Nordenham - Die Tennisspieler des TK Nordenham wissen, wie sie ihren Trainer Christopher Brandau überzeugen können. Nicht mit Worten. Sondern mit Taten. Und deshalb gibt sich der Coach vor dem Spitzenspiel der Verbandsklasse am Sonntag ab 10 Uhr in eigener Halle gegen den Tabellenführer Barrier TC II angriffslustig wie noch nie in der Hallenrunde 2021/2022. „Wenn man oben steht, will man auch um den Titel mitspielen. Und dazu müssen wir punkten“, sagt der Trainer des Tabellenzweiten.
Das hörte sich zu Beginn der Saison noch anders an. Während sich Brandau angesichts der Stärke der Liga mit Prognosen zurückhielt und den Klassenerhalt als Ziel ausgab, schmiedete sein Team intern andere Pläne. Damit hatte Brandau zwar keine Probleme, aber er verharrte zunächst in der Rolle des Mahners. Zwei Siege in zwei Spielen haben die Zurückhaltung allerdings weggeblasen. „Wir haben mit dem Abstieg nichts mehr zu tun“, sagt Brandau. Jetzt geht es um die Fleischtöpfe. Um die Meisterschaft.
Selbst erarbeitet
Die Mannschaft habe sich diese Ausgangsposition selbst erarbeitet, sagt der Coach. In seiner Stimme schwingt eine gehöre Portion Anerkennung mit. Mit dem 4:2-Sieg gegen den TC Lilienthal habe das Team eine Überraschung geschafft und die Schwäche des Gegners auf den Positionen drei und vier ausgenutzt. Und gegen den TV RW Bremen „haben wir genau das Spiel gewonnen, was wir gewinnen mussten“, sagt Brandau.
Zum Vergleich: Spitzenreiter Barrien spielte gegen Lilienthal am vorigen Wochenende unentschieden. Doch das Ergebnis sagt laut Brandau kaum etwas über die Leistungsstärke des Teams aus.
Das liege an der riesigen Auswahl an starken Spielern im Verein aus dem Landkreis Diepholz. „Man weiß nie, wer da aufläuft“, sagt Brandau. Barrien könne mit einer Mannschaft anreisen, gegen die sein Team keine Chance habe. Es könne aber auch sein, dass der Gegner mit einer schlagbaren Mannschaft nach Nordenham fahre.
Egal, wer da kommt: Der TKN stellt sich auf einen großen Kampf ein. Die Nordenhamer waren am vorigen Wochenende spielfrei. Fabio Jochens und Tim Okrey konnten laut Brandau kleinere Blessuren auskurieren. „Die Jungs sind alle fit. Ich hoffe, dass das bis Sonntag so bleibt“, sagt er.
Unabhängig davon freut sich der Coach, dass sich seine Spieler durch die Bank gesteigert haben. Sie hätten davon profitiert, dass sie während der vergangenen zwei Jahre trotz der Pandemie regelmäßig draußen und in der Halle trainieren konnten. „Das haben sie wirklich konsequent gemacht. Sie haben sogar häufiger gespielt als vorher“, sagt der Trainer.
Mischung stimmt
Zudem stimme die Mischung im Team, das durch die Rückkehr von Fabio Jochens an Qualität dazu gewonnen habe. Jochens zählt zusammen mit Tim Okrey und Martin Reinstrom zu den jungen Wilden. Die Routiniers Lukas Stüdemann und Jannik Schultze sorgen mit ihrer Erfahrung für die nötige Balance. „Das ist ein riesiger Vorteil“, sagt Brandau.
Mit großer Freude hat er festgestellt, dass sich im Laufe der Zeit ein leistungsfördernder Ehrgeiz im Team entwickelt hat. Als Beispiel nennt er die Entwicklung Tim Okreys. Der habe einen riesengroßen Schritt gemacht, meint Brandau. „Tim hat mehr als 20 Kilogramm abgenommen und ist unfassbar fit.“ Beste Voraussetzungen vor einem waschechten Spitzenspiel.
