Nordenham - Kohlmeise, Blaumeise, Haubenmeise, Gartenrotschwanz, Kleiber, Feld- und Haussperling und Fledermäuse können sich freuen. Wenn sie im kommenden Frühjahr mit der Aufzucht ihrer Jungen beginnen, werden sie nagelneue Quartiere vorfinden. Dafür hat der Naturschutzverein Nordenham gesorgt. Rund um die Gateteiche hat der Verein Nistkästen aufgehängt. Mit den alten Kastanien und den umliegenden kleinen Waldstückchen und Gärten sind die Gateanlagen ein Lebensraum für zahlreiche Singvogelarten.
Bingo-Stiftung beteiligt
Bei der Finanzierung der Nistkästen hat die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung geholfen. Insgesamt sind 1500 Euro investiert worden. Von dem Geld hat der Naturschutzverein 60 hochwertige Holzbeton-Nistkästen angeschafft und jetzt bei einem Arbeitseinsatz aufgehängt. Holzbetonkästen haben den Vorteil, dass sie nahezu unverwüstlich sind, anders als aus Holz gebaute Kästen, die, wenn sie nicht regelmäßig gestrichen werden, meist nach wenigen Jahren morsch werden und auseinanderfallen.
Die Nistkästen haben unterschiedlich große Einfluglöcher – für unterschiedlich große Vögel. So sortiert sich über die Größe der „Haustüren“, wer wo einzieht.
In einem zweiten Schritt haben die Mitglieder des Naturschutzvereins die Nistkästen im Friedeburgpark gereinigt und dort aus eigenen Beständen einige neue Nisthilfen aufgehängt. Dabei machten sie eine freudige Entdeckung. Alle alten Kästen waren belegt. Dort fanden die Helfer Vogelnester, aber auch die kunstvollen Nester von Wildbienen und sogar ein Fledermausquartier.
„Wasserfledermäuse“, konnte Klaus Meyer, Landschaftswart für Fledermäuse in der Wesermarsch, die Art gleich exakt bestimmen. Die Naturschützer verschlossen den Kasten sogleich wieder. Darin verbringen die Fledermäuse den Tag schlafenderweise, während sie nachts auf der Jagd sind. Noch ein weiteres Fledermausquartier haben die Naturschützer im Friedeburgpark ausgemacht: einen alten Baum, in dem Fledermäuse Spechthöhlen bezogen haben.
Fledermäuse sind eine geschützte Art. Deshalb sind ihre Schlafplätze ebenso wie Winterquartiere und Wochenstuben streng geschützt. Die Informationen über die Standorte im Friedeburgpark werden zügig an die Stadt Nordenham und die Untere Naturschutzbehörde weitergegeben.
Ein nächstes Projekt hat der Naturschutzverein in Planung. An den Nordenhamer Seen sollen Bruthöhlen für Eisvögel angebracht werden. Die schillernd bunten Eisvögel kommen in Nordenham an den Seen und Sielen vor. Weil die letzten Winter mild waren, hat sich der Bestand gut entwickelt.
Bruthöhlen für Eisvögel
Die Nisthöhlen sollen helfen, dass das so bleibt. Eisvögel brüten in steilen Uferwänden. Wenn die aus weichem Material sind, graben sie die Bruthöhlen selbst. Bei festem Kleiboden helfen Niströhren.
