Nordenham/Einswarden/Hamburg - Das Airbus-Management hat am Mittwoch bezüglich des Standortes Nordenham (zurzeit 2400 Mitarbeiter) seine Umstrukturierungspläne ohne Änderungen bekräftigt. Demnach soll das Werk im Stadtteil Einswarden, das zum Tochterunternehmen von Premium Aerotec (PAG) gehört, Teil eines neuen Airbus-Tochterunternehmens für Flugzeugstruktur-Montage werden.
Diese neue Firma soll als Kernstruktur voll in den Airbus-Konzern integriert, werden, so André Walter (Vorsitzender der Geschäftsführung Airbus Commercial in Deutschland) am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern.
Änderung in Hamburg
Gegenüber der vor vier Wochen bekannt gegebenen Planung ändert sich in Hamburg dies: Nicht nur die Flugzeugstruktur-Montage des Airbus-Werkes soll in die neue Firma aufgenommen werden, sondern auch die dortige Ausrüstungsmontage.
Die Verlagerung aller Hamburger Werksaktivitäten mit 4000 Mitarbeitern (ausgenommen bleiben Endmontagelinie und Auslieferungscenter) wird nach neuer Einschätzung der Manager eine höhere betriebliche Effizienz bringen.
Zudem wird damit erreicht, dass das neue deutsche Airbus-Tochterunternehmen ein ähnliches Spektrum und eine ähnliche Größe haben wird wie das neue Airbus-Unternehmen für die Flugzeugstruktur-Montage in Frankreich (jeweils insgesamt 9500 Mitarbeiter).
Vorwürfe
Offenbar will das Airbus-Management so auch Vorwürfe entkräften, deutsche Standorte würden gegenüber französischen benachteiligt.
Zum deutschen Unternehmen sollen neben Nordenham (PAG) und Hamburg (Airbus) auch Stade (Airbus), Bremen (PAG) und teilweise Augsburg (PAG) kommen.
Auf die massive Kritik der Beschäftigten und der IG Metall sowie von Politikern an der ebenfalls geplanten Gründung eines zweiten neuen Unternehmens in Deutschland, das sich auf die Fertigung von Einzelteilen und Kleinkomponenten für den Flugzeugbau konzentriert, reagiert das Airbus-Management jetzt so:
Externer Partner
Das Management hält an seiner Einschätzung fest, wonach das neue Einzelteil-Fertigungsunternehmen einen externen Partner bekommen soll, der in dieses Unternehmen investiert. Das Management wird aber gleichzeitig prüfen, ob und wie das neue Unternehmen (dazu soll das Werk in Varel gehören) eigenständig innerhalb des Airbus-Konzerns bleiben kann.
Auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigte Marco Wagner (Arbeitsdirektor Airbus Commercial in Deutschland), dass das PAG-Werk in Nordenham komplett in die neue Firma für Flugzeugstruktur-Montage übernommen werden soll – also auch mit der in Nordenham auch vorhandenen Teilefertigung. Der Airbus-Manager fügte hinzu: „Wir haben nie gesagt, dass es im neuen Unternehmen für Flugzeugstruktur-Montage keine Teilefertigung geben wird.“
Kerninvestitionen
Dieses neue Unternehmen werde zum Kernbestandteil von Airbus. Marco Wagner: „Wichtig ist: In diese Bereiche müssen künftig die Kerninvestitionen von Airbus gehen. Insofern ist das hochinteressant für die Mitarbeiter. Sie bekommen Sicherheit durch Investitionen.“
Weiter fügte der Airbus-Arbeitsdirektor bekräftigend hinzu: „Das neue Unternehmen wird zum Kernbereich von Airbus gehören, der nicht zur Veräußerung steht.“
