Nordenham - Am Montag kam der große Regen dazwischen. Daher musste der Bauhof einen Tag später als vorgesehen mit dem Aufbau der Kunsteisbahn beginnen. Aber im Terminplan für „Nordenham on Ice“ ist genügend Luft, auch wenn es noch allerhand zu erledigen gibt. Am Montag, 27. November, um 17 Uhr will die Stadt Nordenham das Wintervergnügen auf dem Marktplatz offiziell eröffnen.
150 Platten
Die 300 Quadratmeter große Schlittschuhpiste besteht aus Kunststoffplatten, die in einem speziellen Verfahren aus Polyethylen hergestellt werden. Jedes Element ist ein mal zwei Meter groß und wiegt um die 20 Kilogramm. Für die Nordenhamer Eisarena sind also 150 Einzelteile erforderlich.
Für den Unterbau hat die Stadtverwaltung, die das sonst von einem privaten Betreiber ausgerichtete Wintervergnügen diesmal in Eigenregie veranstaltet, bereits in der vergangenen Woche einen Schwerlastboden aus Holz und Stahl verlegen lassen. Am Dienstag haben Bauhofmitarbeiter damit begonnen, auf der 35 mal 15 Meter messenden Unterbaufläche die Kunststoffplatten zu platzieren.
Zwischen dem Holzboden und den Eisbahnteilen befindet sich eine Gummimatte, die ein Verrutschen verhindert. Die Platten werden zunächst mit Nut und Feder zusammengesteckt. Im nächsten Schritt treiben die Bauhofmitarbeiter jeweils sechs Plastikdübel in vorgebohrte Löcher, um die Einzelteile fest miteinander zu verbinden. Das Kommando hat dabei Thorsten Lampe, der im Bauhofteam die technische Leitung für „Nordenham on Ice“ übernommen hat. An diesem Mittwoch soll die Schlittschuhbahn fertiggestellt sein. Dann steht noch die Installation der Bande auf dem Arbeitsplan.
Das Wintervergnügen auf dem Marktplatz findet von Montag, 27. November, bis Freitag, 29. Dezember, statt. Heiligabend sowie am 1. und am 2. Weihnachtstag ruht der Betrieb.
Öffnungszeiten der Kunsteisbahn sind werktags von 15 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 13 bis 19 Uhr. Vormittags können Schulen und Kindergärten die Schlittschuhpiste nutzen. Anmeldungen sind per E-Mail an nordenham-on-ice@nordenham.de möglich.
Diese Adresse gilt auch für Firmen oder private Gruppen, die die Eisbahn mieten möchten. Das kostet 150 Euro die Stunde und ist werktags von 19 bis 21 Uhr möglich.
Der Eintrittspreis für die Eislaufbahn beträgt drei Euro. Wer ein Paar Schlittschuhe ausleihen möchte, zahlt ebenfalls drei Euro. Es können aber auch eigene Schlittschuhe mitgebracht werden.
Zum Schutz vor Verschmutzungen und Beschädigungen decken Mitarbeiter des Bauhofs die Kunsteisfläche außerhalb der Öffnungszeiten mit einer schweren Plane ab.
Für Fragen rund um „Nordenham on Ice“ hat die Stadtverwaltung ein Info-Telefon unter 0176/ 55265726 eingerichtet.
Ein Programm mit musikalischen Aufführungen ist ebenfalls geplant. Einzelheiten stehen allerdings noch nicht fest.
Der Wochenmarkt weicht auf den Jahnplatz aus, solange der Marktplatz mit „Nordenham on Ice“ belegt ist. Am Dienstag, 9. Januar, kehrt der Wochenmarkt wieder zurück.
Die gesamte Anlage – inklusive Schlittschuhe zum Verleihen und Kufenschleifmaschine – hat die Stadt Nordenham im Jahr 2023 für rund 150 000 Euro mit Fördermitteln aus dem Programm „Perspektive Innenstadt“ erworben. Bedingung für die Zuschüsse war, dass die Kunsteisarena vorerst nur in der Innenstadt zum Einsatz kommen darf. Diese Verpflichtung gilt für fünf Jahre.
Ohne Zeltdach
Auf eine Zeltüberdachung verzichtet die Stadt Nordenham diesmal. Zum einen spart das Geld, zum anderen versprechen sich die Verantwortlichen im Rathaus vom Eislaufen unter freiem Himmel eine schönere Atmosphäre. Dazu soll bei Dunkelheit eine Ausleuchtung der Piste in wechselnden Farben beitragen. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter mitspielt.
Grundsätzlich ist die synthetische Eisbahn zwar auch bei Regen nutzbar. Aber wenn es richtig schüttet, hält sich der Schlittschuhspaß in Grenzen.
Videoüberwachung
Um zu verhindern, dass sich Randalierer auf der Piste austoben und sie beschädigen, hat die Stadt ein Security-Unternehmen mit einer Videoüberwachung beauftragt. Dafür wurde ein Mast aufgestellt, an dem Scheinwerfer und drei Kameras angebracht sind. Wenn unerwünschte Besucher die Eisbahn betreten, ertönt ein Alarm. Sollte das zur Abschreckung nicht ausreichen, ruft die Security-Firma die Polizei herbei. Dank dieser Sicherheitsmaßnahme erübrigt sich eine Absperrung des Geländes mit einem Bauzaun.
Marktmeisterin Regina Lindhorst und der stellvertretende Bauhofleiter Bernd Bunjes betonen, dass die Videoüberwachung auf die Veranstaltungsfläche begrenzt und nur außerhalb der Eislaufzeiten scharf geschaltet ist. „Niemand muss Sorgen haben, beim Schlittschuhlaufen gefilmt zu werden“, sagt Regina Lindhorst.
„Budenzauber“
In Verbindung mit „Nordenham on Ice“ veranstaltet die Stadt einen „Budenzauber“, der den bisherigen Weihnachtsmarkt ersetzt. Auf der Marktplatzfläche vor der Eisbahn werden ein Kinderkarussell, zwei Glühweinbuden, ein Imbissstand und ein Verkaufswagen aufgebaut, an dem es Crêpes und Schmalzkuchen gibt.
Zudem stehen zwei Holzhütten zur Verfügung, die angemietet und zum Beispiel für den Verkauf von Weihnachtsdeko genutzt werden können.
Der Lageplan zeigt die Anordnung der Kunsteisbahn und der Buden auf dem Marktplatz. Bild: Stadt Nordenham
