Nordenham - Wie geht ein Clown? Natürlich lustig, wie sonst. Also große Schritte, ein bisschen wackelig muss das aussehen. Und los geht’s. Felix Frank weiß, worauf es im Zirkus ankommt. Und die Kinder begreifen schnell. Felix Frank ist jedenfalls zufrieden. Er ist der Direktor des Circus Fellini.
Eltern packen mit an
In dieser Woche ist er mit seiner Frau Charlene an der Grundschule Süd zu Gast. Am vergangenen Sonnabend haben die beiden zusammen mit ihren eigenen Kindern und vielen Eltern das Zirkuszelt aufgebaut. Eigentlich hatte die Schule den Mitmachzirkus schon für vergangenes Jahr gebucht. Aber daraus wurde nichts – wegen Corona. Lange mussten die Fellinis wegen der Pandemie eine Zwangspause einlegen. Nordenham ist erst die vierte Station für die Schleswig-Holsteiner in diesem Jahr.
Wegen Corona haben sich auch die Abläufe verändert. Normalerweise wird jahrgangsübergreifend geprobt, und am Ende der Woche gibt’s eine große Aufführung für alle Eltern. Aber weil sich die Jahrgänge nicht vermischen sollen, übt jeder Jahrgang vormittags für sich und gibt nachmittags eine Vorstellung für die Eltern. Am Montag waren die ersten Klassen an der Reihe, am Dienstag die zweiten, am Mittwoch die dritten und an diesem Donnerstag sind die vierten Klassen dran.
Zu sehen gibt es dabei fast alles, was das Herz der Zirkusfreunde höher schlagen lässt: Clowns, Akrobaten, Jongleure, Zauberer, Feuerspucker und Seiltänzer. Beim Proben sind die Mädchen und Jungen mit viel Eifer bei der Sache. Bei den Vorstellungen natürlich auch. Und so ist ihnen der Applaus sicher, wenn die Akrobaten Pyramiden bauen, die Jongleure Teller auf Stangen rotieren lassen und die Zauberer eine geheimnisvolle Kiste mit Stäben durchbohren, aus der anschließend wohlbehalten ein Kind herauskommt.
Motorische Fähigkeiten
Felix Frank freut sich, dass er mit seinem Mitmachzirkus wieder unterwegs sein kann. „Für die Kinder ist das immer ein großer Spaß. Aber sie lernen auch“, betont der Zirkusdirektor. Damit meint er nicht etwa Mathematik oder Rechtschreibung, sondern motorische Fähigkeiten.
Er hat die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder da große Defizite haben. Selbst eine Rolle vorwärts ist für viele von ihnen keine Selbstverständlichkeit mehr.
Finanziert wurde der Mitmachzirkus durch Eintrittsgelder bei den Vorstellungen und durch den Förderverein. Der hat bei den Aufführungen Muffins und Laugengebäck verkauft.
Außerdem haben drei Nordenhamer Musiker am vergangenen Sonntag im Zirkuszelt ein Konzert gegeben. Vor mehr als 100 Besuchern spielten Domi Wempe, Oliver Morawietz und Pasco Schulz in der Manege. Bei diesem Konzert hat der Förderverein 570 Euro Spenden gesammelt.
