Nordenham - Den Vorwurf der Vorsitzenden der Nordenhamer CDU, Sabine Dorn, wonach „eine Gruppe um die Junge Union ohne Rücksicht auf demokratische Grundsätze, geltende Vorschriften und die gegenwärtige Corona-Situation massiv eigene Interessen verfolgt“, hat die Nordenhamer Junge Union (JU) zurückgewiesen. JU-Geschäftsführer Kevin Ripken wirft Sabine Dorn einen „mit Falschinformationen gespickten Angriff“ vor.
Heftiger Streit
Der heftige Streit mit gegenseitigen Vorwürfen in der CDU – diese Redaktion berichtete darüber – nerve sicherlich viele Leser nicht weniger als die Junge Union selbst, so Kevin Ripken. Er fügt hinzu: „Wir sind uns zwar sicher, dass kaum noch jemand die Märchen von Frau Dorn glaubt, aber diesen mit Falschinformationen gespickten Angriff können wir nicht auf uns sitzen lassen.“
Sabine Dorn habe „mit aller Gewalt seit Jahren notwendige Mitgliederversammlungen und Neuwahlen verhindert. Dass ebendiese nicht notwendig seien, weil es ja bereits einen Vorstand gibt, ist ein interessantes Verständnis von Demokratie, welches wir eher Donald Trump zugeordnet hätten“. Kevin Ripken schreibt weiter: „Derselbe war wohl auch das Vorbild dafür, sich mit rechtlichen Mitteln im Amt halten zu wollen, wenn es per demokratischer Wahl nicht mehr möglich ist.“
Zur Behauptung von Sabine Dorn, am Samstag habe eine CDU-Vorstandssitzung stattgefunden und diese habe beschlossen, dass die Online-Mitgliederversammlung am Donnerstagabend zuvor keine demokratisch legitimierte Mitgliederversammlung gewesen sei, nimmt die Junge Union ebenfalls Stellung. Die ersten beiden dazu direkt befragten Vorstandsmitglieder der CDU wissen demnach von keiner Vorstandssitzung am vergangenen Samstag.
JU-Geschäftsführer Kevin Ripken fragt nun kritisch: „Wurden etwa nur bestimmte Vorstandsmitglieder eingeladen? Gab es überhaupt andere Beteiligte (außer Sabine Dorn)? Ist das der sogenannte ’handlungsfähige Vorstand’, von dem hier gesprochen wurde?“
Auch weitere Vorwürfe von Sabine Dorn weist die Junge Union zurück: „Es ist richtig, dass wir unsere Interessen durchsetzen wollen. Zu diesen gehört allen voran, die CDU Nordenham wieder in die richtige Spur zu bringen und den Vorstand zu verjüngen, um Nordenham besser repräsentieren zu können. Hierin sehen wir gewiss kein Problem und stehen weiterhin voll und ganz zu unseren Ambitionen. Unsere entwickelten Konzepte zur Durchführung einer Mitgliederversammlung waren einwandfrei und von allen nötigen Instanzen abgesegnet.“
Kreisverband bestätigt
Die Wesermarsch-CDU habe das bestätigt. Bei der Veranstaltung am Donnerstag habe es sich um eine Informationsveranstaltung gehandelt. Die Briefwahl sei legitimiert. Dieser Redaktion liegt in Kopie eine Mitteilung des CDU-Kreisvorsitzenden Björn Thümler vor. Demnach hat der Vorstand der CDU Nordenham beschlossen, die Wahl eines neuen Vorstands per Briefwahl abzuhalten. Die Online-Mitgliederversammlung hatte diesbezüglich informierenden Charakter. Das ist gemäß einem Gesetz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zulässig. Somit ist entgegen der Behauptungen von Sabine Dorn alles korrekt abgelaufen. Der CDU-Vorstand kann nun per Briefwahl neu gewählt werden.
