Nordenham/Hamburg - Zum Auftakt der Tarifverhandlungen über die Standort- und Beschäftigungssicherung bei dem Luftfahrtkonzern Airbus und dessen Tochterunternehmen Premium Aerotec haben am Donnerstag 200 Jugendliche in Hamburg demonstriert. Mehr waren aufgrund der Corona-Vorgaben nicht zugelassen. Das Nordenhamer Werk der Premium Aerotec GmbH (PAG) war mit 30 Teilnehmer vertreten.
Für Airbus in Hamburg hat der Konzern nach Angaben der Industriegewerkschaft Metall bereits Kürzungen im Ausbildungsbereich um 150 Lehrlingsplätze im Jahr angekündigt. Genaue Zahlen für die PAG-Standorte liegen zwar noch nicht vor. Aber laut IG Metall ist bei Premium Aerotec eine deutliche Reduzierung der Ausbildungsplätze um 40 Prozent geplant. Gegen diese „völlig unverhältnismäßige“ Sparmaßnahme richtet sich der Protest der Nordenhamer Auszubildenden und dualen Studenten. Das haben sie bei der Aktion in Hamburg deutlich gemacht.
Die Auszubildende Sophie Büsing bringt die Kritik auf den Punkt: „Was Airbus und Premium Aerotec vorhaben, ist nicht in Ordnung“, betont sie, „wir haben bei Premium Aerotec wegen der guten Ausbildung und unbefristeten Übernahme begonnen.“
Florian Rebstock, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Wesermarsch, ergänzt: „Die Auszubildenden und dual Studierenden sind bereit, die Herausforderungen der Luftfahrt zu meistern, und sie sind mit ihrer Ausbildung bereit, alle notwendigen Fähigkeiten aufzubauen.“ Es wäre für den Konzern „grob fahrlässig“, den angedrohten Sparkurs umzusetzen. „Wer soll dann noch die ökologische Luftfahrt gestalten, wenn nicht diese Generation?“, fragt er.
Die IG Metall fordert, dass Airbus und PAG die Herausforderungen in Folge der Corona-Krise „sozial und strategisch sinnvoll“ angehen. Die Ausbildung müsse ganz gezielt Zukunftstechnologien aufnehmen. Es sei unerlässlich, die Beschäftigten für einen kommenden Hochlauf zu qualifizieren und dabei den demografischen Wandel im Blick haben.
Zudem sei es ein politischer und gesellschaftlicher Anspruch, die Ausbildung von jungen Menschen aufrechtzuerhalten und eine „Generation Corona“ zu verhindern.
