Nordenham - Mit viel Radau gegen die drohende Schließung des Seniorenzentrums am Ilseplatz: Der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Nordenham veranstaltet am Mittwoch, 12. August, eine Kundgebung, um gegen die umstrittene Sparmaßnahme der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zu protestieren. Und zwar lautstark. „Wir wollen mit Töpfen und Kochlöffeln ordentlich Lärm machen“, sagt der Beiratsvorsitzende Albert Mumme.
Beginn um 10.30 Uhr
Die etwa einstündige Protestaktion beginnt um 10.30 Uhr auf dem Spielplatz an der Ilsestraße. Das Gelände befindet sich gegenüber dem Seniorenheim. Auf der Straße direkt vor der Einrichtung darf auf Anweisung der Stadt Nordenham nicht demonstriert werden.
Albert Mumme und seine Mitstreiter hoffen, dass möglichst viele Teilnehmer zu der Kundgebung kommen und damit die Forderung nach dem Erhalt des Seniorenheims unterstützen. Bei der Veranstaltung gelten die Corona-Hygieneregeln. Das bedeutet, dass die Teilnehmer einen Mund-Nase-Schutz tragen und die Abstandsvorschriften einhalten müssen.
Es sind mehrere Ansprachen vorgesehen. Als Redner stehen bisher Albert Mumme als Leiter des Senioren- und Behindertenbeirats sowie Edeltraud Spreen (SPD) als Vorsitzende des Stadtratsausschusses für Soziales fest. Der Beirat will zudem Unterschriften sammeln.
„Wir fordern, dass das Heim nicht aufgegeben wird“, betont Albert Mumme. Er hat Zweifel an der Darstellung des Awo-Bezirksverbandes Oldenburg, nach der die Einrichtung mit 25 Plätzen zu klein und somit aus wirtschaftlichen Gründen nicht tragbar sei.
Albert Mumme hat aus zuverlässigen Quellen in Erfahrung gebracht, dass die Awo mit der Einrichtung in den vergangenen drei Jahren jeweils mit 100 000 Euro in die Miesen geraten ist. Die große Frage ist für den Beiratsvorsitzenden, auf welcher Grundlage dieses Minus berechnet wurde und wo die Ursachen liegen. Albert Mumme und seine Mitstreiter werfen der Awo vor, die Zahlen nicht transparent gemacht und auch die Politik nicht darüber informiert zu haben. So erscheine die im Juli verkündete Heimschließung, die bereits bis zum Ende dieses Jahres abgewickelt sein soll, „wie ein von langer Hand im stillen Kämmerlein vorbereiteter Staatsstreich“.
Besondere Verantwortung
Die Arbeiterwohlfahrt habe als gemeinnützige Organisation eine besondere Verantwortung für das soziale Miteinander. „Die Awo ist ja keine Aktiengesellschaft“, sagt Albert Mumme. Daher könne es nicht sein, dass der Bezirksverband allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten über die Zukunft einer Senioreneinrichtung entscheide. „Die alten und hilfsbedürftigen Menschen haben es nicht verdient, dass man so respektlos mit ihnen umgeht“, sagt Albert Mumme.
