeldungen unter 04480/920792.
