Nordenham - In ihrem Haushaltsplan hat die Stadt Nordenham rund 5,3 Millionen Euro für den Bau eines neuen Kindergartens auf dem Gelände der Südschule vorgemerkt. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass diese Investition gar nicht mehr notwendig ist. Die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik, auf das Projekt zu verzichten. Zur Begründung verweist das Amt für Bildung und Freizeit auf eine neue Prognose zur Bevölkerungsentwicklung. Nach dieser vom Landkreis Wesermarsch erstellten Berechnung ist davon auszugehen, dass die Zahl der in Nordenham lebenden Kinder in den nächsten Jahren deutlich geringer sein wird als bisher angenommen.

Die aktualisierte Bevölkerungsprognose hat der Landkreis in seine Kindertagesstättenbedarfsplanung einfließen lassen. Für Nordenham zeichnet sich ab, dass die Zahl der Mädchen und Jungen im Alter von 0 bis 7 Jahren im Kindergartenjahr 2025/26 um 127 unter dem bisherigen Ansatz liegt. Über einen längeren Zeitraum betrachtet führt das zu einem Minderbedarf von etwa 80 Kita-Betreuungsplätzen. Das Erfordernis, einen Neubau mit mindestens vier Gruppenräumen zu errichten, ist damit aus Sicht der Stadtverwaltung hinfällig.

Kurzfristig besteht allerdings ein erheblicher Bedarf sowohl an Krippen- als auch an Kindergartenplätzen in Nordenham. Um dem gerecht zu werden, ist laut Stadtverwaltung möglichst schnell die Schaffung von zusätzlichen Gruppenräumen nötig. Dafür schlägt das zuständige Amt eine Übergangslösung mit einer mobilen Containeranlage vor. Bei der Suche nach einem Standort gilt das ungenutzte Gelände des früheren Minigolfplatzes beim Störtebekerbad in Atens als erste Wahl.

Zur sofortigen Umsetzung des Vorhabens stehen Container der Gemeinde Stadland zur Verfügung, in denen zuletzt der Kindergarten Wiesenkieker in Rodenkirchen untergebracht war. Möglich sind Miete oder Kauf. Die Stadtverwaltung spricht sich für einen Erwerb aus, zumal die Container mindestens vier Jahre benötigt würden und auch Nachnutzungen denkbar seien.

Mit dem Thema befasst sich der Stadtratsausschuss für Jugend und Bildung am Donnerstag, 25. November. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Stadthalle Friedeburg.