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75 Jahre Goethe-Gesellschaft Erfolgsgeschichte beginnt kurz nach dem Krieg

Christian Schöckel
Die jungen Musiker Taras Zdaniuk (Violine) und Yuriy Kozar (Klavier) spielten beim Festakt am Sonnabend. Konzerte sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil auch im Programm der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft.

Die jungen Musiker Taras Zdaniuk (Violine) und Yuriy Kozar (Klavier) spielten beim Festakt am Sonnabend. Konzerte sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil auch im Programm der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft.

Nordenham - Die Geschichte der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft begann wenige Monate nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Der Vorsitzende der Bremer Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft schipperte mit einem Dampfer der Schreiberlinie die Weser hinunter und gründete Bremer Ortsgruppen in Bassum, Bremerhaven, Elsfleth, Ritterhude, Vegesack, Verden – und im Jahr 1946 auch in Nordenham. Von allen Ortsgruppen blieb bis heute allein die Nordenhamer.

Wort und Musik

1949 wurde der Gymnasiallehrer und Maler Rudolf Matthis zum Vorsitzenden der „Gruppe Nordenham“ gewählt. Mit Beginn des Jahres 1972 löste sich die Gruppe von ihrer Bremer Ziehmutter, nannte sich von nun an „Goethe-Gesellschaft, Vortragswerk Nordenham“ und gestaltete das Programm von nun an selbständig. Die Zahl der Veranstaltungen wurde auf mindestens zwölf im Jahr festgelegt. Laut Verabredung sollte die Hälfte aus Wortbeiträgen, die andere aus musikalischen Abenden bestehen. Dies gilt bis heute.

1956 wurde der Buchhändler Dieter von Bestenbostel neu in den Vorstand berufen. Der Nordenhamer Kulturverein war zu diesem Zeitpunkt bereits zu einer der größten Ortsvereinigungen der Weimarer Muttergesellschaft angewachsen und zählte mittlerweile 240 Mitglieder, darunter auch 62 Jugendliche. 1961 wurde das Vortragswerk in „Goethe-Gesellschaft Nordenham e.V./ Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft im Weimar“ umbenannt.

1967 trat Rudolf Spohr Matthis‘ Nachfolge an. Er legte in der Sparte Wort während seiner 25-jährigen Amtszeit den Schwerpunkt auf Autorenlesungen und Rezitationen. Unter anderen verpflichtete er Siegfried Lenz, Walter Kempowski, Wolf-Dietrich Schnurre und Will Quadflieg. Er organisierte herausragende Kammermusikabende, Klavierkonzerte und sinfonische Konzerte und förderte junge Künstler.

Puls der Zeit

1994 übernahm Dr. Burkhard Leimbach die Goethe-Gesellschaft als Vorsitzender. Stefan Tönjes wurde sein Stellvertreter. Leimbach setzte bei der Programmgestaltung in der Sparte Wort den Schwerpunkt auf neue, zeitgemäße Themen, wollte versuchen, „den Finger auf den Puls der Zeit zu legen.“


Während der Vorstand in der Sparte Musik bislang nur auf klassisch Altbewährtes gesetzt hatte, ließ Tönjes fortan auch ungewohnte, neuzeitliche Klänge zu und kreierte „den etwas anderen Abend zwischen den Jahren“ unter anderem mit Klezmer- und Zigeunermusik, Chansons, Evergreens und Jazz und organisierte eine enge Zusammenarbeit mit dem Nordenhamer Gymnasium.

Besondere Höhepunkte in der Ära Leimbach war 2001 ein Konzert in der neu erstellten Fertigungshalle 10 des Airbus-Werks und 2003 die Jahrestagung aller deutschen Ortsvereinigungen in Nordenham.

2020 gab Dr. Burkhard Leimbach nach 26 Jahren den Vorsitz an Stefanie Seyfarth ab. Seyfarth versprach einen „sanften Übergang“ und ließ sich ein auf die Gratwanderung zwischen dem Versprechen, die Tradition zu wahren und dem Vorsatz, Experimente zu wagen. Dabei möchte sie künftig auch die Neuen Medien und die Sozialen Netzwerke nutzen.

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