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Naturnahe Gärten in Nordenham Insektenschutz wird immer wichtiger

Ulrike Krebs
Ein Beispiel für biologische Vielfalt und naturnahe Gestaltung ist der Garten der Familie Tönjes in Nordenham.

Ein Beispiel für biologische Vielfalt und naturnahe Gestaltung ist der Garten der Familie Tönjes in Nordenham.

Nordenham - Die Gärten in Nordenham sind so unterschiedlich wie die Hobbygärtner selbst, ebenso ihre Auslegung des Begriffes „naturnah“. Eines scheint für viele Gartenbesitzer aber immer wichtiger zu werden: der Insektenschutz.

Das zeigte das Kooperationsprojekt „Naturnahe Gärten in Nordenham“. Viele Nordenhamer haben sich an der gemeinsamen Aktion beteiligt, die die Stadtgärtnerei, der Naturschutzbund (Nabu), der Naturschutzverein und die beiden Nordenhamer Tageszeitungen auf den Weg gebracht hatten. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um ihre Gärten vorzustellen, in deren Gestaltung sie viel Herzblut und Arbeit gesteckt haben.

Insektenhotels

Was ist naturnah? Während einige darunter die ausschließliche Verwendung von Bio-Saatgut und nur den Anbau von heimischen Pflanzen verstehen, sind andere da nicht so streng. Der Insektenschutz wird mittlerweile aber fast überall großgeschrieben. Gekaufte oder selbst gebaute Insektenhotels gab es in Hülle und Fülle zu sehen.

Einige Naturliebhaber mähen ihren Rasen ganz bewusst viel seltener als früher und lassen einige Ecken komplett außen vor. Andere haben Totholzhaufen aus Zweigen und Ästen angelegt. Und eine Brennnessel-Ecke ist zum Nahrungslieferanten für über 150 Insektenarten geworden, darunter viele Schmetterlinge.

Im Trend liegen bienenfreundliche Stauden und Blühstreifen aus heimischen Wildblumensamen, die für biologische Vielfalt sorgen. Anders als früher werden heute oftmals chemische Dünger konsequent aus dem eigenen Garten verbannt. Das Kompostieren ist für viele Hobbygärtner eine Selbstverständlichkeit geworden. Rasenschnitt vom Frühjahr bis Herbst, Laub und gehäckselte Äste im Winter – diese Rohstoffe sind äußerst wertvoll. Kompost wird deshalb auch als „schwarzes Gold des Gärtners“ bezeichnet.


Eine Selbstverständlichkeit ist für viele die Nutzung des Regenwassers. Die Regentonnen, -tanks und Zisternen waren im regenreichen Sommer 2021 gut gefüllt. Die Feuchtigkeit führte allerdings dazu, dass sehr viele Nacktschnecken durch die Gärten krochen.

Beliebt bei vielen Hobbygärtnern sind Hochbeete. Diese rückenfreundlichen Varianten können durchaus im Vorgarten stehen und als Gemeinschaftsbeet von der ganzen Nachbarschaft genutzt werden.

Upcycling

Upcycling ist ein Trend, der sich auch in der Gartengestaltung in der Stadt widerspiegelt. Die Nordenhamer sind da äußerst kreativ. In ihren Gärten finden sich zum Beispiel ausrangierte Badewannen, alte Säulengrills und andere ausgediente Gegenstände. Upcycling im eigenen Garten spart Geld, schafft Individualität und macht einfach Spaß. Genauso wie das Gärtnern selbst. Wer keinen eigenen Garten hat, keinen Schrebergarten pachten möchte, sich aber dennoch gärtnerisch betätigen möchte, kann die Patenschaft für eine kleine öffentliche Grünfläche übernehmen. Wer Interesse hat, sich dauerhaft um ein Baum- oder Betonringbeet zu kümmern, kann sich beim Amt für Baumanagement melden unter Telefon 04731/8 42 49 oder eine E-Mail schreiben an melanie.koch@nordenham.de. Zu Beginn bietet der Bauhof auf Wunsch auch seine Hilfe an, verspricht die Stadtgärtnerei.

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