Nordenham - Rolf Ahlers hat sich bei den Wochenmarkthändlern umgehört und Antworten bekommen, die ihn in große Sorge versetzen: „Viele klagen über Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent“, sagt der FDP-Ratsherr. Dieses Alarmsignal nehmen die Freidemokraten im Stadtrat zum Anlass, mit Nachdruck eine möglichst schnelle Rückkehr des Wochenmarktes auf den Marktplatz zu fordern. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung“, betont FDP-Fraktionsvorsitzender Hergen Kalitzki, „der Wochenmarkt hat eine zentrale Bedeutung für Nordenham.“
Keine Asphaltierung
Der aufgrund von Schäden an der Granitpflasterung und am Unterbau gesperrte Marktplatz müsse mit Bordmitteln umgehend soweit instand gesetzt werden, dass der Wochenmarkt dort wieder stattfinden kann. Im nächsten Schritt sei zu prüfen, welche Sanierungsvarianten für die dauerhafte Herrichtung der guten Stube in Betracht kommen. Die FDP-Fraktion bemängelt, dass die Verwaltung dazu noch keine von Gutachten gestützten Kostenberechnungen vorgelegt habe. Bei allen Überlegungen steht für die Freidemokraten aber eins bereits fest: Sie wollen auf keinen Fall eine Asphaltierung des Platzes.
Als größten Nachteil des Ausweichstandortes auf dem Jahnparkplatz, wo der Wochenmarkt zurzeit abgehalten wird, hat die FDP den damit einhergehenden Mangel an Parkplätzen ausgemacht. Weil die dortigen Autostellflächen dringend benötigt würden, sei eine dauerhafte Verlegung des Marktes auf den Jahnplatz grundsätzlich auszuschließen. Es gebe zwar Parkmöglichkeiten in der Tiefgarage, aber die werde – vor allem von älteren Autofahrern – wegen der engen Ein- und Ausfahrt gemieden. In der Übungsphase bis zur Rückkehr des Wochenmarktes sollte die Stadt ein kostenloses Parken in der Tiefgarage erlauben.
Mietlösung für Rathaus
Mit Blick auf die Haushaltsplanung spricht sich die FDP dafür aus, keine Investitionsmittel für einen Neu- oder Anbau des Rathauses auszuweisen. Stattdessen müsse es das Ziel sein, die neuen Räumlichkeiten von einem Investor errichten zu lassen. Die Stadt könnte dann als Mieterin auftreten und sich auf diese Weise eine Neuverschuldung ersparen. Vorzugsweise sollte die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG) als Bauträgerin und Vermieterin auftreten. Das hätte für die Stadt Vorteile, weil sie selbst die mit Abstand größte Gesellschafterin der GNSG ist.
Die FDP möchte zügig einen Bericht zur Digitalisierung der Verwaltung vorgelegt bekommen. Daraus lasse sich ableiten, wie groß der künftige Raumbedarf sei und welche Größenanforderungen das neue Rathaus erfüllen müsse. Für ein dezentrales Rathaus-Konzept sei die FDP durchaus offen. „Hauptsache ist, dass wir endlich zu einer Entscheidung kommen“, sagt Hergen Kalitzki.
